WordPress 5.8 – der nächste Schritt zum Full Site Editing

  1. Full Site Editing
    1. Block-basierte Widgets
    2. Block-basierte Themes
    3. Theme.json
  2. Sonstiges
  3. Fazit

Full Site Editing

Block-basierte Widgets

Widgets sind jetzt auch Blöcke. In der komplett neuen Widget-Ansicht unter Design › Widgets, können nun sowohl die bekannten, als auch alle anderen Blöcke als Widget angelegt werden. Es ist weiterhin möglich temporär nicht benötigte Widgets in den inaktiven Bereich zu verschieben, sodass sie später ohne viel Aufwand wiederhergestellt werden können. Eine ausführliche Beschreibung zu diesem Feature, inklusive der Erklärung wie es sich deaktivieren lässt, findet ihr in der offiziellen Dev Note.

Block-basierte Themes

Wer mag kann schon jetzt mit Block-basierten Themes experimentieren. Das Feature befindet sich allerdings noch im Beta-Status, da Themes extra entwickelt werden müssen. Dementsprechend ist der Support zur Zeit nur in wenigen Themes vorhanden. Um es vollständig nutzen zu können, benötigt man also das Gutenberg-Plugin und ein entsprechendes Theme. Für mich war die Block-Version von Twenty Twentyone ein guter Start.

 

Templates funktionieren in Block-basierten Themes komplett anders. Was bisher die PHP-Templates waren, sind nun reine HTML-Dateien, die einfach nur Gutenberg-Blöcke enthalten. Um trotzdem dynamische Inhalte wie den Loop oder Beitragstitel, -inhalt und -kommentare umzusetzen, gibt es neue Blöcke, die genau diese Funktionen ermöglichen. Zudem ist es mit Template Parts möglich auch PHP-includes nachzuahmen und sich wiederholende Bestandteile auszulagern.

 

Das besonders coole an der Sache: Die Templates und Template Parts können im WordPress Backend bearbeitet werden. Das heißt jeder, der ein bisschen Geduld hat, kann die Struktur der Seite sogar ohne Programmierkenntnisse mit dem Template-Editor anpassen. Dieser nutzt die aus dem bisherigen Editor bekannten Blöcke und Mechanismen, um damit umzugehen. Auch neue Templates lassen sich ohne weiteres anlegen.

 

Es erwartet uns also eine komplett neue Generation Themes, die grundlegend anders funktionieren als die bisherigen Themes mit PHP-Templates. Aktuell gibt es noch keinen klaren Migrationspfad, wie klassische PHP-basierte Themes in Block-Themes umgebaut werden können. Vermutlich wird es für Theme-Entwickler Full Site Editing Support für einzelne Templates geben. Details stehen aber noch nicht fest.

Theme.json

Eine wichtiger Bestandteil und eine sehr praktische Erweiterung für bestehende Themes, ist die theme.json-Datei. Mit dieser Datei können Theme-Entwickler viele Einstellungen vornehmen, für die bisher PHP-Funktionen notwendig waren. So lassen sich Farben, Schriftarten und allgemein viele Optionen von Gutenberg sehr einfach anpassen. Wer mehr wissen will, kann sich die Dev Note zur theme.json anschauen.

Ähnlich zur theme.json erlaubt die neue block.json-Datei Entwicklern auch Block-Metadaten und einige Blockeinstellungen einfacher festzulegen. Auch hier gibt es einiges zu beachten, was diesen Beitrag sprengen würde, daher der Verweis zur Dev Note zur Block API.

Sonstiges

Wie in meinen letzten Release-Reviews hier noch ein paar weitere kleine, aber aus meiner Sicht ebenso interessante Änderungen:

  • Der Support für den Internet Explorer 11 wird offiziell eingestellt. Das heißt nicht, dass eure Seite nicht mehr mit diesem Browser funktioniert, sondern nur, dass IE 11 spezifische Fixes aus dem Core nach und nach entfernt werden, um die Code-Basis zu vereinfachen. Dadurch kann es sein, dass im Backend nicht mehr alles mit dem IE 11 funktioniert; ob sich für die Besucher eurer Website was ändert, hängt von dem genutzten Theme ab. Unterstützt dieses weiterhin IE 11, ändert sich für die Besucher also sehr wenig bis gar nichts. Mehr Details zum geplanten Vorgehen findet ihr im WordPress-Blog.
  • Das von Google unterstütze Bildformat WebP ist jetzt auch in WordPress Standard. WebP ist vor allem beliebt, da es eine verbesserte verlustfreie oder verlustarme Komprimierung für Bilder bietet. So sind Bilder im Durchschnitt etwa 30 % kleiner als ein entsprechendes JPEG- oder PNG-Bild.
  • Das hilfreiche Analyse-Tool Website-Zustand, in dem Tipps gegeben werden, wie man seine Seite pflege kann, wird jetzt durch Entwickler erweiterbar: Es wird möglich eigene Tabs anzulegen und ihren Inhalt frei zu bestimmen. Details zu Implementierung in der Dev Note.

Fazit

WordPress 5.8 ist ein großer Schritt in Richtung Full Site Editing. Ich finde die Entwicklungen aktuell sehr spannend, es liegt Umbruch in der Luft. Gerade für Theme-Entwickler gibt es viel Neues und die Entwicklung geht aktuell sehr schnell voran. Für Nutzer wird WordPress mit jedem Release mehr zum flexiblen Page-Builder. WP 5.8 ist die konsequente Weiterführung der Gutenberg-Roadmap.

Kommentar hinzufügen