etracker vs. Google Analytics: Trackingtools im Vergleich

Für die meisten Websitebetreiber wird das Monitoring der Besucherzahlen zum Alltag gehören. Dabei dürfen sogenannte Trackingtools nicht fehlen. Zwei von denen möchte ich euch nach längerer Nutzung nun vorstellen: etracker und Google Analytics.

  1. Die Trackingtools 
    1. Das ist Google Analytics
    2. Das ist etracker
  2. Darin unterscheiden sich die Tools
    1. Metriken
    2. Berichte-Logik
    3. Preis
    4. Datenschutz
    5. Daten weiterverarbeiten
  3. Was dir in etracker fehlen könnte
  4. Cookie-frei tracken
  5. etracker oder Google Analytics?

Die Trackingtools 

Google Analytics und etracker sind Tools, die ein recht ähnliches Ziel verfolgen: Sie helfen dem Websitebetreiber dabei nachzuvollziehen, ob und wie sich Besucher auf einer Website bewegen. Sie arbeiten mit Standard-Werten wie Seitenaufrufen, Nutzern und Sitzungen. Daneben punkten diese Tools mit einigen mächtigen Werkzeugen, die aus dem Datengewusel logische Rückschlüsse erzeugen. Dennoch gibt es hier und da Unterschiede zwischen den beiden Angeboten.

Das ist Google Analytics

Google Analytics ist in der Welt der Trackingtools so bekannt wie Tauben in Städten. Die meisten, die sich schon mal mit dem Thema beschäftigt haben, werden sich Google Analytics angesehen haben. Auch wir bei Mittwald haben das Tool seit Jahren im Einsatz.

Google Analytics ist schon seit über 15 Jahren auf dem Markt und hat sich seitdem stetig weiterentwickelt. Was es so attraktiv macht? Die vielseitigen Betrachtungs- und Auswertungsmöglichkeiten der ermittelten Daten, ebenso die nahtlose Verbindung zu anderen Google Diensten. Hierzu zählt unter anderem Google Ads (ehemals Google AdWords), Google Tag Manager, Google Search Console sowie Google Sheets.

Zu den Daten, die sich aus Google Analytics ziehen lassen, gehören unter anderem:

  • Besucherzahlen allgemein
  • Herkunft der Besucher
  • Geschlecht und Alter der Besucher
  • Komplette Bewegungsprofile einzelner Nutzer
  • E-Commerce-Tracking (Ermitteln der Transaktionen sowie deren Wert)
  • Kampagnentracking

Das ist etracker

So wie Google bietet auch etracker mittlerweile einige Dienste rund um Webanalyse an. Ich werde hier jedoch nur auf etracker Analytics eingehen, dem Dienst, der für das Tracking von Websitebesuchern am wichtigsten sein dürfte.

Auch etracker ist schon mehr als ein Jahrzehnt auf dem Markt. Es konzentriert sich auf die Überwachung der Besucher und erlaubt es, diese Daten in verschiedenen Reports in sinnvolle Strukturen zu bringen. 

Ein Aspekt, der jedem Besucher der etracker-Website ins Auge springt: das Hochhalten von Datenschutz. etracker wirbt damit DSGVO konform zu tracken – auch ohne Cookies. Hinzu kommt, dass die ermittelten Daten in Deutschland gespeichert werden, in Bezug auf das Pivacy Shield ist es also einen näheren Blick wert.

Mit etracker erhalten Nutzer unter anderem folgende Daten:

  • Besucherzahlen allgemein
  • Herkunft der Besucher
  • E-Commerce-Tracking (Ermitteln der Transaktionen und deren Wert)
  • Kampagnentracking

Darin unterscheiden sich die Tools

Ich habe nach einigen Monaten gemerkt, dass es zwischen etracker und Google Analytics einige Unterschiede gibt. Die wichtigsten sollen hier erklärt werden.

