Gern geteilte Inhalte schaffen – 100 Mio. Artikel zeigen wie

Gern geteilte Inhalte schaffen – 100 Mio. Artikel zeigen wie

100 Millionen Artikel wurden unter die Lupe genommen. Das Ziel: Feststellen, welche Faktoren Besucher zum Teilen auf sozialen Netzwerken animieren. Hinter der Studie steht das US-Unternehmen BuzzSumo. Und obwohl sich die Zahlen auf die USA beziehen, haben sie auch in Deutschland Relevanz.

  1. 1. Warum längere Artikel besser sind
  2. 2. Bilder als Grundfolge zum Erfolg
  3. 3. Positive Emotionen animieren zum Teilen
  4. 4. Listen und Infografiken sind gern gesehen
  5. 5. Die „Über mich“-Box nicht unterschätzen
  6. Die Relevanz der Zahlen für Deutschland

Kurz zum Unternehmen hinter der Studie. BuzzSumo betreibt ein Online-Tool, mit dem Inhalte in Bezug auf Aktivitäten in sozialen Netzwerken untersucht werden. Diese Daten lassen sich dann per Suchmaske abfragen. Gebt „Hosting“, „SEO“, oder „TYPO3“ ein und erhaltet eine Liste mit thematisch passenden Seiten, die besonders häufig geteilt wurden.

Mit diesen Daten arbeitete BuzzSumo, um Gemeinsamkeiten und damit wichtige Faktoren für gern geteilte Inhalte zu ermitteln. Die Top 5 stellen wir euch heute vor.

1. Warum längere Artikel besser sind

Kleine Videos, Bilder und Zitate scheinen im Web die große Runde zu machen. Den Analysen von BuzzSumo nach sind es jedoch die besonders ausführlichen Inhalte, die gerne geteilt werden. So bringen Artikel von 0-1000 Wörtern beinahe 50 Prozent weniger Shares als solche mit 3000 bis hin zu 10.000 Wörtern.

Im Marketing wird dabei genau das Gegenteil gelehrt: Mit nur einem Klick können Besucher von eurer Seite verschwinden, haltet daher die Inhalte knapp und übersichtlich. Doch scheint so eine Strategie nicht das Teilen in sozialen Netzwerken zu bewirken. Was Besucher wünschen, sind ausführliche, gut recherchierte und gründlich bearbeitete Themen, die sich bei einem Kaffee lesen lassen. Nicht ohne Grund werden in Google News ausführliche Artikel kürzeren Meldungen vorgezogen.

5.000 Wörter scheinen bei Artikelbeschreibungen in einem Online-Shop unmöglich. Doch auch wenn Produkte nicht so viel hergeben, dann aber doch Ratgeberartikel zu Materialien, Qualitätsfaktoren und Umweltschutz.

Artikellaengen und Social Shares

2. Bilder als Grundfolge zum Erfolg

Der Satz „Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte“ ist in so ziemlich jedem Bereich zu finden – auch in Bezug auf Shares. Das wurde von BuzzSumo in der Studie bestätigt. Demnach sind Inhalte mit Bildern auf Twitter doppelt so gern geteilt wie solche ohne. Noch stärker ist der Kontrast auf Facebook mit Vorschaubildern. Vorschaubilder verdreifachen die Wahrscheinlichkeit für Shares und dürfen damit in keinem geteilten Inhalt fehlen.

Was leider in der Studie nicht klar wird: Wie wirken sich mehrere Bilder im Vergleich zu wenigen aus? Eine generelle Antwort scheint es hier nicht zu geben, jedoch wird wohl eine gesunde und angebrachte Kombination der Schlüssel zum Erfolg sein. Eine Seite über Farben begeistert mit vielen Bildern, eine Seite zur Rechtschreibung könnte damit vom eigentlichen Thema ablenken.

3. Positive Emotionen animieren zum Teilen

Ein wichtiger Teil der BuzzSumo-Studie widmet sich dem Thema Gefühle. Hierzu wurden die Top 10.000 Artikel in verschiedene Kategorien mit Emotionen eingeteilt. Das abschließende Diagramm zeigt, dass knapp 70 Prozent der Inhalte entweder mit Lachen, Freude, Unterhaltung oder Staunen zusammenhängen.

Emotionen fuer Social Shares

BuzzSumo sucht die Erklärung in einer weiteren Studie, die Menschen auf ihre Reaktion in Bezug auf geteilte Inhalte im Web befragte. Bei dieser stellte man fest, dass User sharen, um sich anderen gegenüber zu präsentieren – natürlich gerne positiv. Ein Beitrag über amüsante Katzenbilder würde also den Humor zeigen, ein Artikel über einen Sonnenuntergang mit bemerkenswertem Lichtspiel die Begeisterung für Natur und vielleicht Fotografie. Bei anderen Usern könnte so das Bild von einer Person mit Humor und einem interessanten Hobby entstehen.

4. Listen und Infografiken sind gern gesehen

Leser lieben strukturierte Inhalte, weil sich das darin dargestellte Wissen besser erkennen lässt. Listen schaffen Übersicht, ebenso aber auch aufbereitete Infografiken. Diese lassen auf einen Blick Diagramme, Entwicklungen und, erweitert mit kleinen Info-Kästen, wichtige Erklärungen sehen. Die Zahlen zeigen, dass das bei Besuchern sehr gut ankommt. Sogar Videos erreichen 50 Prozent weniger Shares.

Interessant ist der Zusammenhang zwischen Infografiken und langem Content. Eine Kombination aus beidem (umfangreicher Artikel mit Infografiken zur Untermauerung) könnte einen Artikel schaffen, der weite Kreise in sozialen Netzwerken zieht.

5. Die „Über mich“-Box nicht unterschätzen

Ein interessanter Faktor der Studie zeigt, dass Inhalte mit einer Über-mich-Angabe teilweise um 40 Prozent häufiger geteilt werden als solche ohne. Lesern ist es wichtig, zu verstehen, wer hinter aufwendigen Grafiken und Codes steht. Erreicht werden kann das mit einer kurzen Einleitung zu Beginn (besonders bei Gastartikeln empfehlenswert) und einem abschließenden längeren Teil, der den Autor ausführlich vorstellt.

Die Relevanz der Zahlen für Deutschland

Die Top 5 der Faktoren für geteilten Inhalt lassen die Frage offen: Wie relevant sind die Erkenntnisse des US-Unternehmens für Deutschland? Prinzipiell lässt sich sagen, dass die Zahlen auch hier vor Ort eine große Rolle spielen, was sich an den vielen populären Inhalten aus den USA in Deutschland zeigt.

Auch die Zahlen zu den sozialen Netzwerken sind denen in Deutschland mittlerweile recht ähnlich. Facebook dominiert klar, der Rest bleibt unter der 10-Prozent-Marke.

Sprechblase3
Wie wichtig sind euch gut geteilte Inhalte in sozialen Netzwerken und mit welchen Content-Typen konntet ihr bislang gute Erfahrungen sammeln?

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