Entwickeln statt administrieren – Container, KI und Shopware in einem

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Drei Hoster, drei Abrechnungen, drei Deployment-Prozesse – das war früher Alltag für Alex Jank und seine Agentur nuonic. Heute läuft alles bei mittwald: Shopware-Shops, Container-Workloads, KI-Modelle. Im Interview erklärt er, wie er mit Infrastructure as Code neue Kundenprojekte in unter einer Stunde aufsetzt und warum das AI Hosting für ihn das Datenschutz-Argument schlechthin ist.

Hey Alex, sowohl Container als auch AI Hosting hast du schon vor mittwald betrieben. Wie war das?

Vor mittwald liefen Container-Workloads auf einem vServer eines anderen Hosters: Docker Compose, NGINX als Reverse Proxy, eigenes SSL-Management, WireGuard-VPN. Das funktioniert, aber du bist halt Sysadmin und Entwickler gleichzeitig. Jedes OS-Update, jede Firewall-Regel, jedes Zertifikat – alles liegt bei dir.
Und unsere Kundenshops liefen bei einem weiteren Hoster, der er eine SOAP-Schnittstelle als API hatte. Automatisierung war da schnell am Limit.

Jetzt hast du alles zusammen im mStudio. Was sind die konkreten Unterschiede?

Das ganze Unterbau-Management fällt weg. Kein Betriebssystem-Patching, keine eigene Firewall-Config, kein manuelles Zertifikats-Handling. Container und Managed Apps laufen im selben Projekt, teilen sich Datenbanken, und alles lässt sich über API, CLI oder Terraform verwalten – ein Ökosystem. Mein OpenSearch-Container ist direkt per internem DNS von der Shopware-Website-App erreichbar. Ingress für HTTP macht das mStudio, internes Routing läuft über Container-Namen.

Und wie sieht’s mit dem AI Hosting aus?

Hier bekomme ich bei mittwald KI-Modelle als API-Endpunkt dazu, ohne einen separaten Inference-Server betreiben zu müssen. Und mit unserer eigenen Extension GEOlyze bin ich inzwischen nicht nur Nutzer des mStudios, sondern auch Contributor. Das zeigt, wie offen das Ökosystem ist.

Da stimme ich dir zu. Beschreibe einen Kunden-Case, bei dem Container Hosting der entscheidende Baustein war – was hat das managed Kubernetes ermöglicht?

Klassischer Case: Ein Kundenshop braucht Redis für Session-Handling und HTTP-Cache plus OpenSearch für die Produktsuche. Auf einem Standard-Webhosting-Tarif ist das nicht möglich. Bisher war die Lösung entweder ein eigener Server mit dem ganzen Overhead oder der Kunde verzichtet auf die Performance-Features.

Mit mittwald bekomme ich Redis als Managed-Datenbank im Projekt. OpenSearch starte ich als Container im selben Projekt. Shopware bekommt seine .env mit den Connection-Strings, fertig.

Das Entscheidende ist aber die Reproduzierbarkeit. Wir haben das als Stack File in Git: Ein Docker-Compose-kompatibles YAML, das über die mittwald GitHub Action (mittwald/deploy-container-action) deployt wird. Wenn ich für einen neuen Kunden denselben Stack brauche, ist das Copy-Paste plus mw stack deploy.

Vorher war jedes Server-Setup stundenlange Individualarbeit. Jetzt ist ein neues Kunden-Projekt in unter einer Stunde deploy-fertig. Das ist Infrastructure as Code in einer Managed-Welt – für unsere Agentur ein riesiger Hebel.

Alex Jank
nuonic
Du meintest, der Umzug zu mittwald habe dir auch wirtschaftliche Vorteile gebracht. Inwiefern?

Drei Hoster bedeuten drei Abrechnungen, drei Support-Kanäle, drei Deployment-Prozesse. Jetzt läuft alles bei mittwald – das spart direkte Hosting-Kosten und vor allem interne Verwaltungszeit.

