Remote Work bei Mittwald: Recruiting aus dem Wohnzimmer

Remote Work ist das New Normal. Für uns Mittwälder ist seit März Homeoffice angesagt. Unsere Arbeitskultur hat sich verändert. Sie wurde noch digitaler: Meetings per Videocall über Slack, gemeinsame Mittagessen über Zoom, Unternehmenskommunikationsrunden über GoToWebinar. Wir haben unsere Wege der gemeinsamen Arbeit und Kommunikation relativ schnell gefunden und werden sie womöglich auch für noch längere Zeit beibehalten. Denn eins ist klar: Unsere Arbeitswelt und -kultur wird auch in Zukunft digital(er). Daher möchten wir in unserer neuen Blogserie über das dezentrale Arbeiten berichten. Wie war, ist und vor allem, wie wird es werden – für die Personalabteilung, für Abteilungsleiter, den Kundenservice, unsere Azubis, aber ebenso für unsere Geschäftsleitung?
  

Heute möchte ich als Erste von mir und meinen Erfahrungen aus der Abteilung Personal berichten. Ich bin Rebecka und unter anderem für das Recruiting zuständig. Eines kann ich euch vorab schon verraten: Recruiting geht auch remote!

Rebecka

Mittwalds Werte und Kultur vermitteln – das geht auch remote 

Teil der Mittwald Kultur ist es, Kandidat*innen frühzeitig zu einem persönlichen Gespräch einzuladen. So können sie sich ein authentisches Bild des Arbeitsumfeldes sowie der Kultur verschaffen und bereits erste Teamkolleg*innen kennenlernen. In dieser Phase entwickeln Kandidat*innen häufig erstmals eine echte Verbindung zu Mittwald, die sie in ihrem Wunsch bestärkt, Mittwälder zu werden. Diesen wichtigen Schritt führen wir derzeit in Form von Videokonferenzen durch. Bewerbungsgespräche finden nun im heimischen Wohnzimmer statt. Das klappt ziemlich gut und ist insbesondere für die Bewerber*innen mit weniger Aufwand verbunden. Gleichzeitig muss ich unsere Werte und Kultur verstärkt kommunizieren. Während wir es uns also zuvor mit einem Kaffee in den Mittwald Räumlichkeiten gemütlich gemacht haben, befinden sich die Kandidat*innen nun in meinem Wohnzimmer und ich mich in ihrem. Das erzeugt Intimität und Nähe – trotz Distanz. Hinsichtlich der Bewerbungsanzahl sehe ich keine Veränderung. Der Bewerbungseingang bleibt im Vergleich zum Vorjahr nachweislich unverändert – eine seltene Konstante in dieser veränderten Welt.

Reflektion – mein Anker im Remote-Modus 

Was hat das Ganze mit mir gemacht? Ich persönlich habe die Veränderungen in den letzten Wochen zum Anlass genommen, um mich noch intensiver zu reflektieren. „Warum fühle ich mich im Homeoffice weniger gut informiert? War ich zuvor wirklich besser informiert oder habe ich mich durch mein gewohntes Umfeld und die Anwesenheit meiner Kolleg*innen nur besser informiert gefühlt?“ Ich bin der Meinung, dass wir genau in solch einer Zeit sehr viel über uns lernen können. Mir hilft es, die Empfindungen zu verschriftlichen. Denn wir Menschen vergessen schnell, wie wir uns wirklich gefühlt haben. Und Erinnerungen sind trügerisch.

Was ich schätzen gelernt habe, sind die Phasen der tiefen Konzentration.

