Tracking ohne Cookies in WordPress – so geht's

Cookies und Website-Tracking gehören für viele zusammen. Dabei gibt es mittlerweile einige Möglichkeiten, Besucherzahlen frei von Cookies zu sammeln. Ich erkläre euch heute, wie das speziell in WordPress gelingt.
 

Warum Tracking ohne Cookies Sinn ergibt? Das wird jeder, der einen Cookie-Consent-Manager auf seiner Website integriert hat, schnell beantworten können. Denn dadurch, dass jeder Besucher sich dazu entscheiden kann, keine Cookies zu setzen, werden weniger Besucher getrackt. Das ist jedoch nicht das Problem, sondern die „Dunkelziffer“ an nicht getrackten Besuchern. Es können 10 % sein, vielleicht aber auch 25 % oder 50 %. Durch die fehlende Messbarkeit lässt sich hier keine eindeutige Aussage treffen.

Hinzu kommt, dass ein Cookie-Consent-Manager wie eine Barriere wirken kann. Der sonst einfach erreichbare Content ist erst nach einer Entscheidung zu sehen. Ohne Cookies zu arbeiten würde aber bedeuten, auf den Cookie-Consent-Manager verzichten zu können.

Tracking ohne Cookies hat einige spannende Vorteile, wie ihr in den nächsten Zeilen erfahren werdet.

  1. Der Sinn von Tracking-Cookies
  2. Tools für das Tracking ohne Cookies in WordPress
    1. Minimales Tracking mit Statify 
    2. Dank Koko Analytics die wichtigsten Zahlen sehen 
    3. Umfangreiches Tracking mit etracker
  3. Das richtige Tracking für WordPress auswählen
    1. Hinweis zur Vergleichbarkeit von Besucherzahlen

Der Sinn von Tracking-Cookies

Bevor wir uns die Lösungen zum cookielosen Tracking anschauen, möchte ich euch erklären, worin eigentlich der Unterschied zum herkömmlichen Tracking liegt und welche Funktion Cookies erfüllen.

Cookies sind abgelegte Dateien im Browser eines Besuchers. Sie erfüllen unter anderem den Zweck, die Identifikation des Nutzers zu ermöglichen. Damit verbunden lassen sich dann verschiedenste Fragen rund um das Besucherverhalten beantworten, aber auch wichtige Funktionen (wie z. B. die Online-Bestellung oder ein Login im Kundencenter) sicherstellen. 

Cookies sind aber auch dann wichtig, wenn es um die Auswertung von Werbemaßnahmen geht. Schafft man es hier klar zu sagen, welcher Banner an welcher Stelle letztendlich zu wie vielen Verkäufen geführt hat, kann dieser weiter gebucht oder in Zukunft ignoriert werden.

Wichtig: Tracking ohne Cookies ist möglich, wird aber vermutlich nie so genau sein können, wie herkömmliches Tracking mit Cookies. Das liegt daran, dass beim cookielosen Tracking weniger eindeutige Identifikationen möglich sind. Dadurch werden einzelne Nutzer und Sitzungen ungenauer auseinandergehalten.

Tools für das Tracking ohne Cookies in WordPress

Nun aber zu den Tools, die in WordPress für ein cookiefreies Tracking genutzt werden können.

Minimales Tracking mit Statify
 

Statify ist ein Plugin für WordPress, mit dem ohne Cookies getrackt werden kann.

Diese Zahlen sehen Seitenbetreiber nach dem Login ins Backend.

Statify ist mit über 100.000 aktiven Installationen ein nicht unbekanntes Plugin. Es ist im offiziellen WordPress Plugin Verzeichnis zu finden. Somit könnt ihr es problemlos aus dem Backend unter "Plugins" herunterladen.

 

Nach der Einrichtung könnt ihr Statify individuell konfigurieren. Dabei bestimmt ihr u.a., über welchen Zeitraum die Daten gespeichert werden sollen, wie viele Einträge zu zeigen sind und ob Tracking via JavaScript erfolgt. Diese Option wird vor allem dann empfohlen, wenn AMP oder Caching eingesetzt werden.

 

Die Besucherzahlen findet ihr dann auf dem Dashboard, also direkt nach dem Login ins WordPress Backend.

 

Interessant ist in Statify die Möglichkeit, fürs Tracking Filter zu aktivieren. So könnt ihr einstellen, dass angemeldete Benutzer nicht getrackt werden sollen. Ebenso könnt ihr Besucher ignorieren, dessen Kommentare in der Blacklist liegen. Ergänzend dazu könnt ihr das Plugin Statify Blacklist installieren. Diese Erweiterung erlaubt es, bestimmte Referrer-Domains, einzelne Seiten oder gezielt IPs sowie Subnetze beim Tracking zu ignorieren.

Man kann in Statify individuell auswählen, für wen das Tracking ausgeschlossen werden soll.

Ein aus Datenschutzsicht interessantes Extra: Sämtliche Daten von Statify werden lokal in der Datenbank der Website gespeichert. Somit erfolgt keine Übertragung nach „draußen“.

Hinter Statify steht das „pluginkollektiv“, ein Team von mehreren WordPress Enthusiasten, die unter anderem an den bewährten und bekannten Plugins Antispam Bee, Cachify oder AntiVirus arbeiten. Ein gutes Zeichen dafür, dass Statify auch langfristig sauber und sicher entwickelt wird.

Dank Koko Analytics die wichtigsten Zahlen sehen 

Auch bei Koko Analytics handelt es sich um ein WordPress Plugin, das ohne Cookies funktionieren kann. Ich schreibe bewusst "kann", denn Koko Analytics bietet auch Tracking mit Cookies an. Um diese zu deaktivieren, müsst ihr in den Einstellungen die entsprechende Option einfach deaktivieren. Damit ist die Grundlage für cookiefreies Tracking geschaffen.

