CommunityCamp 2021: Interview mit Organisator Frank Feldmann

Hallo Frank! Stell dich und das CommunityCamp doch einmal kurz unseren Lesern vor.

Ich bin der Frank und meine drei Hashtags sind #CommunityCampOrgaTeam #MitAbstandAufAugenhöhe #IrgendwasIstImmer. Und ich habe das große Glück, gemeinsam mit Vivian Pein alljährlich das Klassentreffen der Community- und Social Media Manager organisieren zu dürfen. 

Gegenstand unseres Themenbarcamps sind alle Fragen rund um das technologisch geprägte, vor allem aber sozial bedeutsame Beziehungsgeflecht, das zwischen Plattformbetreibern und sozialen Netzwerken sowie zwischen den einzelnen Netzwerkmitgliedern untereinander besteht. Schwerpunkte sind dabei die Themen Community Management und damit auch Social Media Management, Social Networks und die Frage wie Unternehmen das Potential ihrer „Online Community“ am besten nutzen können. 
Im Mittelpunkt des #ccb21 stehen auch 14 Jahre nach dem ersten Camp Aspekte wie Besucherbindung, User-Loyalität, Community Affinität, Community Building, Community Metrics & Management, Mitgliederaktivität, Identifikationsgrade, Einhörner, Verlustängste, Verteidigungsbereitschaft, Cat-Content, Unternehmenskritik, Zensur, Monitoring, Berufsbilder, Datenschutz etc. Ein bunter Blumenstrauß. So bunt wie das Leben eines Community- und Social Media Managers. So bunt, wie der Regenbogen auf unserem Veranstaltungsplakat.  

Es ist bereits das 14. CommunityCamp, das du mitorganisierst. Aus welchem Grund hast du damals damit angefangen und was motiviert dich, dies weiterhin zu tun?

Diese Geschichte erzähle ich immer wieder gern. Prof. Dr. Kai-Uwe Hellmann, der sich 2007 sehr intensiv mit Brand Community Forschung beschäftigte, hat bereits sehr früh antizipiert, dass Community Management im grundlegenden Wandel von Kommunikation und Dialog in unserer Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnen wird und regte an, sich auf einem Barcamp zu diesem Thema auszutauschen. Vivian und ich wollten diese Veränderung von Anfang an mit begleiten, waren bereits damals vom Barcamp-Format begeistert und so nahm alles seinen Lauf. 

Als wir 2008 das erste CommunityCamp organisierten, hatte wohl kaum einer von uns eine klare Vorstellung, wohin die Reise geht. Es herrschte eine spannende Aufbruchsstimmung. Die Entdeckung einer neuen Welt wartete auf uns. Facebook war gerade ein halbes Jahr in Deutschland online und den Social Media Manager gab es noch gar nicht. Jeder weiß, wie sich Communitys und Social Media seitdem entwickelt haben und wir begleiteten diese dynamische Entwicklung in den letzten zehn Jahren nachhaltig mit. Die Themen haben bis heute nicht an Relevanz verloren. 

Plattformen und Formate verändern und entwickeln sich und damit auch Anforderungen und Skills derer, die damit arbeiten. Der Wunsch sich darüber auszutauschen, Wissen zu teilen und zu netzwerken ist ungebrochen. Solange dies so ist und mir signalisiert wird, dass ein CommunityCamp gewünscht ist, begleite und gestalte ich den Prozess gern weiter mit. Das CommunityCamp ist längst ein Herzensprojekt.  

Das CommunityCamp soll Barcamp, Open-Air, Festival, Livestream und (Un)Konferenz zugleich sein. Wie schafft ihr es all diesen Ansprüchen gerecht zu werden?

Ach, eigentlich ist das CommunityCamp schon immer all das. Es ist dieser besondere Spirit, der maßgeblich zur Legendenbildung rund um das Camp beigetragen hat. Der Termin im Sommer − seit drei Jahren findet das CommunityCamp nicht mehr im Oktober, sondern im August statt − und die neue Location mit ihrem wunderbaren Innenhof ermöglichen uns ein paar neue Elemente auszuprobieren. Wir müssen eigentlich gar nicht viel dazu tun. Es treffen sich halt fantastische Leute, die den Raum, den wir bieten gern besetzen und für sich nutzen. Der Rest kommt fast von allein. 

Auch in diesem Jahr besonders ist der hybride Charakter des #ccb21. Wir werden die sogenannten „Leuchtturm-Sessions“ live aus dem Plenum streamen. Zusätzlich setzt unser Partner Conversario ein Slack auf, in dem das Session-Board gespiegelt wird. Alle die nicht vor Ort dabei sein können haben so die Gelegenheit, einerseits die Sessions im Stream zu verfolgen und andererseits, sich über die Slack-Kanäle zu den einzelnen Sessions auszutauschen. Wir sind sehr gespannt, wie dieses Angebot angenommen wird.  

