So ändert sich Googles Suche 2019

Ist Google 2019 noch dein Freund? So wird sich die Suche verändern

Nach wie vor gilt Google als relevanteste Suchmaschine der Welt – über 90 % Marktanteil sprechen für sich. Damit auch eure Webseiten gute Rankings bei Suchanfragen des Anbieters genießen, zeigen wir euch hier die wichtigsten Entwicklungen der Suchmaschine für 2019. 

  1. Ein Beispiel anhand des Keywords „Himalayasalz“
  2. Sprechen wir noch von einer Such-„Maschine“?
  3. Onlineshops müssen um Plätze in der Customer-Journey kämpfen
  4. 2019, das Start-Jahr für Filter?
  5. Fokus auf "Platz 0"
  6. 2019 ist Google nicht mehr dein Freund
  7. Auch dieses Jahr gilt: „Wer rastet, der rostet“

Sprechen wir noch von einer Such-„Maschine“?

Ist Google 2019 wirklich eine „Maschine“? Dieser Begriff – wenn man ihn wortwörtlich nimmt – scheint mir manchmal unpassend zu sein. Verantwortlich sind hierfür unter anderem die sogenannten User-Signals. Jede Person reagiert auf Suchmaschinenergebnisse so, dass Google davon lernen kann. Wichtige Signale können dabei folgende sein:

  • Ein Suchergebnis auf Platz 1 wird ignoriert, stattdessen wird das Ergebnis auf Platz 4 geöffnet.
  • Eine Person öffnet ein Suchergebnis, verlässt es dann aber zeitnah und öffnet ein anderes. Bei diesem wird die Suche abgeschlossen, indem der Browser-Tab geschlossen wird.
  • Eine Person öffnet das erste Suchergebnis und beendet die Recherche.

Sämtliche dieser Aktionen helfen Google dabei zu verstehen, welche Seiten bei bestimmten Suchbegriffen hilfreicher zu sein scheinen als andere.

Es ist wichtig, diesen Gedanken zu verstehen, wenn man sich Googles Entwicklung in 2019 anschaut. In jedem Bereich gilt, dass die Suchmaschine immer besser darin wird, aus User-Sicht zu denken. Google ist somit weniger eine programmierte Suchmaschine und mehr ein organischer Suchassistent.

Google wird 2019 noch mehr auf User-Signals eingehen.

Onlineshops müssen um Plätze in der Customer-Journey kämpfen

Schon seit einiger Zeit versuchen Onlineshops nicht nur beim finalen Kauf, sondern auch schon im Vorfeld Teil der Customer-Journey zu sein. So werden z. B. E-Books genauso wie hilfreiche Ratgeber-Artikel, die eventuelle Fragen klären und fehlende Informationen vor dem Kauf liefern sollen, bereitgestellt. Diese Strategie ist auf der einen Seite sinnvoll, schließlich kann sie viel Traffic anziehen. Falsch eingesetzt, führt sie aber bei Google zur Kannibalisierung in den Suchergebnissen

Ein Beispiel anhand des Keywords „Himalayasalz“

Ein Onlineshop rankt für das Keyword „Himalayasalz“ mit einem Produkt auf Platz 8. Der Onlineshop startet einen Ratgeberbereich und veröffentlicht in diesem unter anderem einen Artikel zu „Wie wird Himalayasalz produziert?“. Zwar wird der Artikel nun bei dem Keyword „Himalayasalz“ auf Platz 3 angezeigt, das Produkt verschwindet aber von der ersten Seite der Suchergebnisse. Obwohl mehr Traffic gewonnen wird, nehmen die Conversions ab.

Je nach Zielgruppe und Markt können solche Strategien funktionieren oder aber für negative Entwicklungen sorgen. Es braucht sinnvolle Strukturen, damit potenzielle Kunden den Weg zum Produkt schaffen. Hier kommt wieder der „organische Suchassistent“ ins Spiel. War es in Vergangenheit ausreichend einige interne Links auf die Produktseite zu setzen, so setzt Google in diesem Jahr höhere Maßstäbe. Die Logik ist nachvollziehbar: Wenn die Ratgeberseite eines Onlineshops zu einem Keyword sehr gute User-Signale zeigt, warum sollte dann noch eine Produktseite des gleichen Shops angezeigt werden, die weniger gute Signale liefert?

Solche Probleme könnten z. B. durch einen markengebundenen Content geklärt werden. Bei dem oben genannten Beispiel könnte es eine Infografik sein, die nicht nur irgendeine Produktionskette zeigt, sondern genau die, die der dazugehörige Onlineshop benutzt. Wer ein Video einbaut, sollte nicht irgendeines nehmen, sondern eines, das einen Mitarbeiter aus dem Onlineshop zeigt. Er berichtet begeistert von dem Himalayasalz, führt durch das Lager und zeigt die einzelnen Produktvariationen und Schritte bis zum Versand.

Durch solche Inhalte schaffen es Onlineshop-Betreiber nicht nur irgend ein Teil der Customer-Journey zu sein, sondern diese maßgeblich mitzugestalten.

2019, das Start-Jahr für Filter?

Die jüngste Entscheidung bzgl. der Urheberrechtsreform und damit verbunden dem Upload-Filter dürfte auch Einfluss auf die Welt der Suchmaschinen haben. Noch ist nicht abzusehen, was genau für Konsequenzen mit der Reform einhergehen.

