Unter der Lupe: Was kann Adobe Photoshop 2020?

Adobe Photoshop: der Platzhirsch auf dem Markt. Warum das Bildbearbeitungsprogramm trotz vieler Alternativen wie z. B. Gimp, Affinity Photo oder Photoscape X so beliebt bei vielen ist? Ein Grund sind mit Sicherheit die immer neuen Komfort-Funktionen. Diese machen es dem Nutzer einfach, umfangreiche Bearbeitungen am Motiv mit nur wenigen Klicks vorzunehmen.Neben anderen Anwendungen der Adobe Creative Cloud wie InDesign, Premiere Pro, Illustrator oder After Effects hat auch Photoshop gerade wieder ein neues großes Update spendiert bekommen. Ab sofort sind die genannten Programme in der Version 2020 erhältlich.  Was neu ist? Viele kleine Verbesserungen und neue Funktionen, die das Bearbeiten und Optimieren von Bildern und Bildelementen weiter erleichtern sollen. Einige coole möchte ich euch in diesem Beitrag vorstellen.
 

Was ist neu? 

Objektauswahlwerkzeug
 

Objektauswahlwerkzeug bei der neuen Photoshop Version 2020.

Quelle:istockphoto

 

Hier handelt es sich im Prinzip um eine Weiterentwicklung der Motivauswahl. Bisher hat euch das Werkzeug ermöglicht, mit nur einem Klick grob das Hauptmotiv des Bildes auszuwählen. Jetzt könnt ihr mithilfe einer Rechteck-Auswahl oder dem Lasso einen bestimmten Bereich markieren. Innerhalb dieses definierten Bereichs wird dann das gewünschte Objekt automatisch in die Auswahl aufgenommen. So könnt ihr schnell komplexere Auswahlen treffen. Die Qualität des Ergebnisses hängt natürlich von der Abgrenzbarkeit des zu wählenden Motives zum Rest des Bildes ab. ;-)

Hintergrund entfernen

Auch diese Funktion erfordert eine gute Abgrenzbarkeit zum Hintergrund. Durch einen Klick auf das Bedienfeld „Hintergrund entfernen” (zu finden im Eigenschaftsfenster unter Schnellaktionen, vorausgesetzt es handelt sich nicht um eine Hintergrundebene) könnt ihr hier das Objekt vom umliegenden Hintergrund befreien. Hierbei wird eine neue Ebene mit entsprechender Maske erstellt.

 

Erweiterte Verformung der Transformation
 

Verformen-Werkzeug von Photoshop 2020.

Quelle:istockphoto

 

Diese Funktion bietet euch die Möglichkeit, eigene Kontrollpunkte zu setzen. So könnt ihr das Verformungsraster nach euren Vorstellungen individualisieren. Das macht es euch möglich, zukünftig eine noch gezieltere Bild- und Objekt-Transformation vorzunehmen.

Smartobjekt in Ebene

Hierbei neu: Wenn ein Smartobjekt mehrere Ebenen enthält, bleiben diese bei der Konvertierung in den Ebenen erhalten. Es wird also nicht mehr alles auf eine Ebene reduziert. Ab sofort wird ein Ordner mit den zuvor im Smartobjekt enthaltenen Ebenen erstellt. Das erleichtert euch die weitere Bearbeitung.

Dies sind nur einige von etlichen Anpassungen, die der neuen Version spendiert wurden. Ihr wollt mehr Infos dazu? Dann schaut am besten auf der Adobe-Website nach oder stöbert auf YouTube.

Photoshop ist euer Werkzeug – der Kreativmaster seid ihr

Eins solltet ihr bei all den vielen verschiedenen und oft auch nützlichen Komfort-Funktionen nicht vergessen: Um wirklich herausragende und besondere Ergebnisse zu erzielen, ist gewissenhaftes und genaues Arbeiten gefragt! Dies erfordert zum einen ein Verständnis von der Funktionsweise und Bedienung einzelner Werkzeuge. Doch vor allem braucht ihr viel Zeit, Fachkenntnisse, Erfahrung und Kreativität. :-)

 

Keine Frage, die Ergebnisse, die sich mit modernen Komfort-Werkzeugen erzielen lassen,

können beeindrucken. Aber: Verlasst euch für professionelle und hochwertige Retuschen und Composings nicht blindlings auf Komfort-Funktionen und -Werkzeuge. Genaues, händisches und gewissenhaftes Arbeiten jenseits von Automatismen sorgen für wirklich, wirklich gute Ergebnisse.

 

Werkzeuge wie die Motiv-Auswahl oder das neue Objektauswahlwerkzeug dienen natürlich dazu, Prozesse zu beschleunigen und stellen eine gute Ergänzung und Zeitersparnis für den eigenen Workflow dar. Ersetzen können sie z. B. pixelgenaues Arbeiten und Maskieren allerdings nicht vollständig.

So bleibt das Arbeiten mit Photoshop meiner Meinung nach immer noch ein Handwerk, welches erlernt und gewissenhaft ausgeführt werden muss. 

Klaus Eichner

Photoshop Fails

Neben dem allzu sorglosen Umgang mit automatischen und algorithmus-gesteuerten Funktionen führt gerade das ungenaue Arbeiten, fehlende Skills oder auch ein fehlendes „gestalterisches Auge“ z. B. für Perspektive und Komposition immer wieder zu teils sehr amüsanten aber auch erschreckenden Ergebnissen. Hier offenbaren sich oftmals gravierende Fehler bei der Retusche, welche  scheinbar niemandem bei der Abnahme und Freigabe aufgefallen sind. Ein paar Links zu Sammlungen der „Photoshop Fails“ findet ihr am Ende des Beitrags.

Fazit

Man sollte sich also immer wieder mit neuen Funktionen und Werkzeugen auseinandersetzen, sie entdecken, ausprobieren und bestenfalls in den eigenen Arbeitsprozess integrieren. Gleichzeitig gilt: Verlasst euch auf eure eigenen erlernten Skills und erweitert diese regelmäßig durch neues Wissen. Nur wer sich die entsprechende Zeit nimmt und sich stets mit offenem Auge, Leidenschaft und Kreativität seiner Arbeit mit Photoshop widmet, wird die besten Ergebnisse erzielen. :-)

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