Also habe ich aufgeschrieben und gemerkt: Für mich persönlich ist es der Wegfall gewisser Sicherheitsanker, wie beispielsweise Routinen und eingespielte Verhaltensweisen, der Platz für Neues schafft. Mein erster Impuls war es, mein Verhalten in der bisherigen Präsenzkultur einfach zu spiegeln. Die „das habe ich doch immer so gemacht“-Mentalität habe ich aber nach wenigen Tagen ablegen müssen. Erst dann war ich auch innerlich bereit, mich vollständig auf die Veränderung einzulassen und die Chancen zu sehen. Mir ist bewusst(er) geworden, welche Werte und Haltungen mir persönlich wichtig sind. Ich habe für mich erkannt, wie ein Umfeld gestaltet sein muss, damit ich entsprechend wirken kann. Auch nehme ich wahr, dass ich durch die intensive Auseinandersetzung mit mir selbst einen guten Selbstkontakt herstellen konnte, der mir wiederum mehr Selbstbewusstsein schenkt. Diesen Prozess erlebe ich als „das Ausrichten von dem, was im schnelllebigen Alltag ins Ungleichgewicht geraten ist“. Und nach erfolgreicher Orientierungsphase muss ich sagen, dass ich mich mittlerweile sehr wohl beim Arbeiten von zu Hause fühle. Was ich hierbei sehr schätzen gelernt habe, sind die Phasen der tiefen Konzentration.

Rebecka über ihr Arbeiten im Homeoffice.

Mit dem Arbeitsort verändern sich Aufgaben und Ansichten

Doch nicht nur mein Arbeitsort ist ein anderer. Auch meine Aufgaben haben sich schlagartig verändert. Während ich vor Ort beispielsweise häufig aufmerksam wahrnehme, mich in verschiedensten Runden intensiv austausche und proaktiv Themen angehe, so entfallen einige dieser Tätigkeiten im Homeoffice. Hier haben sich für mich weitere, spannende Fragestellungen aufgetan: „Wie geht es uns damit, von einem Moment auf den anderen nur noch remote zu arbeiten?“ „Wie müssen wir uns aufstellen, um die (teilweise unbekannten) Herausforderungen zu meistern?“ „Wie können wir Hilfestellungen leisten?“ „Und wie schaffen wir es dabei, unsere starke Kultur aufrecht zu erhalten?“

Die neuen Erfahrungen und Erkenntnisse jedes Einzelnen sowie die der Teams verändern uns als Organisation nachhaltig.

Gemeinsam stark im Remote-Modus

Uns als gesamtes Unternehmen war es sehr schnell möglich, ins Homeoffice zu ziehen. Die dafür notwendigen Tools und Technologien waren bereits vorhanden. Durch die adäquate Nutzung dieser Tools erfolgt die Umsetzung der nun geforderten neuen Arbeitsformen. Und ich habe gemerkt: Durch die Veränderungen der äußeren Struktur verändert sich auch das Mindset der Kolleg*innen. Sie entwickeln regelmäßig neue, kreative Lösungen für die Herausforderungen im Homeoffice. Und das, so finde ich, ist der spannende Punkt: In der Organisationsentwicklung wird regelmäßig eine behutsame Veränderung „von innen nach außen“ propagiert. Nun kam die Veränderung von außen und wirkte dabei alles andere als „behutsam“ auf allen Ebenen. Die neuen Erfahrungen und Erkenntnisse jedes Einzelnen sowie die der Teams verändern uns als Organisation nachhaltig. Ich bin der Meinung, dass es für die Zukunft wichtig sein wird, diese ereignisreiche Phase intensiv zu reflektieren und die für uns richtigen Schlüsse zu ziehen.

Was ich für die Zukunft mitnehme

Für mich persönlich nehme ich mit, auch in Zukunft immer mal wieder an anderen Orten tätig zu sein, um feste (Gedanken-)Strukturen aufzubrechen. Auch werde ich feste Zeiten für eine regelmäßige und intensive Reflektion einplanen, vorwiegend beim Wandern.

 

Covid19 wirkt als Katalysator der neuen Arbeitswelt. Jetzt ist es die Aufgabe jedes Einzelnen, mit Offenheit zu reagieren, Lösungen zu entwickeln und die gewonnen wertvollen Erkenntnisse in die Post-Corona-Zeit zu übertragen. Die Veränderung erfolgt in uns.

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