(Foto: Andreas Domma)

Die Teilnehmerzahl muss auch in diesem Jahr auf 70 Personen begrenzt werden, ihr veranstaltet also außerdem Livestreams. Lässt sich die Atmosphäre oder der Geist des Events gut ins Digitale übersetzen oder findest du das eher schwierig?

Wir haben uns schon im letzten Jahr bewusst dafür entschieden, dass Camp nicht ausschließlich digital zu veranstalten, sollte es die Möglichkeit geben, sich offline zu treffen. Auch wenn das mit Einschränkungen verbunden ist. Das CommunityCamp wird maßgeblich von der Art und Weise geprägt, wie wir uns dort begegnen. Diese Art und Weise hat ja letztendlich überhaupt erst zur Ausprägung dieses Veranstaltungsformats geführt. 

Das letztjährige CommunityCamp hat ganz wunderbar funktioniert. Alle haben füreinander Verantwortung übernommen und waren achtsam. Was dem Gedanken der Selbstorganisation und Selbstverantwortung eines Barcamps absolut entspricht. Diese Erfahrung hat uns darin bestärkt, es auch dieses Jahr in Präsenz zu versuchen. Gerade eben auch, da man den von dir nachgefragten „Geist des Barcamps“ imho nicht digitalisieren kann. Natürlich ist es möglich Online-Barcamps erfolgreich durchführen, wie ihr aus der Erfahrung mit dem WelcomeCamp – die machen das ganz großartig – oder euren eigenen Online-Barcamps selbst wisst. Insbesondere der Wissenstransfer, der partizipative Ansatz und der Austausch auf Augenhöhe lassen sich zufriedenstellend digitalisieren. Allerdings ist das schon eine andere Erlebniswelt. Und gerade dieses „sich erleben“ ist für unsere Community wesentlich. Wir sind sehr froh, wenigstens einer kleinen Gruppe anbieten zu können, sich direkt in die Augen zu schauen und trotz Abstand Nähe und Gemeinschaft zu spüren.  

Welche spannenden Themen kommen in diesem Jahr auf die Teilnehmer zu? Gibt es noch Tickets?

Unser CommunityCamp lebt von der Diversität der Teilnehmer*innen und Themen. Das möchten wir auch bereits auf dem diesjährigen Veranstaltungsplakat abbilden. Abgesehen davon, dass es in diesen Tagen ohnehin wichtig ist Farbe zu bekennen. Die Teilnehmer*innen entscheiden erst am Morgen des 21. August im Rahmen des gemeinsamen Agenda-Settings selbst, worüber sie sich auf dem Camp tagesaktuell austauschen möchten. Wir können also noch nicht genau sagen, welche Sessions konkret vorgeschlagen werden. Anhand der aktuellen Trends und Diskussionen und der Teilnehmerliste rechne ich u. a. mit Themen zu künstlicher Intelligenz, Messenger und Ephemeral Media, Content Marketing und Storytelling, Pinterest, Best Practice im Community Management, Hatespeech... Auch erwarte ich wieder, dass es Gesprächsbedarf zu den Auswirkungen der Pandemie allgemein gibt, zu Achtsamkeit im Beruf, sowie unsere beliebte „Selbsthilfegruppe“. Und natürlich gibt es das jährliche Update zu Recht und Datenschutz durch unseren Lieblingsanwalt. Das wird groß! Aktuell gibt es noch ein Ticket. Schnapp es dir!

Was möchtest du unseren Leser*innen noch mit auf den Weg geben?

Das wir sehr dankbar sind, von solch tollen Partnern wie Mittwald und vielen anderen unterstützt zu werden. Hinzu kommt, dass die meisten unserer Freunde, Partner und Sponsoren selbst vor Ort sein und sich aktiv einbringen werden. All das ist in diesen Tagen nicht selbstverständlich. Unterstreicht aber auch den Charakter des Camps nochmals sehr deutlich. Wir sind eine Familie, in der man füreinander Verantwortung übernimmt. Und so freuen wir uns auf euch alle. Ich bin mir sicher, dass wird das „beste CommunityCamp aller Zeiten“. Vor allem aber auch und immer – passt aufeinander auf und bleibt gesund. Bis Samstag!

Über Frank Feldmann

Frank organisiert seit 2007 Barcamps (www.barcampus.de) und gehört zum Gründungsteam des CommunityCamps. Menschen, die ein gemeinsames Thema verbindet, treffen sich auf Augenhöhe, kreieren sich ihren Tag, teilen ihr Wissen und ihre Erfahrungen. Insbesondere dieser selbstbestimmte und partizipatorische Charakter der Barcamps begeistert Frank immer wieder. 

(Foto: Andreas Domma) 

Kommentar hinzufügen