Neos: Die größten Änderungen der letzten Jahre

Das Jahr neigt sich dem Ende und bei uns in der Agentur fragen sich alle: „Wo ist denn schon wieder die Zeit geblieben?“. Mit diesem Gedanken sind wir wahrscheinlich nicht die einzigen. Gerade im Neos Umfeld passierte in den letzten Jahren – und auch diese Woche wieder – so einiges, was einen die Zeit auch mal vergessen lässt. Passend zu Weihnachten brachte Neos jetzt das 300ste Release mit Neos 5.1 raus. Herzlichen Glückwunsch dazu! Ich nehme dies zum Anlass und berichte euch heute über die großen Änderungen und Neuerungen rund um Neos.
 

Neos – ist das nicht TYPO3?

Die für Außenstehende wohl größte Änderung der letzten Jahre ist der Name und die Zugehörigkeit des Neos Projekts zur TYPO3 Community. 2006 mit dem Ziel, TYPO3 in der Version 5.0 komplett zu überarbeiten, gestartet, entwickelte sich das Projekt schnell weg von den ursprünglichen TYPO3 Code-Strukturen. Neos wurde auf dem extra dafür entwickelten Flow-Framework (damals noch FLOW3) technisch komplett eigenständig und unabhängig von TYPO3. Daher erfolgte 2012 die erste namentliche Änderung: Es gab das „TYPO3 CMS“ und das neue „TYPO3 Neos. 2015 trennten sich die Wege vollständig. Die TYPO3 Association und das Neos Team gaben bekannt, dass Neos nicht länger unter dem Namen TYPO3 geführt wird. Das Entwickler-Team trennte sich von TYPO3 und wurde eigenständig. Dabei entstand der heutige Name „Neos“ und das darunterliegende Framework „NEOS Flow“.

Neos Releases – von 2015 bis 2023.

Längerer Support durch LTS-Versionen

Im Jahr nach der Trennung von TYPO3 erschien 2016 mit Version 2.3 die erste LTS-Version von Neos. Seitdem gibt es alle anderthalb Jahre eine neue Version mit Long-Term-Support. Die LTS-Versionen werden bei Neos dann immer drei Jahre lang mit Bugfixes und kleineren Änderungen versorgt. Ein weiteres Jahr folgen sicherheitsrelevante Updates.
Seit dieser Änderung ist Neos auch für viele größere Unternehmen interessant, die auf langfristig geplante Updates setzen. In Beratungsgesprächen ist gerade das für viele Unternehmen sehr wichtig.

Namespace-Änderung in 2017

Trotz der Namensänderung und der damit offiziellen Trennung vom TYPO3 Projekt blieb der Name TYPO3 im Namespace des Programmcodes noch weitere zwei Jahre vorhanden. Anfang 2017 entschied sich das Core-Team, auch die Namensänderung im Code durchzuführen. Mit der Version 3.0 wurde der Namespace „TYPO3.Neos“ zu „Neos.Neos“ und „TYPO3.Flow“ zu „Neos.Flow“. 
Jeder Entwickler wird jetzt vermutlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. So eine Namespace-Änderung betrifft schließlich auch alle entwickelten Add-Ons und die ganzen Webseiten. Nicht so bei Neos. Durch die Struktur von Flow und Neos ist die Migration der Datenbankeinträge noch nie ein Problem gewesen. Man muss nur ein Befehl via SSH ausführen und schon ist es erledigt. Außerdem haben die Entwickler direkt ein Script mitgeliefert, das den kompletten eigenen Code durchsucht, alle Namespaces anpasst und direkt einen GIT-Commit erstellt. Einfacher geht das Update nun wirklich nicht. :-)

Das neue Backend ist da!

Wer Neos seit Anfang an verfolgt, kennt auch das typische Backend des Content Management Systems. Rein optisch hat sich hier über die Jahre nicht besonders viel getan. Der Seitenbaum ist noch immer an der gewohnten Stelle, das bewährte Inline-Editing nimmt den Hauptteil der Oberfläche ein und der Inspector bietet wie gewohnt die Möglichkeit, detailliert die Eigenschaften der Content-Elemente und Seiten zu bearbeiten.