Für die Kundenkalkulation arbeiten wir mit Pauschalmodellen: mittwald Hosting, Container-Infrastruktur und unser Deployment-Setup als Paket. Der Kunde bekommt eine monatliche Rechnung – planbares Recurring Revenue, keine überraschenden Traffic-Rechnungen. Und die eingesparten Stunden fließen in Kundenprojekte oder in unsere Extension GEOlyze investieren.

Wie ist das AI Hosting in deinen Workflow eingebunden – was ist anders, als einfach die OpenAI-API zu nutzen?

Der wichtigste Unterschied: Die Modelle laufen auf mittwalds eigener Infrastruktur in Deutschland, auf eigenen Grafikkarten. Keine Daten fließen an US-Anbieter, keine Unsicherheit, ob Eingaben in irgendeinem Training landen. Die Abrechnung ist transparent und im mittwald Konto integriert – kein separates Billing mit Usage-Based Pricing.

Konkret im Workflow: Wir nutzen n8n als Automatisierungsplattform, das als Container bei mittwald läuft. n8n greift über die OpenAI-kompatible API auf die mittwald KI-Modelle zu. Ich tausche nur Host-URL und API-Key aus, der Rest des Codes bleibt gleich. Echtes Drop-in-Replacement.

Mein Zukunftswunsch: Ich würde das AI Hosting auch gerne für die produktive Codegenerierung nutzen.

Das kannst du im Übrigen jetzt auch. Während wir das Interview geführt haben, sind deine Wünsche quasi direkt erhört und umgesetzt worden.

Neu! 
Mit den AI Hosting Modellen Qwen3.5-122B-A10B-FP8 und Qwen3.6-35B-A3B-FP8 kannst du seit kurzem genau das: professionellen und aufwändigen Code generieren. Viel Spaß beim Ausprobieren.

Noch mal zum Container Hosting: Was würdest du sagen, wie viel Infrastruktur-Know-how braucht eine Agentur wirklich, um produktiv zu werden?

Weniger als man denkt, aber mehr als null. Man sollte verstehen, was ein Docker-Image ist, was ein Volume macht und warum man nicht seinen Datenbank-Container bei jedem Deploy neu erstellt. Wer heute professionell Webprojekte baut, kommt an Containerisierung eh nicht vorbei.

mittwald hat den Einstieg niedrigschwellig gebaut. Im mStudio klicke ich auf “Container erstellen”, wähle ein Image aus Docker Hub oder einer eigenen Registry, konfiguriere Ports und Volumes – und der Container läuft.

Für den nächsten Schritt – Stack Files, CLI-Deployment, GitHub Actions –braucht man etwas mehr. Aber wenn ich Infrastructure as Code mache, kann ich Setups reproduzieren, versionieren, reviewen. Das ist kein Overhead, das ist eine Investition in Qualität.

Wenn du als Agentur Git nutzt und vielleicht lokal mit Docker entwickelst, ist der Schritt zum Container Hosting bei mittwald überschaubar.

Letzte Frage: Was würdest du einer Agentur raten, die heute noch keine Container oder KI-Workloads betreibt – womit starten, ohne sich zu übernehmen?

Für Container: Fang mit einem Tool an, das jede Agentur braucht. Mein Vorschlag: n8n als erstes Container-Projekt. Jede Agentur hat wiederkehrende Abläufe beispielsweise Rechnungen aus der Hosting-API an die Buchhaltung übergeben. n8n ist ein einzelner Container und in zehn Minuten live – der Nutzen ist sofort spürbar.

Zweiter guter Kandidat: Umami als DSGVO-konforme Alternative ohne Cookie-Banner. Beides sind einfache Single-Container-Setups zum Reinkommen. 

Für KI: Hol dir den AI-Hosting-API-Key im mStudio und probier’s intern. 
OpenWebUI als Container starten, mit den mittwald Modellen verbinden – für KI-gestützte Suche, automatisierte Alt-Texte oder einen Info-Chatbot.

Der wichtigste Rat: Erst einen Use-Case sauber umsetzen, dann den nächsten. Und: Stack Files von Anfang an in Git. Spätestens beim dritten Kunden-Setup dankst du dir selbst dafür.

Das sind wertvolle Tipps. Danke für das aufschlussreiche Interview!

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