Blog Reihe Kommunikation: Grundlagen

Blog Reihe Kommunikation: Grundlagen der Kommunikation

Heute geht es im Blog um die Grundlagen der Kommunikation. Wenn wir mit jemandem kommunizieren, wird das Gesagte in unserem Kopf gefiltert. Was es mit diesem Filter auf sich hat und was es zu beachten gilt, erfahrt ihr heute im Blog. Außerdem gibt es ein paar Beispiele aus dem Alltag.

  1. Individuelle Filter
  2. Denkmuster
  3. Sprachliche Filter
  4. Wahrnehmung und Kommunikation
  5. Empfehlungen

Die eigene Wahrnehmung entspricht nicht unbedingt der ‚Wirklichkeit‘. Das heißt aber nicht, dass wir absichtlich lügen. Denn es geht bei der eigenen Wahrnehmung nicht um richtig oder falsch, jede Wahrnehmung hat ihre Daseinsberechtigung. Jeder nimmt die Dinge anders wahr und dadurch kommt es schnell zu Missverständnissen. Schuld daran sind verschiedene Filter und Muster. Wenn wir über diese Bescheid wissen, können wir Missverständnisse schneller aufklären und vermeiden.

Individuelle Filter

Wir können nicht alles wahrnehmen, daher filtern wir automatisch die Informationen. Allerdings nutzen wir nicht alle dieselben, sondern individuelle Filter. Diese entstehen z. B. aus Interessen, Vorurteilen, Erwartungen, Relevanz, Überzeugung oder auch Erfahrungen.

Wenn wir die Informationen selektiert haben, geben wir diese weiter. Für uns sind das genau die richtigen Informationen. Für eine andere Person, die genau dasselbe sieht, können ganz andere Dinge relevant sein. Wir haben beide Recht – in unseren Augen.

Beispiel aus dem Alltag

Ihr habt ein Kundenbriefing. Der Kunde, der euch brieft, hat bereits zuvor mit euch zusammen gearbeitet. Beim letzten Projekt ist einiges schief gelaufen, da der Kunde sich immer wieder neu entschieden hat und sich selbst nicht sicher war, was er eigentlich wollte. Nun geht es um ein neues Projekt. Bei dem Briefing stellt sich heraus, dass der Kunde sich wieder selbst widerspricht. Nach dem Briefing regt sich ein Kollege auf, der schon beim letzten Mal dabei war. Seine Reaktion beruht auf seinen Erfahrungen von der letzten Zusammenarbeit mit diesem Kunden. Ein neuer Kollege, der noch nicht lange in der Agentur ist, empfindet die Situation noch nicht als schlimm.

Hier wird deutlich, Kollege 1 filtert die Aussagen des Kunden mit seinen individuellen Filtern. Dadurch entsteht bei ihm seine Wirklichkeit: „Der Kunde weiß wieder nicht, was er will. Es wird genauso ausgehen wie beim letzten Mal.“ Bei Kollege 2 wird das Briefing anders gefiltert. Dieser freut sich auf die Herausforderung und den Freiraum, den er vom Kunden bekommen hat.

Denkmuster

Bei dem Denkmuster geht es darum, dass wir das sehen, was wir immer sehen. Wir sehen das, was uns aktuell beschäftigt.

Beispiel aus dem Alltag

Eine Freundin bittet euch, sie in die Stadt zu begleiten. Sie braucht dringend ;) ein neues Paar Schuhe. Sie nimmt in der Stadt nur die Schuhgeschäfte wahr. Ihr hingegen habt Hunger und registriert nur alle Möglichkeiten, euch etwas zu essen zu kaufen.

Hier wird deutlich, dass unser Denkmuster von unseren Bedürfnissen gesteuert wird.

Sprachliche Filter

Dann gibt es noch die sprachlichen Filter. Hierbei kommunizieren wir mit unvollständigen Aussagen. Das heißt, wir lassen Informationen weg, weil wir sie voraussetzen. Es gibt drei sprachliche Filter:

Tilgung:

Reduzieren der Informationen: Es fehlen z. B. Teilaspekte der Aussage.

Beispiel aus dem Alltag:

„Der neue Projektleiter ist viel besser.“ Inwiefern ist er besser? Besser als wer?

Generalisierung:

Verallgemeinern der Informationen: Einzelne Informationen werden als Regelfall dargestellt.

Beispiel aus dem Alltag:

„Es geht doch immer nur um die Kosten.“ Wirklich immer? Und nur um die Kosten? Geht es um nichts anderes?

Verzerrung:

Verzerren von Sachverhalten, Vorannahmen, Ursache-Wirkungs-Beziehungen, Gedanken lesen.

Beispiel aus dem Alltag:

„Endlich machen wir Fortschritte im Projekt“ Vorher nicht? Hier steht dann eine Vorannahme als Behauptung im Raum, da diese vorher nicht klargestellt wurde.

Sprachliche Filter führen zu unvollständigen Aussagen. Um Missverständnisse zu vermeiden, solltet ihr klare Hintergrundinformationen geben und konkrete Erfahrungen mitteilen. Vorannahmen sollten ebenfalls mitgeteilt werden und auch Nachfragen solltet ihr stellen, um die Gefahren der sprachlichen Filter zu umgehen.

Wahrnehmung und Kommunikation

Durch diese Filter bekommen wir ein individuelles Bild der Wirklichkeit. Für uns erscheint es als die Realität. Das Problem hierbei ist, dass wir unsere individuelle Wirklichkeits-Konstruktion mit der Realität verwechseln. Dadurch kann es zu Konflikten kommen; wenn unser Gegenüber z. B. die gleiche Situation anders in Erinnerung hat, weil er ein anderes individuelles Bild der Vergangenheit hat. Hier ist es wichtig, nicht darüber in Streit zu geraten, wer nun Recht hat. Denn beide haben innerhalb ihrer Filter ein Stück weit Recht. Wir werden nie in der Lage sein, alle unsere Filter abzuschalten, eine vollständge Objetivität ist somit nicht möglich. Aber wir können lernen, unsere Verhaltensmuster zu reflektieren und damit den Einfluss der Filter minimieren. So können wir mit unserem Gegenüber leichter einen Konsens finden, da sich beide besser an die objektive Wirklichkeit annähern.

Empfehlungen

Konflikte und Missverständnisse können wir nicht immer vermeiden, aber wir können versuchen, sie gering zu halten. Wenn ein Konflikt entstanden ist, dann können wir versuchen, unsere eigenen Filter auszublenden und die Wahrnehmung des anderen zu erkennen, um die Hintergründe für seine Einstellung zu erfahren und ihn so besser zu verstehen.

Wir sollten nicht nur unsere eigene Meinung bzw. unser eigenes individuelles Bild der Wirklichkeit als richtig ansehen. Die eigene Wahrnehmung sollte nicht mit der Realität verwechselt werden.

Wir sollten nicht auf die Vervollständigung des Satzes von unserem Gegenüber hoffen, sondern ihm die kompletten Informationen geben, um Missverständnissen aus dem Weg zu gehen.

wolke
Welche individuellen Filter konntet ihr bei euch selbst schon feststellen und wie geht ihr mit ihnen um?

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