Dennoch hat sich im Hintergrund so einiges getan. Gestartet ist Neos mit einer fest im Core verdrahteten Oberfläche auf Basis von Ember.JS. Diese wurde mit wachsendem Funktionsumfang immer träger und bot Agenturen nicht die optimalen Bedingungen, eigene Funktionalitäten zu implementieren. Parallel dazu entwickelte sich Reactimmer mehr zu einer der beliebtesten Bibliothek im Bereich User-Interfaces.
Somit startete ein kleines Team damit, eine komplett eigenständige Oberfläche auf Basis von React zu entwickeln. Diese ist deutlich performanter, nutzt aktuellere Techniken und lässt sich durch Entwickler einfacher erweitern.

Das neue Neos Backend.

 

Bereits in der Neos Version 3.3 bestand so das erste Mal die Möglichkeit, die neue Oberfläche in einer stabilen Variante zu benutzen. 
Mit Neos 4.0 wurde die neue React-UI dann zum Standard für neue Neos Installationen. Nutzer bestehender Webseiten konnten zwar noch auf die alte Variante zurückgreifen, was ich jedoch nicht empfehlen würde. 
In der kürzlich veröffentlichten Version 5.0 wurde die alte Oberfläche nun komplett entfernt. Spätestens bis zu diesem Update sollten Entwickler ihre Erweiterungen auf React angepasst haben. Welche Änderungen in der neusten Version 5.1 auf euch warten, erfahrt ihr hier.

Fusion statt Fluid

Wie auch TYPO3 verwendete Neos lange Zeit "Fluid" als primäre Template-Engine für die HTML-Generierung. Mit wachsenden Ansprüchen an Neos als Content-Application-Plattform kam Fluid irgendwann an seine Grenzen. Denn vor allem, was die Wiederverwendbarkeit einzelner Content-Elemente betrifft, zeigte sich nach und nach die ein oder andere Schwäche in Kombination mit Neos. So rückte das Neos eigene „Fusion“ immer mehr in den Vordergrund. Es belieferte nicht mehr nur Fluid mit Daten, inzwischen sorgt es in Kombination mit „Fusion Afx“ für das Rendering. Zwar kann Fluid noch in Neos verwendet werden, die Empfehlung geht aber zu Fusion Afx
Der Einstieg in Fusion und Afx erfordert zwar eine etwas steilere Lernkurve, lohnt sich wegen der Wiederverwendbarkeit aber besonders für Agenturen. Die kürzlich überarbeiteten Tutorials machen den Einstieg zusätzlich einfacher.

Verbesserte SEO-Tools & Media-Management

Durch die immer stärker wachsende Community wurde der Wunsch nach besseren SEO-Konfigurationen und einer einfacheren Verwaltung von Fotos und Bildern auch immer größer. So kamen 2018 mit der Version 4.2 einige Optimierungen im Bereich SEO dazu. Außerdem wurde die Medienverwaltung deutlich optimiert. Nun können externe Cloud-Dienste wie z. B. Google Drive oder Stock-Image-Portale wie Unsplash oder Pexels einfach eingebunden und Medien direkt in Neos geladen und bearbeitet werden.

Fazit

Meiner Meinung nach hat sich Neos in den letzten Jahren sehr stark entwickelt. Das allgemeine Interesse – auch bei großen Unternehmen – wird immer größer. Inzwischen melden sich viele Unternehmen bei uns und fragen explizit nach einer Neos Webseite. Durch die erwähnten Änderungen der letzten Jahre platziert sich Neos immer näher an den großen und etablierten Content Management Systemen wie TYPO3, Drupal oder WordPress. Besonders durch die einfache Handhabung seitens der Redakteure punktet Neos auf voller Linie. Aber auch viele Entwickler verlieben sich schnell in das System, haben sie erst mal damit gearbeitet. 


Wer gerne in Neos einsteigen möchte, sollte sich auf jeden Fall die neue Dokumentation unter https://docs.neos.io anschauen und dem offiziellen Slack-Channel bzw. dem Forum beitreten. „Anfänger-Fragen“ sind hier jederzeit willkommen!

Außerdem lohnt sich ein Besuch auf der jährlich stattfindenden Neos Conference. Neben vielen Themen für Einsteiger und Fortgeschrittene sind jedes Jahr auch Größen aus anderen Bereichen der Webentwicklung vertreten und berichten über aktuelle Techniken bzw. Methoden.

Nutzt ihr eigentlich Neos oder welches ist euer meist genutztes CMS? Schreibt es uns gerne in den Kommentaren.

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