Generell gilt, dass Anbieter wie Google mehr Verantwortung für angezeigte Inhalte wie Suchergebnisse tragen werden. Da das nur schwer händisch machbar ist, kommen neue Filter und Ranking-Signale dazu. Im Hintergrund könnten Suchmaschinen-Bots nach Copyright-Hinweisen, Duplicate-Content und mehr suchen. Das könnte zur Konsequenz haben, dass Google in Zukunft Seiten mit möglicherweise urheberrechtsgeschützten Inhalten filtert oder mit Warnungen in den Suchergebnissen zeigt.

Es ist noch zu früh, um konkrete Handlungsempfehlungen zu den Inhalten der Urheberrechtsreform zu geben, aber als Websitebetreiber lohnt es sich schon jetzt beim Einbinden von Inhalten Dritter vorsichtiger zu sein und im Zweifel auf eigenen Content zu setzen.

Fokus auf "Platz 0"

Mehr und mehr Suchanfragen werden mit sogenannten Featured Snippetsbeantwortet. Hierbei handelt es sich z. B. um Textabschnitte, Tabellen oder weitere Inhalte, die dem Suchenden direkt helfen, ohne hierfür eine weitere Seite öffnen zu müssen. Mehr dazu findet ihr auch in einem anderen Blog-Beitrag, den wir vor einigen Monaten für euch erstellt haben. 

Featured Snippets – Googles Platz 0

Trotz viel Investition in SEO bringt bei solchen Suchanfragen Platz 1 nur wenig Traffic.

Es ist noch unklar, was die Urheberrechtsreform für Platz 0 bedeuten wird. Als Betreiber einer Website sollte der Schwerpunkt allerdings darauf liegen, in den Featured Snippets zu erscheinen. Schließlich tauchen diese immer mehr in den Suchergebnissen auf.

2019 ist Google nicht mehr dein Freund

Es wäre nicht gewagt zu behaupten, dass viele Webseiten mehr als 50 % ihres Traffics über Google gewinnen. Die Entwicklungen in 2019 zeigen aber, dass Googles Zielgruppe nicht Websitebetreiber, sondern Suchende sind. Hat die Suchmaschine die Wahl zwischen einer Featured-Snippet-Box kombiniert mit Werbung und Shopping-Ergebnissen oder einer Liste aus zehn organischen Ergebnissen, werden Letztere in den Hintergrund gerückt.

Für Websitebetreiber ist es daher wichtig, alternative Traffic-Quellen zu schaffen. Newsletter, Profile auf sozialen Netzwerken und Kooperationen kosten zwar einiges an Zeit und Geld, schaffen dafür aber zusätzliche Standbeine. Hier haben wir euch einige alternative Traffic-Quellen vorgestellt.

Eine weitere sinnvolle Maßnahme ist das in der Vergangenheit immer wieder beschriebene Stärken der eigenen Marke. Bleiben wir bei unserem oben genannten Beispiel: Ziel ist es, dass Kunden beim nächsten Kauf von Himalayasalz wieder in genau dem Onlineshop einkaufen und nicht in den Supermarkt gehen oder nach „500 Gramm Himalayasalz“ googeln. Das Ziel ist also erreicht, wenn die Kunden einfach wieder den Shop öffnen oder über einen Umweg in ihrem E-Mail-Postfach die letzte Bestellbestätigung finden und so an die Marke erinnert werden.

Auch dieses Jahr gilt: „Wer rastet, der rostet“

Für alle, die sich danach sehnen das Thema SEO endlich abschließen zu können, folgt leider eine Enttäuschung: Es ist weiterhin kein Ende in Sicht. Jedes Update bringt Veränderungen mit sich und passt die Schwerpunkte der Suche an. Wer heute ein gutes Ranking zu wichtigen Keywords genießt, sollte sich daher keinesfalls darauf ausruhen. Vielmehr gilt es alternative Trafficquellen zu schaffen und immer wieder nach Möglichkeiten zu schauen, gute Rankings zu erhalten – beispielsweise durch den Einzug auf Platz 0. ;-) Wir wünschen euch dabei viel Erfolg!

Kommentare

  1. Daniel am
    Die Suchergebnisse haben in den vergangenen Jahren immer mehr an Qualität gewonnen. Dass Keyword-Stuffing glücklicherweise nicht mehr funktioniert, sollte wohl jeden freuen, der seine Inhalte mit viel Mühe erarbeitet. Einen großen Nachteil sehe ich jedoch in der Entwicklung. Organische Ergebnisse rücken immer weiter nach Unten und finden bei vielen Suchenden gar keine Beachtung mehr. Ein organischer Platz 1 ist durch den Einsatz von großen Bildern in den Suchergebnissen, Ads und "Nutzer fragen auch"-Tabs nicht mehr so viel wert, wie es mal war. Alternative Traffic-Quellen wie YouTube werden in Zukunft wohl der Schlüssel zum Erfolg sein. Toller Artikel der die Entwicklung kompakt zusammenfasst!
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    1. Kristina Kiebe am
      Hey Daniel,

      vielen Dank für die positive Rückmeldung und deine Einschätzung!

      Viele Grüße aus Espelkamp!
      Kristina
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