Rezension: "Besser fix als fertig"

Während man mit einem Kunden telefoniert, bereitet man sich gedanklich schon auf den nächsten Termin vor und macht sich Notizen. Zugleich erscheint eine E-Mail auf dem Bildschirm. Diese muss natürlich auch noch „kurz“ beantwortet werden. Legt man auf, schaut man auf den Bildschirm, auf dem mehrere Fenster verschiedener Anwendungen offen sind und weiß gar nicht mehr, was man jetzt eigentlich machen wollte. Wer kennt dieses Szenario nicht? Doch sind wir wirklich multitaskingfähig?

Multitasking – Eine Scheinrealität

Warum sind wir nicht mehr in der Lage, richtig zuzuhören? Warum stellen wir unser Tun nach einem harten Arbeitstag infrage? Die Antworten auf diese und weitere Fragen gibt der Hirnforscher Dr. Bernd Hufnagl in seinem Buch „Besser fix als fertig“. Ich habe es mir als Hörbuch angehört und kann es nur weiterempfehlen.

Bernd Hufnagl beschreibt in seinem Buch auf eine witzige und verständliche Art und Weise, wie unser Verstand arbeitet und wie unsere Emotionen Entscheidungen beeinflussen. Außerdem geht er darauf ein, welche Auswirkungen permanente Ablenkung auf uns hat. Der Neurobiologe behauptet, dass wir zu ungeduldig seien. Wir würden Arbeiten zu schnell erledigen wollen. Würden versuchen, alles gleichzeitig zu tun. Nicht mal mehr lesen oder zuhören könnten wir gut. Er spricht hierbei vom „executive reading undlistening“ ­– wir hören einem Menschen nicht zu Ende zu, weil wir meinen, die Antwort schon zu kennen.  

Alles gleichzeitig tun – „Multitasking“ nennen wir das. Und ja, wir betreiben täglich Multitasking. Aber nicht so, wie ihr denkt. Das eigentliche Multitasking besteht zum Beispiel darin, dass wir gehen und zugleich sprechen. Mehrere Aufgaben gleichzeitig erledigen, das geht laut Hufnagl nicht. Wir tun diese Dinge hintereinander.

Doch dieses Gefühl, alles gleichzeitig zu tun bzw. tun zu müssen, macht uns müde. Vielmehr führt es zu erhöhter Unaufmerksamkeit. Ihr kennt das bestimmt auch: Jemand erzählt euch etwas und ihr tut quasi so, als würdet ihr dieser Person zuhören, doch eigentlich denkt ihr an etwas ganz anderes. Ein Indiz dafür, dass diese gesamte Reizüberflutung zum Problem wird.

Was habe ich heute eigentlich geschafft?

Der Drang, alles gleichzeitig tun zu müssen, resultiert daraus, dass wir heutzutage alles schnell fertig haben wollen. Zugleich fragen wir uns nach einem anstrengenden Arbeitstag: „Was habe ich heute eigentlich geschafft?“. Wir bekommen nicht das Gefühl, dass wir viel geleistet haben. Das muss sich aus Sicht von Bernd Hufnagl ändern. Was dabei helfen könnte, sei ein Erfolgstagebuch. Schreibt euch jeden Abend eure noch so kleinsten Erfolge auf. So werdet ihr euch darüber bewusst, was ihr wirklich geschafft habt.

Denn genau darum geht’s: Wir müssen bewusster handeln und achtsamer sein. Beispielsweise sollten wir Störungen auf der Arbeit weitestgehend vermeiden. Störungen in Form eines vor mir liegenden Handys, auf das ich alle 11 Minuten gucke, weil es vielleicht klingelt oder eine Nachricht erscheint, obwohl das gar nicht der Fall ist. Ja, laut Hufnagl würden wir tatsächlich durchschnittlich alle 11 Minuten eine Störung in jeglicher Form erwarten.

Das sind nur drei von viele verschiedenen Beispielen, die der Neurobiologe in seinem Buch beschreibt. Er geht dabei zwar auf die neuronalen Zusammenhänge ein, doch erklärt er diese sehr anschaulich und gut vorstellbar.