Metriken

Die Daten aus Google Analytics und etracker lassen sich gut gegenüberstellen. Im Detail definieren sie sich hier und da unterschiedlich. Dennoch sollten sie im direkten Vergleich ähnliche Aussagen hervorbringen.

So sehen die Metriken in Google Analytics aus.

Die typischen Metriken in etracker.

Was bei Google Analytics Sitzungen sind, werden bei etracker Besuche genannt. Nutzer sind Besucher. Seitenaufrufe Page Impressions. Die Absprungrate ist die Bounce Rate. Daraus folgt auch, dass die durchschnittliche Sitzungsdauer aus Google Analytics die Verweildauer / Besuch in etracker ist.

Berichte-Logik

Wer versucht, in etracker auf Daten zuzugreifen, wie er sie auch in Google Analytics vorfindet, wird sich erst mal neu orientieren müssen. Google Analytics ordnet Berichte in die Kategorien Echtzeit, Zielgruppe, Akquisition, Verhalten und Conversions. Diese wiederum verfügen teilweise über Unterkategorien, aus denen die passenden Daten gesucht werden müssen.

etracker erscheint hier einfacher – sobald die Logik einmal verstanden ist. Das Tool baut Berichte anhand von Segmenten auf. Diese folgen immer diesem Muster: Hauptsegment / Untersegment 1 / Untersegment 2 / Untersegment 3. So lässt sich z. B. die Frage, welche Werbemittel aus welchen Kampagnen wie viele Besucher anziehen, mit folgenden Segmenten ermitteln: Kampagne / Medium /  Anzeige. 

Ein Beispiel, wie sich die Segmente in etracker kombinieren lassen.

Preis

Während Google Analytics in der Basisversion kostenfrei ist (das dürfte auch die Version sein, die für die meisten Websites völlig ausreicht), findet man bei etracker eine stärkere Splittung der Tarife.

  • Basic: Ab 19 Euro / Monat
  • Pro: Ab 49 Euro / Monat
  • Enterprise: Ab 149 Euro / Monat

Wie teuer der Tarif dann letztendlich ist, hängt von den ermittelten Tracking Requests zusammen. Oder anders gesagt: Je mehr auf einer Website los ist, umso teurer wird der jeweilige Tarif.

Das Thema Preis dürfte etracker für einige Agenturen und Freelancer aus dem Rennen werfen. Denn hat eine Bäckerei nur eine Handvoll Websiteaufrufe im Monat, kann es schwer sein 19 Euro / Monat für ein Analyse-Tool zu argumentieren, wenn die Alternative kostenfrei ist.

Datenschutz

Der Faktor Preis könnte aber an Kraft verlieren, wenn wir uns dem nächsten Unterschied zuwenden: Datenschutz. Wie erwähnt wirbt etracker stark damit DSGVO-konform mit Daten umzugehen und diese Daten in Deutschland aufzubewahren. 

 

In den letzten Jahren ist das Thema Datenschutz immer präsenter geworden. Einige Konsequenzen davon werden Agenturen, Freelancer und Unternehmen kennen: AV-Verträge, Cookie-Consent-Manager und genau unter die Lupe genommene Datenschutzerklärungen.

Aktuell fehlt es an einer klaren Aussicht, wie das Thema in Zukunft gelöst wird. Es wäre aber durchaus möglich, dass das Teilen von Daten außerhalb Deutschlands oder der EU in den kommenden Jahren mit Aufwand und Schwierigkeiten verbunden sein wird. Wer schon jetzt auf eine Lösung setzt, die Daten in Deutschland sichert, könnte sich damit Arbeit ersparen. Und das wiederum kann monatliche Kosten für eine Trackingsoftware irrelevant erscheinen lassen.

