Zielgruppenorientiert schreiben – den Leser erreichen

Zielgruppenorientiert schreiben – den Leser erreichen

Egal welche Art von Text ihr schreibt – ob für Blog, Artikel, Flyer oder Website – ihr solltet nie aus den Augen verlieren, für wen ihr schreibt. Es geht nicht nur darum, einen perfekten Text mit schwungvollen Formulierungen und korrekter Schreibweise abzuliefern, sondern vielmehr darum, etwas beim Leserzu bewegen. Denn was nützt das ganze Geschwafel, wenn niemand es lesen will? ;)

  1. Die Zielgruppe
  2. Der Inhalt
  3. Leserfreundlichkeit – Dos and Don’ts
  4. Die Kür
    1. Quellen:

Die Zielgruppe

Daher ist es wichtig, sich vor dem Schreiben eines Textes mit der Zielgruppe auseinanderzusetzen. Dabei könnt ihr euch beispielsweise folgende Fragen stellen: Welche Altersgruppe möchte ich ansprechen? Sind es hauptsächlich Männer oder Frauen? Um welche berufliche Gruppierung handelt es sich? Sind es Laien oder Experten, die ich erreichen möchte? Was sind die Interessen der Leserschaft? Nachdem ihr für euch diese Fragen beantwortet habt, könnt ihr euch ans Schreiben machen. Im zweiten Schritt – während des Schreibens – versucht, euch in die Perspektive eurer Zielgruppe hineinzuversetzen. Wie würden eure Leser die Thematik beschreiben? Welche Wortwahl würden sie treffen? Sind Fremdwörter und Fachbegriffe angebracht?

Der Inhalt

Neben der Leserschaft solltet ihr aber nicht den Inhalt und die Botschaft eures Textes vernachlässigen. Stellt euch daher beim Schreiben auch immer wieder die Frage: Was will ich mit meinem Text erreichen und was sind meine Ziele? (Z. B. ausführlich informieren, indem ihr besonders anschaulich schreibt.)

Leserfreundlichkeit – Dos and Don’ts

Hab ihr diesen Schritt gemeistert, geht es an den Feinschliff: Die Formulierung. Auch hier gibt es einige Kniffe, mit deren Hilfe Texte sich besser und leichter lesen lassen. Beachtet den Aufbaueures Textes. Die wichtigsten Informationen und Schlagworte sollten auch an erster Stelle stehen, damit der Leser weiß, worum es geht. Dies ist besonders auf Websites von großer Bedeutung, denn Eye Tracking-Studien haben ergeben, dass Leser Texte im Internet nicht sofort ausführlich von links nach rechts und von oben nach unten lesen, sondern zunächst auf den Beginn der Abschnitte achten und erst danach entscheiden, ob es sich lohnt, den ganzen Text zu lesen. Dazu könnt ihr euch beim Schreiben am AIDA Modell orientieren, wenn ihr z.B. einen Werbetext schreiben wollt:

A ttention
I nterest
D esire
A ction

Mit dem Einstieg soll die Aufmerksamkeit des Lesers geweckt werden, der Anfang muss ihn animieren, weiterzulesen und Interesse für das Thema wecken. Versucht, mit eurem Text einen Wunsch (z. B. nach eurem Produkt) beim Leser zu erzeugen und fordert ihn am Schluss zur entsprechenden Handlung auf. Aber Achtung: Dieses Modell ist nicht für jede Textsorte geeignet. Ohnehin ist der Aufbau des Textes zwar wichtig, aber in erster Linie für den Schreiber, nicht für den Leser. Ihr solltet euch also bei längeren Texten vorher Gedanken über den Aufbau machen, einen roten Faden entwickeln. So fällt das Schreiben leichter und auch die Leserfreundlichkeit wird gestärkt.

Die Kür

  • Gebt eurem Text eine Struktur: Durch Zwischenüberschriften, Absätze oder Aufzählungen (z. B. mit Spiegelstrichen). Das macht den Text übersichtlicher. Dies funktioniert auch innerhalb der Abschnitte durch Aufschlüsseln der einzelnen Sätze: Öfter mal einen Punkt setzen. Oder einen Doppelpunkt, wenn z. B. Erklärungen oder Aufzählungen folgen.
  • Drückt euch so klar und präzise wie möglich aus, niemand will nur leere Worthülsen lesen (z. B. Einrichtungsgegenstände: Stühle, Tische, Sessel). Meistens sagen diese Phrasen nichts Konkretes aus. Es ist wichtig, dass der Leser versteht, was ihr meint. Wenn ihr also Verallgemeinerungen, Metaphern oder Phrasen verwenden wollt, achtet darauf, dass diese einen tieferen Sinn haben, den der Leser erkennen kann.
  • Denn bei der schriftlichen Kommunikation kann der „Gesprächspartner“ nicht nachfragen. Es ist also wichtig, dass ihr alles in euren Text aufnehmt, was zum Verstehen des Inhalts notwendig ist. Aber Achtung: Manchmal ist weniger auch mehr. Achtet darauf, dass ihr keine überflüssigen Informationen in euren Text einbaut. Vermeidet Schachtelsätze, jeder Satz sollte nur eine Hauptaussage enthalten.
  • Verwendet positive Formulierungen anstatt Negationen, das macht den Text freundlicher und verständlicher.
  • Schreibt lebendig und aktiv. Im Gegensatz zur Wissenschaftssprache solltet ihr bei „normalen“ Texten darauf achten, Substantivierungen und Passivkonstruktionen zu vermeiden. Es stellt sich sonst insbesondere bei der Passivkonstruktion mit „es“ die Frage: Wer ist „es“? In diesem Fall: Ich. Eine Passivkonstruktion ist nur dann sinnvoll, wenn der Handelnde in den Hintergrund treten soll und die Handlung an sich vordergründig ist. Aktiv schreiben heißt auch, den Leser direkt anzusprechen (dabei auf Formulierungen wie „ich möchte mich bedanken“ verzichten. Lieber: „Ich bedanke mich“).

Über all diesen Tipps steht aber noch eine, womöglich die wichtigste Regel: Der erste Entwurf muss nicht perfekt sein! Schreiben ist ein Prozess, in dem man immer wieder Überarbeitungsschleifen einführen kann und sollte. Dabei könnt ihr euch an den oben genannten Tipps orientieren. Prüft euren Text, ob er verständlich für die Zielgruppe geschrieben ist, ob er einem logischen Aufbau folgt und ob er sprachlich angemessen ist. Dann kann nichts mehr schief gehen ;)

 

Quellen:

Schlote, Axel (2004):Treffsicher texten. Briefe, Reden und andere Texte lebendig und stilvoll formulieren. Beltz: Weinheim/Basel

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