Interview: Jan Tißler stellt das Upload Magazin vor

Interview: Jan Tißler stellt das Upload Magazin vor

Seit einigen Monaten ist Mittwald Exklusivsponsor des Upload Magazins. Heute haben wir Jan Tißler, Gründer und Mit-Herausgeber, im Interview. Er stellt euch das Upload Magazin vor und gibt einen spannenden Ausblick auf die kommenden Monate.

Hallo Jan, vielen Dank für deine Zeit. Einigen unserer Leser dürfte das Upload Magazin noch nicht bekannt sein. Was zeichnet das digitale Magazin aus, wer steckt dahinter und welche großen Entwicklungen habt ihr in den letzten Jahren durchgemacht?

Jan Tissler
Bei uns dreht sich alles um E-Business, Social Media, die Internetwirtschaft und verwandte Bereiche. Wir veröffentlichen jeden letzten Mittwoch im Monat eine neue Ausgabe, die jeweils ein Schwerpunktthema hat. Das behandeln wir in drei bis fünf ausführlichen Beiträgen. Darüber hinaus haben wir Artikel zu aktuellen Entwicklungen seit der vorherigen Ausgabe. Inzwischen kann man uns im Web lesen, in drei E-Book-Formaten und in Apps für Apple- und Android-Geräte.

In dieser Form gibt es uns seit Sommer 2013 und wir haben seitdem einige Weiterentwicklungen durchgemacht. Die Schwerpunktthemen gibt es beispielsweise seit Ausgabe Nr. 11. Ursprünglich ist die Seite unter diesem Namen übrigens schon 2006 an den Start gegangen, damals noch mit der Idee eines PDF-Magazins. Aber das war noch zu früh und zwischenzeitlich hatte ich das Upload Magazin als Blog und Audio-Podcast weitergeführt. Inzwischen ist die Zeit aber reif für die Idee eines digitalen Magazins.

Mir zur Seite stehen dabei heute Falk Hedemann und Sebastian Schürmanns. Beide sind Internetprofis und leidenschaftliche Schreiber mit ganz unterschiedlichen Hintergründen. Darüber hinaus gibt es eine stetig wachsende Liste von Gastautorinnen und -autoren, ohne die das alles gar nicht möglich wäre.

Welche großen Mehrwerte siehst du in eurem Magazin?

Mit unserem Magazin kann man in jeder Ausgabe etwas Neues lernen und bleibt zugleich über die wichtigsten Entwicklungen rund ums Netz auf dem Laufenden. Wir legen dabei viel Wert darauf, dass wir uns kompetente Autorinnen und Autoren suchen und die Zeit nehmen, Themen zu erarbeiten. Wir behalten für unsere Leserinnen und Leser im Blick, welche Trends und Entwicklungen aktuell wichtig sind. Wir wollen eine glaubwürdige, aktuelle und lesenswerte Informationsquelle sein. Etwas, worauf man sich verlassen kann.

Einblick in die aktuelle Ausgabe des Upload Magazin.

Einblick in die aktuelle Ausgabe des Upload Magazin.

Vielen dürftest du bereits als t3n-Redakteur bekannt sein. Wie bist du zum Upload Magazin gekommen und was motiviert dich für das Projekt?

Upload gab es bereits in seiner Blog/Podcast-Version, als ich 2008 zum t3n Magazin gekommen bin. Dort war ich bis 2012 Redaktionsleiter Online. Manche kennen vielleicht außerdem den wöchentlichen Videocast „Technikload“, den David Macijewski und ich gemeinsam gemacht haben.

Sebastian Schürmanns und ich haben dann Ende 2012 Upload aus seinem damaligen Dornröschenschlaf geholt. Jeden Montag haben wir einen Beitrag veröffentlicht – zunächst einfach im Wechsel zwischen uns beiden. Schließlich konnten wir 2013 Falk Hedemann als dritten Mitstreiter gewinnen. Mit ihm hatte ich bei t3n zusammengearbeitet und er hatte sich inzwischen selbstständig gemacht. Gemeinsam haben wir dann die erste Testausgabe des monatlichen Magazins herausgebracht – und seitdem über 20 weitere.

Was mich und uns motiviert: Wir wollen die Inhalte schaffen, die wir selbst gern lesen wollen. Darüber hinaus finden wir spannend, was man mit neuen digitalen Publikationstools anstellen kann. Und nicht zuletzt wollen wir herausfinden, welche Finanzierungsmodelle es jenseits von klassischer Onlinereklame gibt.

Ihr bietet das Upload Magazin nur in digitaler Ausgabe an. Welche Herausforderungen hattet ihr hier in Bezug auf die Themen Hosting und Sicherheit?

Wir machen uns tatsächlich wenig Gedanken darüber, ob jemand unsere Inhalte weitergibt. Wir „verschenken“ sogar viele selbst, in dem wir die Beiträge des Schwerpunktthemas im Folgemonat nach und nach frei zugänglich auf der Website veröffentlichen. Unsere E-Book-Versionen haben zudem keinerlei Kopierschutz.