Daten weiterverarbeiten

Jeder, der komplexere Fragen bei der Webanalyse beantworten will, wird Daten aus Tools wie Google Analytics oder etracker exportieren und z. B. in Excel weiterverarbeiten. Beide hier vorgestellten Tools erlauben es die Daten z. B. im CSV-Format zu exportieren. Unkomplizierter für häufigere Abfragen ist jedoch Google Analytics. So erlaubt Google Analytics die nahtlose Verbindung mit dem Google Data Studio, ebenso das automatisierte Importieren in Google Sheets via dem Spreadsheet Add-on, der Excel-Alternative. Auch etracker erlaubt einen automatisierten Export über die REST-Reporting-Schnittstelle, wofür aber Programmierkenntnisse notwendig sind. 

Was dir in etracker fehlen könnte

Wir haben Google Analytics seit einigen Jahren im Einsatz. etracker läuft nun seit einigen Monaten im Test. Nach der jahrelangen Nutzung und Gewöhnung merke ich, dass hier und da ein paar bewährte Funktionen fehlen. So ist es in etracker z. B. nicht möglich, Segmente anzulegen, wie sie in Google Analytics verstanden werden. Diese Segmente erlauben z. B. nachzuvollziehen, wie viele Nutzer in einer Kampagne von der Produktseite auf Seite 1 im Bestellprozess gelangten. Oder wie viele Personen, die im letzten Monat einen Blog-Artikel gelesen haben, ein Produkt gekauft haben oder zumindest auf einer Produktseite waren. Hierfür müssten in etracker vermutlich Events angelegt werden.

Ein Beispiel dafür, wie Segmente in Google Analytics zum Beantworten von Fragen konfiguriert werden können.

Was in etracker ebenfalls fehlt, ist der Nutzer-Explorer. Das Tool aus Google Analytics erlaubt es, einzelne Nutzer und ihr komplettes Verhalten auf der Website sauber nachzuvollziehen. So kann z. B. verstanden werden, welche FAQ-Artikel nach dem Kauf besonders häufig aufgerufen werden oder wie häufig sich ein Nutzer in den ersten Tagen nach dem Kauf durchschnittlich anmeldet.

Jedoch sind diese fehlenden Elemente weniger für den durchschnittlichen Anwender relevant, sondern eher für die Person, die komplexere Fragen rund um das Verhalten von Websitebesuchern zu klären versucht. Einige Personen, die mit etracker arbeiteten, nahmen das Tool als übersichtlicher und intuitiver wahr. Vielleicht überwiegen diese Eigenschaften im Gegensatz zu den fehlenden Funktionen. etracker kann so eher als Tool betrachtet werden, das nicht überfordert und erschlägt, sondern dabei hilft, die Übersicht zu behalten.

Ich habe bereits kürzlich über die Vorteile von Cookie-freiem Tracking für WordPress geschrieben. etracker aber auch Google Analytics lassen sich Cookie-frei betreiben. Die Anleitung für etracker findet sich hier. Bei Google Analytics scheint das Erreichen der Cookie-freien Lösung etwas komplexer zu sein.

etracker oder Google Analytics?

Ob ihr euch für Google Analytics oder etracker entscheidet, liegt sicherlich an einigen Faktoren. Aus meiner Sicht punktet etracker in Zeiten, wo das Thema Datenschutz an Priorität gewinnt, enorm. Auf der anderen Seite sind die fehlenden Kosten sowie vielfältigen Funktionen (auch für erfahrenere Analysten) bei Google Analytics wertvoll.

Was für die eigene Website oder die eines Kunden passt, muss individuell geschaut werden. Neben dem Thema Budget spielt auch mit ein, was man mit den Daten erreichen will. Wo einfachere Beobachtungen (Besucherzahlen für einzelne URLs, Traffic über Kampagnenlinks...) ausreichen, kann etracker eine sinnvolle Lösung. In anderen wird Google Analytics oder eine weitere Alternative lohnen.

 

Habt ihr Erfahrung mit etracker? Erzählt es uns gerne in einem Kommentar unter diesem Beitrag! Ich freue mich, von euch zu lesen. 

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