Workshop: Shell-Einführung Teil I

Workshop: Shell-Einführung Teil I

Shell ist das englische Wort für „Muschel“ – wie kommt ein Kommandozeileninterpreter zu solch einem hübschen Namen? Stellen Sie sich einmal zwei Muschelschalen vor: Die Shell bildet eine Oberfläche zwischen dem Anwender und dem Inneren (den Kernel-Komponenten), daher die Bezeichnung.

Aber eigentlich wollten Sie erfahren, wie Sie die Shell sinnvoll verwenden können, richtig? Mit diesem kleinen Workshop geben wir Ihnen einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten, die Ihnen mit der Verwendung der Shell zu Verfügung stehen. Dabei erheben wir nicht den Anspruch, Linux-Grundlagen zu vermitteln und die Shell tiefgreifend zu erklären. Der Artikel richtet sich vor allen Dingen an Shell-Neulinge und soll eben diesen kurz vorstellen, wie sie Ihre Dateien mit der Shell verwalten können.

Content Management Systeme bieten oft die Option, Dateien über integrierte Manager zu verwalten. Bei Problemen kann es sehr hilfreich sein, sich mit der Shell zu verbinden und die Ursachen für diese zu suchen, sei es in Templates, Skripten oder PHP-Dateien. Einen klaren Vorteil hat der Nutzer, wenn er auf ein kleines Repertoire an Kommandos zurückgreifen kann, um sich auf der Shell zu „bewegen“.

Hier ein kurzer Überblick über nützliche Befehle, welche im Folgenden noch im Beispiel verwendet werden:

Weitere Kommandos finden Sie in dem Verzeichnis /usr/bin. Detaillierte Beschreibungen samt Befehlsoptionen und Beispielen finden Sie außerdem in den Manpages, welche Sie mit man <Befehl> auf der Kommandozeile aufrufen.

Zuerst verbinden Sie sich allerdings mit einer Clientsoftware über das SSH-Protokoll mit Ihrem Server. Auf Windows-Systemen kann dies z. B. mit Putty geschehen. Auf Linux- und Apple-Systemen steht der SSH-Befehl in der Regel direkt zur Verfügung. Eine Verbindung zu Ihrem Server erfolgt dann unter Angabe der Kommandos, des Benutzers und des Servers gefolgt von der Eingabeaufforderung Ihres Passworts.

Möchten Sie nun zu einer bestimmten Datei in Ihrer Dateistruktur navigieren, können Sie sich zunächst Ihren aktuellen „Standpunkt“ anzeigen lassen, indem Sie den Befehl pwd (print working directory) eingeben und mit Enter bestätigen. Die Ausgabe zeigt Ihnen nun das aktuelle Verzeichnis an, in welchem Sie sich befinden.

Wir nehmen beispielsweise an, Sie möchten eine Designvorlage Ihrer TYPO3-Installation editieren, welche im Fileadmin im Verzeichnis templates/design/designvorlage.html hinterlegt ist. Hierzu benutzen Sie denBefehlcd (change directory) gefolgt von dem Verzeichnis, in welches Sie wechseln möchten. Im Rootverzeichnis, welches eine pwd mit der Ausgabe „/“ angibt, benötigen Sie noch die Information, an welcher Stelle in Ihrem Dateisystem sich die Template-Datei befindet. Diese kann Ihnen der Suchbefehl findliefern, welchen Sie mit der Option „-name“ vervollständigen. Der Befehl kann also folgendermaßen aussehen: find . -name designvorlage.html

Die Argumente nach find sind Pfadangaben, Beispiel: find . -name ‚*.html‘ -mtime -7zeigt alle HTML-Dateien im aktuellen Verzeichnis an, die maximal eine Woche alt sind. Der Punkt steht für das Verzeichnis, in dem Sie sich derzeit befinden. Sie können hier aber jeden Einstiegspunkt wählen, den Sie wünschen, um die Suche zu beschleunigen. Das funktioniert natürlich nur, wenn Sie wissen, an welcher Stelle die gesuchte Datei ungefähr gespeichert ist. Ein find /html/typo3/fileadmin /backup -name designvorlage.html durchsucht fileadmin und dann /backup nach der Template-Datei.

Ist Ihnen nicht bekannt, an welcher Stelle sich die Datei befindet, so können Sie wie erwähnt mitfind / -name designvorlage.htmlalle Ihre Verzeichnisse durchsuchen. Dies kann aber unter Umständen zu einer recht langen Suchzeit führen. Neben der -name-Option lässt find noch diverse andere Suchkriterien zu. Mit -mtime -1 werden zum Beispiel nur Dateien angezeigt, die seit gestern geändert worden sind, und mit -mtime +1 werden Dateien älter als ein Tag gefunden.

Der Befehl find hat Ihnen nun den gewünschten Pfad geliefert, in welchen Sie mit cd (change directory) wechseln können. Das Kommando cd /html/typo3/fileadmin/templates/design/ befördert Sie nun in das gewünschte Verzeichnis, in dem Ihnen ein Listbefehl wie ls -la alle Dateien anzeigt.

Ausblick auf Teil II

Im nächsten Teil des Workshops erklären wir Ihnen, wie Sie mit der Shell eine Sicherheitskopie erstellen.

Kommentare

  1. Rainer Kraft am

    Ok. Mein Sshfs Mount bleibt erhalten wenn ich ‚watch ls‘ mache. Schön ist das allerdings nicht.

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  2. Rainer Kraft am

    Schön schön. Das SSH Protokoll. Ich würde aber auch sehr gerne sshfs Mounts benutzen. Leider geht das bei Ihnen nicht, da ich nach weniger als 5 Minuten Inaktivität bereit meine SSH Session wieder verliere.
    Das ist für mich ein Grund zu JWeiland zu wechseln.

    Viele Grüsse
    Rainer Kraft

    Antworten
  3. Björn Detert am

    Gute Sache!

    Ebenfalls hilfreiche Seiten:

    http://lifehacker.com/399468/top-10-command-line-tools

    Antworten
  4. Alex Beck am

    Bin gespannt auf Teil 2 … Thx!

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  5. Murphy am

    Danke, kann ich gut gebrauchen! :-)

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