Alternative Traffic-Quellen zu Google aufbauen

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Person schreibt am Laptop

Deutschland gilt als Land der hohen Sicherheitsansprüche. Wir lieben Versicherungen, fordern unabhängige Tests verschiedener Quellen und sichern unser Heim doppelt und dreifach ab. Und doch, so scheint es, haben viele in einem Bereich ihre Ansprüche gesenkt: Alternatvie Traffic-Quellen. Lasst uns schauen, ob und wie alternative Traffic-Quellen Webseiten nicht nur schützen, sondern auch aufwerten können.

Die Suche nach Alternativen zu Google – ist sie die Mühe wert?

Wollen wir ehrlich sein: Google ist bequem. Schauen wir uns z.B. den Jahresrückblick 2014 von Peer Wandiger auf Selbstständig im Netz an. Hier sehen wir, dass knapp 75 % aller Besucher in dem Jahr über Suchmaschinen kamen. Da Google in Deutschland einen Marktanteil von um die 95 % hat, stammen demnach 71 % der Besucher von Selbstständig im Netz wahrscheinlich von Google.

Noch deutlicher wird der Wert der Suchmaschine bei einer Studie der Marketing-Agentur Aufgesang. Hier untersuchte die Agentur Traffic-Quellen von über 190 deutschen Online-Shops und stellte fest, dass dabei knapp 80 Prozent des Traffics über Suchmaschinen kommt.

In Anbetracht des enormen Werts von Google, scheint die Suche nach alternativen Traffic-Quellen auf den ersten Blick überflüssig. Viel Zeit und Geld in den Aufbau neuer Besucherströme investieren? Nein, das ist unnötig. Bei dieser Argumentation werden jedoch einige Punkte übersehen:

  • Was passiert, wenn Mitbewerber bei Google bessere Rankings gewinnen?
  • Was passiert, wenn Google die Domain (wenn auch nur vorübergehend und unbegründet) abstraft?
  • Was passiert, wenn nach einem Update sonst wichtige Rankings zu Keywords verloren sind?
  • Was passiert, wenn Google in Deutschland an Beliebtheit verliert?

Und zuletzt die Frage: Wie viel Potenzial steckt in den Alternativen? Seht ihr euch einen Artikel von Dr. Holger Schmidt zu den Traffic-Quellen von Nachrichtenseiten an, findet ihr klare Aussagen. Bei zahlreichen Seiten, unter anderem der Süddeutschen und der Zeit, liegt der Anteil an Besuchern über die Suche bei teilweise unter 35 %. Zahlreiche Besucher kommen direkt auf die Seite oder aber werden über soziale Netzwerke angelockt. Es gibt also doch einige Fälle, in denen Alternativen zu Google wichtig sein können.

Halten wir also fest: Plant ihr eine langjährig erfolgreiche Seite, dann sind alternative Traffic-Quellen sehr wohl ihre Mühe wert. Widmen wir uns der nächsten Frage: Welche Alternativen gibt es?

Übersicht: Alternative Traffic-Quellen neben Google

Alternative Traffic-Quellen zu Google können in verschiedenen Kategorien unterteilt werden. Zur besseren Übersicht verzichten wir hier auf kostenpflichtige Angebote (z.B. AdWords oder Facebook Ads).

  • Google: Klingt merkwürdig? Die Google-Suche ist schon lange nicht mehr der einzige Dienst der Suchmaschine, die Traffic auf die Seite bringen kann. Wir sprechen von Google News, Google Shopping, YouTube und mehr.
  • Kostenfreie Werbung: Newsletter, Sponsoring, Gewinnspiele, eine Fachmeinung zum Thema oder aber ein Gastartikel sowie ein seriös geführter Forenaccount können nicht nur die Bekanntheit steigern, sondern auch zu neuem Traffic führen. Viele bekannte Webseiten bieten die Möglichkeit für Gastartikel.
  • Soziale Netzwerke: Facebook, Twitter, Instagram & Co. sind eine gute Möglichkeit, um Traffic zu generieren. Das gilt besonders für Produkte und Angebote für Privatpersonen, wie das untere Beispiel von Obi zeigt..
  • Suchmaschinen: Bing, Yahoo und weitere können ebenfalls Traffic bringen. Wie hoch dieser ist, hängt von den Marktanteilen der Suchmaschinen in Deutschland ab.
Ein gutes Beispiel für eine gelungene Unternehmenspräsenz von Obi auf Pinterest.

Ein gutes Beispiel für eine gelungene Unternehmenspräsenz von Obi auf Pinterest.