Fazit

Meine Erkenntnis aus dem Buch: Wir sollten aufhören, alles schnell erledigen zu wollen und sollten uns selbst ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen. Nur so können wir zu einem entspannten Arbeiten finden. Wir müssen viel achtsamer sein und manche Dinge viel bewusster tun – oder eben auch nicht tun.

Verlosung

„Besser fix als fertig“ ist im Molden Verlag erschienen und kostet 22,99 Euro. Hier im Blog habt ihr jetzt die Gelegenheit, eines von drei Büchern zu gewinnen! Was ihr dafür tun müsst? Schreibt uns in die Kommentare, warum euch das Thema interessiert. 

Mit(t)machen könnt ihr bis zum 12. September 2019 um 12 Uhr. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück!

Kommentare

  1. Sonja am
    Ich finde es ein interessantes Thema und würde gerne persönlich mehr darüber erfahren.
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  2. Chris am
    Hallo,

    Das Thema interessiert mich sehr. Der Stress im Alltag nimmt doch ganz schön überhand...
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  3. Janie am
    Ich kann genau das alles nachvollziehen und erwische mich auch oft dabei, das ich anderen nicht zuhöre, da ich schon an die nächste Aufgabe denke. Ich würde gern an mir arbeiten mithilfe dieses Buches! Danke :)
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  4. Corinna am
    Hallo,
    deine Erkenntnis aus dem Buch ist das, was mich interessiert.
    Weniger Geschwindigkeit und mehr Achtsamkeit und manches einfach sein lassen.
    LG Corinna
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  5. Martina L. am
    Ich finde das Thema interessant. Im Alltag hat man immer so viel um die Ohren
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  6. Victoria am
    Psychologie ist super interessant
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  7. Jentine am
    in sehr interessantes Buch, möchte ich sehr gerne gewinnen
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  8. Isidor am
    Das ist was für mich, sehr interessantes Thema !!!
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  9. Norbert Wild am
    Ich möchte das Buch gewinnen weil ich lernen möchte mich besser zu verstehen, mich besser im Beruf einzubrinhgen, und glaubwürdiger für mein Gegenüber zu werden
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  10. Renate Busch am
    Ein schweres und komplexes Thema, was sehr interessant ist.
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  11. Barbara am
    vielleicht schaffe ich so mal, alles in Ruhe zu erledigen und nicht immer in meiner Eile Chaos zu hinterlassen :D
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  12. Walli am
    Psychologie interessiert mich.
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  13. Vanessa am
    Die Psychologie des Menschen hat mich schon immer interessiert :-)
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  14. Dominik Z. am
    Ich denke auch, dass Emotionen und Eigenheiten uns vereinnahmen. Da hat der Verstand kaum eine Chance.
    In diesem Sinne: Die Freude wäre groß.
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  15. Paulina am
    Hirnforschung und Psychologie sind neben meiner eigentlich Passion "Webentwicklung" die Themen, die mich am meisten interessieren.
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  16. Paul S. am
    Das Hirn ist wie ein unheimlich Komplexer Rechner. Ab und zu sollte man mal ein Funktionshandbuch dazu in die Hand nehmen. Ich habe schon einiges zum Thema gelesen und möchte das natürlich gerne weiter vertiefen.
    Außerdem will ich es meinen ach so abgehetzten Kollegen auf den Schreibtisch legen, wenn sie wieder 0 von 10 Treffer landen und gar nicht wissen wieso ;)
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  17. Dennis K. am
    Ich interessiere mich sehr für dieses Buch, da ich immer wieder in Diskussionen verwickelt werde, daß Männer oder Frauen die Einzigen seien, die wirklich Multitasking beherrschen. Persönlich vertrete ich die Meinung, daß es effizienter ist, Dinge nacheinander statt parallel zu erledigen. Diese Ansicht würde ich sehr gerne anhand dieses Buches mit Hintergrundwissen überprüfen.
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  18. K. Christoph am
    Warum das Buch ?
    Ich möchte den Rest meines Lebens noch etwas breitbandiger, intensiver wahrnehmen.
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