Social Media Marketing (1) – Was ist Social Media?

Laut der ARD/ZDF-Onlinestudien nutzen drei von vier Deutschen das Internet, unter den 14 bis 19-Jäh­rigen sogar 100% (vgl. ARD/ZDF-Onlinestudien 2012). Aber auch der generelle Internetgebrauch hat sich geändert: Begriffe wie twittern, posten und liken haben längst Einzug in unseren täglichen Sprachge­brauch gehalten. Die Menschen treffen sich in sozialen Online-Netz­werken, tauschen sich dort aus und äußern sich in die­sem Rahmen auch über Marken und Produkte (vgl. Haberling 2011, S. 1). Damit ist diese Kommunikationsumgebung geradezu prädestiniert, um für Marketingzwecke zu fungieren.

In dieser Blogreihe soll zunächst der Begriff der So­cial Media geklärt werden, um dann die Grundlagen einer geeigneten Vermarktungsstrategie auf Social Media-Anwendungen zu liefern. Abschließend wer­den Chancen und Risiken des Social Media Mar­keting beleuchtet und gegebene Plattformen auf ihr Potential untersucht.

Das sind die nächsten Artikel zum Thema „Social Media Marketing“:

Grundsätze des Social Media Marketing

Chancen und Risiken im Social Web

Social Media Plattformen und ihr Marketingpotential

 

Was also ist Social Media?

Das Internet selbst wurde schon immer als ein sozia­les Medium genutzt, doch soziale Online-Netzwerke bilden heute den primären Many-to-Many-Informa­tionskanal.

Heymann-Reder definiert den Begriff Social Media wie folgt: »Social Media sind Internetplattformen, auf denen Nutzer mit anderen Nutzern Beziehungen auf­bauen und kommunizieren, wobei sich die Kommuni­kation nicht im Austausch von verbalen Botschaften erschöpft, sondern auch viele multimediale Formate mit einbezieht: Fotos, Videos, Musik- und Sprachauf­zeichnungen sowie Spiele. Die Nutzergemeinde einer solchen Social Media-Plattform bezeichnet man als Community« (Heymann-Reder 2011, S. 20).

Der Begriff der Social Media beschreibt also den Aus­tausch von Informationen und die Kommunikation zwischen Usern auf einer Plattform.

Da die Informationsaufbereitung im Social Web von den Nutzergemeinden gestaltet wird, steigt die De­mokratisierung des Internets durch die stärkere Stim­mengewichtung der Nutzer insgesamt. Jeder Nutzer ist Kommunikator und Rezipient zugleich. Dazu kommt, dass – zum Teil auch internes – Wissen on­line allgemein zugänglich ist. Ein immer noch aktuelles Beispiel hierfür ist die Wikileaks Affäre, die viel Wirbel in den Medien um ebendiesen Punkt hervorgerufen hat.

Klassifizierung der Social Media Anwendungen

Social Media Anwendungen gründen auf dem ein­fachen Prinzip des Gebens und Nehmens (vgl. Hey­mann-Reder 2011, S. 22). Bis heute hat sich eine große Anzahl an Social Media-Anwendungen her­ausgebildet. Haberling versucht diese in Gruppen zu unterteilen, wobei er den Fokus der Kategorisierung auf die Funktionen und die elementaren Social Me­dia- Elemente der Anwendungen legt. Hierbei kann zwischen Wikis, Blogs, Social Sharing und Social Network-Diensten unterschieden werden (vgl. Ha­berling 2011, S. 13f):

Wikis

Die enthaltenen Informationen werden von den Nutzern sowohl gelesen als auch selbst erzeugt und bearbeitet. Das wohl bekannteste Beispiel unter den Wikis stellt Wikipedia dar.

Blogs

Der aus Web und Log zusammengesetz­te Begriff beschreibt wörtlich ein Onlinetage­buch. Blogs werden meist von Einzelpersonen betrieben und mit deren subjektiver Meinung gespeist. Durch Transparenz und Offenheit ge­nießen Blogs ein hohes Vertrauen der Leser und Kunden. Vernetzt man viele Blogs, entsteht eine Blogsphäre. Twitter ist ein Beispiel einer solchen Vernetzung.

Social Sharing

Anwendungen dieser Art sind für den Austausch und die Bereitstellung digitaler Inhalte gedacht. Dabei gibt es bedeutend weniger Inhaltsproduzenten als passive Konsumenten der Beiträge. YouTube und Flickr sind bekannte Ver­treter von Social Sharing Anwendungen.

Social Network Dienste

Die wichtigste Eigen­schaft der sozialen Netzwerke stellt die Kommu­nikation der Nutzer dar. Jedes Mitglied generiert eigenen Content. Der größte Social Network Dienst der Welt ist Facebook.

Business-Netzwerke

Hier werden statt persönli­cher Beziehungen berufliche Kontakte gepflegt. Das deutsche Business-Portal Xing zählt zu die­sen Netzwerken.

Verbraucherportale, Bewertungsplattformen

Nutzer bewerten hier Dinge wie Produkte und/ oder Dienstleistungen und schreiben Testberichte oder beschränken sich auf das Lesen eben dieser. Das Vertrauen der Konsumenten ist auf Verbrau­cher-Plattformen sehr hoch. Amazon stellt mit seinen Produktbewertungen ein Beispiel dieser Kategorie dar.

Frage- und Antwort-Portale

Häufig suchen Konsumenten in einer Ratgeber-Community Hilfe und beantworten untereinander Fragen. Somit steht die gegenseitige Information im Vor­dergrund. Ein Beispiel ist gutefrage.net.

Bookmarking-Dienste

Bookmarking bezeichnet das Sammeln von interessanten und relevanten Links. Die Seite Pinterest ist wohl der bekannteste Bookmarking-Dienst.

 

Diese Social Media-Anwendungen bilden die Grund­lage für das Social Media Marketing, das sich in sei­ner Ausprägung ganz bewusst auf diese Anwendun­gen konzentriert.

Wie geht es weiter?

In den folgenden Artikeln erfahrt Ihr dann, wie genau Ihr Euch der gemeinsamen Strukturen und Gegebenheiten für ein erfolgreiches Marketing bedient, worin die Ge­fahren des Social Media Marketing liegen und zudem auch, wie sich Fehler vermeiden lassen.

Kennt Ihr noch weitere Social Media-Anwendungen?

Quellen

ARD/ZDF (2012): Onlinestudien, abgerufen am 15.08.2013.
Haberling, S. (2011): Social Media Marketing- Das Potential von Facebook für die Sportartikelindustrie, Mannheim.
Heymann-Reder, D. (2011): Social Media Marketing. Erfolgreiche Strategien für Sie und Ihr Unternehmen, München.
Sterne, J. (2010): Social Media Monitoring. Analyse und Optimierung Ihres Social Media Marketings auf Facebook, Twitter, YouTube und Co., 1. Auflage 2011, New Jersey.

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