Damit es funktioniert: Die Regeln für Alternativen zu Google

Wir investieren viel Zeit, um Webseiten für Google besser erreichbar zu machen. Ob nun durch Sitemaps, Meta-Angaben, semantische Auszeichnung, optimierte interne Verlinkung oder Alt-Tags in Bildern. Diese vielen kleinen und großen Aufgaben sind es, die für gute Rankings bei Google sorgen. Wer ähnliche Mühe in alternative Traffic-Quellen investiert, könnte aus einer Notlösung ein zweites Standbein aufbauen. Wie die individuelle Strategie bei der jeweiligen Traffic-Quelle aussieht, ist unterschiedlich. Jedoch gibt es einige Grundsätze, die man beachten sollte:

  1. Jede Traffic-Quelle muss regelmäßig gepflegt werden (hier kann ein Zeitplan helfen, der besagt, wann was wo veröffentlicht wird und an welchen Tagen und Zeiten der Account beobachtet wird)
  2. Jede Traffic-Quellebenötigt eine Verbindung zur Webseite (z. B. über ein Facebook-Icon oder über einen Button zur Newsletter-Anmeldung)
  3. Jede Traffic-Quellesollte mit ihren Stärken genutzt werden (bei Pinterest setzt man auf aussagekräftige Bilder statt allgemeine Produktfotos, im Newsletter auf einen ansprechenden Betreff in Kombination mit relevantem Inhalt)
  4. Jede Traffic-Quellesollte regelmäßig einzigartige Inhalte beinhalten (z. B. exklusiven Rabatt im Newsletter, Gewinnspiel nur für Facebook, kreatives Bild allein auf Pinterest)
  5. Jede Traffic-Quelle, die nach mindestens 6 Monaten keinen sichtbaren Vorteil bringt, sollte entweder intensiver geführt oder aber geschlossen werden. Halbherzige Betreuung führt häufig zum Stillstand
Dunkin Donuts findet sich auf dem Portal Vine und veröffentlicht sympathische Kurzvideos.

Dunkin Donuts findet sich auf dem Portal Vine und veröffentlicht sympathische Kurzvideos.

Potenzielle Traffic-Quellen erkennen

Wie in den Regeln erwähnt, hat jede Traffic-Quelle ihre eigenen Stärken. Es macht daher Sinn, diese Stärken mit der eigenen Webseite zu vergleichen und festzustellen, ob sich eine Optimierung der alternativen Traffic-Quelle lohnt. So könnte ein Online-Shop, der Bewerbungsvorlagen verkauft, Kontakt zu Portalen für Bewerbungstipps und Bewerbungsutensilien suchen und Kooperationen schaffen. Auf Pinterest würde die Seite wahrscheinlich keinen Sinn machen, denn Fotos von Dokumentenvorlagen oder Bewerbungsgesprächen sind nichts, was die User weiterpinnen würden.

Anders sieht es bei einer Agentur für Grafikdesign aus. Hier, wo man regelmäßig neue Produkte designt und dabei kreativ wird, kann sein Werk, nach Absprache mit dem Kunden, gut über ein Portal wie Pinterest bereitstellen. Hier dürfte es, wenn es ist richtig beschrieben ist, Aufmerksamkeit bringen.

Alternativen zu Google gibt es also einige. Ob und welche von ihnen jedoch für eure Webseite relevant sind, muss individuell untersucht werden. Eine allgemeine Empfehlung gibt es nicht.

Welche Erfahrungen habt ihr mit alternativen Traffic-Quellen gemacht und wie wichtig ist Google für euch? Wir freuen uns auf eure Kommentare.

Kommentare

Marko Huemer am

Hallo Viktor!
Ich kann nur zustimmen, alternative Traffic-Quellen sollte man nicht unbeachtet lassen.
Vor allen ist es von Vorteil, sich mit Influencern zu beschäftigen um Traffic aufzubauen.
Hierzu habe ich hier ein Video, das dich interessieren könnte:

LG Marko

R. Funk am

Bei den Suchmaschinen fehlt CENTIL, welche inzwischen zum grössten Suchdienst in Europa herangewachsen ist und das Ziel verfolgt, Google Marktanteile abzuknöpfen. Yahoo ist bald durch den Verkauf nicht mehr relevant. Von den wirklich grossen aus den USA bleiben dann nur noch Bing und Google übrig. Daher sollte auch unbedingt bei, zurzeit noch kleineren Suchmaschinen, Werbung als Traffic Quelle geschaltet, bzw. in Betracht gezogen werden. Übrigens, bei CENTIL kann man seine Website mit einem Banner oder Logo gratis registrieren. Schon allein diese Möglichkeit führt bereits zu einem kleinen Traffic-Anteil.

Mario Jung am

Wer sich nicht um Alternative Tragficquellen bemüht, handelt fahrlässig.
Ab dem Zeitpunkt wenn ein Unternehmen seinen ersten Mitarbeiter einstellt, muss sich ein Unternehmen von der Abhängigkeit einer Trafficquelle gelöst haben….
Stellt euch mal vor, Google straft euch ab und Ihr müsst deshalb Mitarbeiter entlassen….

Aber es gibt noch deutlich mehr Möglichkeiten wie in diesem Artikel aufgezählt. Aber der Artikel ist trotzdem eine sehr gute Anregung mit der Problematik zu beschäftigen…

Holger am

Bequem ist Google wirklich. Aber alternative Traffic-Quellen sind definitiv auch wichtig. Gerade (sinnvolle) Kooperationen sind da sehr effektiv.