Cookies verwenden, um eindeutiger Besucher und Seitenaufrufe zu bestimmen.

Wie auch Statify speichert Koko Analytics alle Informationen in der Datenbank. Daraus ergibt sich, dass ihr in eurer Datenbank eine immer größer werdende Datei findet. In den Einstellungen des Plugins könnt ihr jedoch definieren, wie lange ihr Daten speichern möchtet. Bei einem Wert von z. B. „12 Monate“werden alle Daten, die älter als 12 Monate sind, gelöscht.

Daten werden nach einem selbst bestimmten Intervall gelöscht.

Ein nettes Extra: Ihr könnt gezielt einzelne Benutzerrollen vom Tracking ausschließen. Das ist spannend für manche WordPress Seiten, bei denen z. B. Besucher-Accounts für Foren, Onlineshops oder Ähnliches angelegt werden. Diese können mitgetrackt, während Administratoren und ähnliche Rollen ignoriert werden.

Bei Koko Analytics können Benutzerrollen vom Tracking ausgeschlossen werden.

Bei der Besucherübersicht findet ihr neben den Seitenaufrufen und Besuchern auch eine Liste mit den Top-Seiten und ihren jeweiligen Aufrufen sowie den wichtigsten Quellen.

Dashboard in WordPress

Koko Analytics erinnert von der Funktionsweise her an mehreren Stellen an Statify. In einem Vergleich von Vladimir Simović hatte dieser aber Koko Analytics u.a. aufgrund weniger Platzverbrauch in der Datenbank und mehr Funktionen den Vorrang gegeben. 

Mein Tipp: Installiert euch beide Plugins und schaut, welche Lösung euch eher zusagt.

Umfangreiches Tracking mit etracker

Wem die beiden Plugins nicht ausreichen, findet eine recht umfangreiche Lösung in etracker. Auch hier wird ohne Cookies gearbeitet. Doch können Cookies und damit ein noch komplexeres Tracking auf Wunsch aktiviert werden.

etracker ist in einigen Punkten anders als Statify oder Koko Analytics. So werden Daten nicht direkt in eurer Datenbank gespeichert, sondern auf etracker-Servern mit Standort Deutschland. Auch ist etracker nicht „nur“ ein Plugin, sondern ein komplett extern arbeitender Dienst. Damit ist es mit so ziemlich jedem Content Management System kompatibel. Für WordPress gibt es ein passendes Plugin. Dieses erleichtert die Installation. Den Luxus, die aktuellsten Besucherzahlen im Backend zu sehen, gibt es aber nicht. Hierfür müsstet ihr euch bei etracker einloggen.

Ein Blick in das Backend von etracker zeigt, dass die hier gesammelten Daten um einiges komplexer sind als die der beiden genannten Tools. Hier findet ihr nicht nur die aufgerufenen Seiten, sondern ebenso eine Übersicht zu Browsern, Betriebssystemen, Kampagnennamen, Bestellungen und mehr.

etracker ist mehr als ein Plugin und kann für alle CMS zum Trocken ohne Cookies genutzt werden.

Anders als Koko Analytics oder Statify ist etracker kostenpflichtig. Die monatlichen Kosten richten sich nach den sogenannten Tracking Requests. Hierbei handelt es sich um Berührungspunkte des Besuchers mit etracker. Oder anders gesagt: Jedes Mal, wenn etracker etwas aufzeichnet, wird hierfür ein Tracking Request in Anspruch genommen. Bei der günstigsten Variante mit monatlichen 100.000 Tracking Requests kostet das Tool 19 € monatlich.

Das richtige Tracking für WordPress auswählen

Für welches Tracking-Tool ihr euch entscheidet, hängt davon ab, was ihr mit den Daten vorhabt. Plant ihr umfangreiche Auswertungen von Kampagnen und wollt Customer-Journeys optimieren, werden Dienste wie Koko Analytics oder Statify nicht genügend Daten liefern. Hier könnte etracker oder ein ähnlicher Anbieter sinnvoll sein.

Wollt ihr Tracking, das "nur" sagen soll, was die beliebtesten Beiträge sind, woher die meisten Besucher kommen und wie viele Besucher durchschnittlich auf der Seite unterwegs sind, reichen Tools wie Statify oder Koko Analytics völlig aus. Ihre einfache Installation und kostenlose Nutzung sind ideal, um auch auf kleineren WordPress Seiten Platz zu finden.

Hinweis zur Vergleichbarkeit von Besucherzahlen

Ein abschließender Hinweis zur Vergleichbarkeit von Besucherzahlen: Die meisten Tools werden sich in ihrer Tracking-Logik in irgendeinem Punkt von anderen Tools unterscheiden. So ist es nur logisch, dass bei einem Vergleich zwischen den drei hier genannten Tools leicht differenzierte Zahlen zusammenkommen. Um sauber arbeiten zu können, empfehlen wir Besucherzahlen immer aus der gleichen Quelle zu beobachten. So kann man auch z .B. Vorjahresdaten sinnvoll mit aktuellen Zahlen vergleichen.

Ihr habt weitere Lösungen für cookiefreies Tracking in WordPress? Berichtet gerne von euren Best-Practices in den Kommentaren!

Kommentare

  1. Drela Webdesign am
    Vielen Dank für den informativen Artikel. Der Abschnitt "Tools für das Tracking ohne Cookies in WordPress" ist ein echter Geheimtipp, da uns das Problem schon längere Zeit beschäftigt im Zuge der DSGVO.
    Antworten

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