Workshop: Shell-Einführung Teil II

Workshop: Shell-Einführung Teil II

Im ersten Teil unseres Shell-Workshops haben Sie einige grundlegende Kommandos kennengelernt. Mit unserem heutigen Beitrag möchten wir Ihnen Tipps geben, wie Sie eine Sicherheitskopie erstellen und Platz sparend ablegen.

Wie Sie eine Sicherheitskopie erstellen

Bevor Sie Ihr Templatebearbeiten, kann es nützlich sein, zuvor eine Sicherheitskopie zu erstellen. Sollten Änderungen zu Fehlern führen, können Sie auf diese Kopie zurückgreifen. Mit dem Befehl mkdir (make directory) können Sie einen Ordner anlegen, in welchem Sie die Backup-Dateien speichern. Das Kommando mkdir sicherungen erstellt Ihnen das gewünschte Verzeichnis. Das Kopieren der Datei führen Sie dann anschließend mit dem Befehl cp -a designvorlage.html sicherungen/designvorlage.html.bak durch. -a überträgt dabei die Dateiattribute der ursprünglichen Datei wie z. B. Zeitstempel, Rechte, etc.

Um eine Datei zu verschieben, kann der Befehl mv <Quelle> <Ziel> zum Beispiel mv designvorlage.html.bak /backup/ benutzt werden. (Anmerkung: Unter Linux sind „Verschieben“ und „Umbenennen“ äquivalent.) Möchten Sie eine Datei löschen, hilft der Befehlrm <Dateiname>, also rm /backup/designvorlage.html.bak. Um Verzeichnisse rekursiv samt aller Inhalte zu entfernen, benötigt der rm-Befehl die Option -r.

Bei Backup-Dateien ist es sinnvoll und vor allem Platz sparend, wenn diese archiviert und gepackt werden. Um dies in einem Vorgang durchzuführen, verwenden Sie den Befehl tar, welchem die Option zum Packen des Archivs hinzugefügt wird. Das Kommando sieht dann folgendermaßen aus: tar czf sicherungen.tgz /html/typo3/fileadmin/templates/design/sicherungen (Option c für create, z für gzip und f für file steht vor dem Namen der zu erstellenden Archivdatei). Zum Entpacken der Datei wird an Stelle der create-Option die extract-Option verwendet: tar xzf sicherungen.tgz. Um den Inhalt der Datei zu überprüfen, sollten Sie sich vor dem Entpacken den Inhalt mit tar tzf sicherungen.tgz anzeigen lassen.

Ähnlich verhält es sich mit demgzip-Befehl. Sie packen und entpacken Ihre Dateien einfach mit den Kommandos gzip <Dateiname> und gunzip <Dateinname>. Um sich den Inhalt einer Datei anzeigen zu lassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten und Programme. Der Befehl cat designvorlage.htmlgibt den kompletten Quelltext eines Templates aus. Möchten Sie in einem etwas längeren Text navigieren, so hilft hier der Befehl less. Mit diesem Kommando können Sie sich den Quelltext seitenweise ausgeben lassen. Nach vorne navigieren Sie dabei mit der Leertaste, zurück geht es mit der Taste „b„. Auch weitere Modifikationen sind hier möglich, würden aber in unserem kleinen Einsteiger-Workshop zu weit führen.

Die Shell bietet die Möglichkeit, Ausgaben an ein weiteres Programm weiterzuleiten und somit weiter zu verarbeiten. Dieser Vorgang wird als „Pipe“ bezeichnet und mit einem „|“-Symbol beschrieben. Mit dieser Funktionalität können sehr lange Kommandokonstrukte erstellt werden. Ein einfaches Beispiel zur Veranschaulichung bietet hier grep. Mit grep kann nach einem bestimmten Suchwort gefiltert werden, welches dann sämtliche Zeilen einer Datei ausgibt, in welcher das Suchwort gefunden wurde. Mit grep html designvorlage.html werden aus der Designvorlage alle Zeilen ausgegeben, welche den String html enthalten. Mit dem Befehl grep html designvorlage.html | grep http >gefundene_URLs werden alle Zeilen in die Datei gefundene_URLs geschrieben, die auch zusätzlich http enthalten.

Achtung:

Sonderzeichen („|“, „>“, „<“ und andere) müssen umgewandelt werden, da diese sonst vom grep-Befehl interpretiert werden. Möchten Sie nach dem html-Tag <html> filtern, so ist es notwendig hier vor jedes Sonderzeichen ein einzufügen, damit das nachfolgende Zeichen nicht als Steuerzeichen bewertet wird: grep “<html>“ desginvorlage.html. Auch grep bietet eine Masse an Optionen, welche in den Manpages erklärt werden.

Im nächsten Teil unseres Shell-Workshops befassen wir uns mit dem Thema Textbearbeitung.

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