Wichtig ist im Gegenzug, dass unsere Inhalte so gut sind, dass am Ende trotzdem genügend Menschen dafür bezahlen. Wenn man das Magazin kauft oder abonniert, kann man die Inhalte früher und besonders bequem lesen. Für Abonnenten gibt es außerdem exklusive Inhalte wie die monatlichen „Spezial-Ausgaben“: Das sind Ausschnitte aus Fachbüchern, wofür wir mit Verlagen wie dpunkt, O’Reilly und Rheinwerk zusammenarbeiten. Auf diese Weise belohnen wir unsere zahlenden Leser.

Eine größere Herausforderung ist es stattdessen, das Magazin bekannt zu machen, denn es gibt kein digitales Äquivalent zum Bahnhofskiosk, an dem man zufällig auf uns trifft. Auch das ist übrigens ein Grund, warum wir Inhalte kostenlos abgeben: Jeder Artikel ist Werbung für uns.

Eine andere Herausforderung ist die Tatsache, dass es kein Redaktionssystem für digitale Magazine gibt. Damit wir im Web, als E-Books und in unseren Apps erscheinen, haben wir drei verschiedene Systeme. Das ist nicht ideal, geht aber aktuell nicht anders.

Nicht zuletzt ist die Idee eines „digitalen Magazins“ bislang vielen potenziellen Lesern unbekannt. Sie haben vielleicht gedruckte Zeitschriften abonniert und lesen zusätzlich viel digital, aber beides zusammen ist noch immer neu.

Als Magazin ohne klassische Werbung schlägt Upload einen noch recht jungen Pfad ein. Ist das Exklusivsponsoring kombiniert mit den Einnahmen durch den Verkauf auch in Zukunft lohnenswert, oder werdet ihr früher oder später über andere Finanzierungsmöglichkeiten nachdenken?

Klassische Online-Werbung wird es bei uns nie geben. Damit meine ich Reklame, die per Abruf bezahlt wird. Einfacher Grund: Mit dem Modell ist letztlich ein Klick auf ein Katzenfoto genauso viel Wert wie ein Klick auf eine Reportage mit 30.000 Zeichen. Damit kann man also nur bestimmte Arten von Inhalten direkt refinanzieren. Wir wollen da bewusst etwas anderes anbieten und gehen deshalb auch einen anderen Weg.

Und das kommt bislang sehr gut an. Wenn ich mir die Entwicklung anschaue, bin ich sehr optimistisch, dass wir da auf einem guten Weg sind. Wir wachsen langsam, aber stetig. Natürlich hat es uns enorm gefreut, dass wir Mittwald als ersten Exklusivsponsor gewinnen konnten. Das war eine tolle Bestätigung und hat uns Freiraum gegeben, unsere Magazinidee weiterzuentwickeln.

Mit dabei in der aktuellen Ausgabe: Ein Interview mit plenigo, ein Anbieter für Paint-Content-Angebote.

Mit dabei in der aktuellen Ausgabe: Ein Interview mit plenigo, ein Anbieter für Paid-Content-Angebote.

Welche Vorteile seht ihr bei Digital-Only- gegenüber Print-Magazinen?

Wir können aktueller, tiefgehender und vielseitiger sein. Als rein digitales Magazin sind wir flexibler was Anzahl, Länge und Aufmachung der Artikel angeht. Bei uns bestimmen Themenlage und Inhalte wie das Magazin aussieht und nicht etwa die Seitenzahl oder wie viele Anzeigen verkauft wurden. Ich arbeite seit 20 Jahren als Journalist, habe bei einer Tageszeitung angefangen und auch für zwei Print-Magazine gearbeitet – insofern kenne ich die Beschränkungen nur zu genau. Für das, was wir vermitteln wollen, ist das digitale Format perfekt.

Als Leser unseres Magazins hat man zudem den Vorteil, die Inhalte stets bei sich haben zu können – ob nun auf einem Tablet, einem E-Reader oder einem Smartphone. Man kann sich die eingebundenen Videos anschauen oder den Links im Text folgen und sich auf diese Weise sofort weiter informieren.

Zugleich sehe ich, dass wir noch gar nicht alle Möglichkeiten unseres digitalen Werkzeugkastens nutzen. Da ist noch sehr viel mehr möglich.

Ein Wort zum Schluss: Gib uns einen Ausblick auf die kommenden Monate und Jahre mit dem Upload Magazin. Welche großen Themen beschäftigen euch und welche Ziele habt ihr euch gesetzt?

Wir haben natürlich eine lange inhaltliche, technische und sonstige Wunschliste. Es gibt viele Dinge, die wir noch ausprobieren, ausbauen und verbessern möchten. Das machen wir alles Schritt für Schritt. Hinter uns steht schließlich kein großer Verlag, wir haben keine Investorengelder und haben das Magazin ohne Startkapital auf den Weg gebracht. Da muss man sich beschränken, aber dieser Zwang zur Fokussierung kann auch sehr hilfreich sein.

Letztlich kommt es uns in erster Linie darauf an, interessante und lesenswerte Inhalte für unsere Leserinnen und Leser herauszubringen. Außerdem wollen wir selbst Freude an dem haben, was wir machen. Diese beiden Dinge stehen vor allem anderen. Insofern liegt unser Hauptaugenmerk auf der Qualität des Magazins. Wir identifizieren uns nun einmal zu 100 Prozent mit unserer Arbeit. Auch auf die Gefahr hin, dass es pathetisch klingt: Upload ist ein Projekt aus Leidenschaft.

Vielen Dank für deine Zeit Jan!

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