Interview: Umweltfreundliches Hosting bei Mittwald

Interview: Umweltfreundliches Hosting bei Mittwald

Rechenzentren in Deutschland verbrauchen immer weniger Strom – das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie der BITKOM. Auch im Rechenzentrum von Mittwald wird durch den Einsatz von modernen Bauteilen und energieeffizienter Hardware viel Strom gespart. Zu diesem Thema habe ich unseren Technischen Leiter Maik Behring interviewt. Viel Spaß beim Lesen! :-)

Maik, die BITKOM hat berichtet, dass deutsche Rechenzentren im Jahr 2012 insgesamt 9,4 Terrawattstunden (TWh) Strom verbraucht haben. Im Vergleich zu 2011 mit 9,7 TWh sind das 3 Prozent weniger – und das trotz steigender Server-Zahlen. Kannst du diese Entwicklung auch bei Mittwald beobachten?

Maik

Die Einsparungen sind sicherlich darauf zurückzuführen, dass immer mehr alte Server Systeme durch modernere und effizientere Systeme ersetzt werden. Das passiert bei uns natürlich auch ständig, jedoch kommen auch tägliche sehr viele neue Kundensysteme hinzu. Somit ist der Stromverbrauch bei uns nicht rückläufig, aber er steigt durch ständige Optimierungen und die immer besseren Server-Systeme bei weitem nicht so an, wie vor einigen Jahren gedacht.

Würdest du sagen, dass die Kunden in den letzten Jahren immer umweltbewusster werden und das auch von ihrem Webhoster erwarten?

Auf jeden Fall! Schon vor Jahren fragten die ersten Kunden beispielsweise nach Servern, die ohne Strom aus Atomkraft betrieben werden. Damals waren das allerdings eher Einzelfälle, heute ist es gang und gäbe, dass die Kunden auch ökologische Aspekte bei der Wahl ihres Hosting-Partners mit einbeziehen.

Trotz steigender Strompreise setzen wir bei Mittwald auf Naturstrom, der zu 100 Prozent mit Wasserkraft erzeugt wird. Was gibt es außerdem für Maßnahmen, die der Umwelt zu Gute kommen?

Wir haben 2011 ein hochmodernes Rechenzentrum und Bürogebäude am Standort Espelkamp bezogen. Beides wurde auf Basis neuster ökologischer Standards errichtet. Auf einige Besonderheiten möchte ich kurz genauer eingehen:

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Heizen mit Abwärme

Das Bürogebäude hat keine eigene Öl- oder Gasheizung, sondern wird im Winter mit einer sogenannten Wärmepumpe geheizt. Wärmepumpen werden im privaten Häuserbau häufig in Verbindung mit Erdwärme oder Umluft genutzt. Wir nutzen die Abwärme unserer Rechenzentrumsinfrastruktur. Eine Wärmepumpen-Heizung ist ungefähr viermal günstiger als eine klassische Ölheizung.

Durchgehendes Strom-Monitoring

Wir haben beim Bau des Rechenzentrums und Bürogebäudes die kompletten elektrischen Unterverteilungen mit Strommessgeräten versehen. So können wir genau überwachen, wo genau und vor allem wie viel Strom verbraucht wird. Jede Pumpe, jeder Server und jedes Klimabauteil wird erfasst und überwacht. Erst diese Überwachung bildet die Basis für Einsparmöglichkeiten.

Freie Kühlung

Bei der freien Kühlung wird zum Kühlen der Server gefilterte Außenluft verwendet. Erst ab einer Außentemperatur von etwas mehr als 18 Grad Celsius wird zusätzlich mit klassischer Kompressor-Kühlung klimatisiert.

Kaltgangeinhausung

Bei der Kaltgangeinhausung werden die kalten und warmen Bereiche im Rechenzentrum strikt getrennt. Dies hat den Vorteil, dass die benötigte Kaltluft auch nur dort ankommt, wo sie gebraucht wird und keine unnötige Umluft klimatisiert wird. Des Weiteren sorgt es dafür, dass die Zuluft mit weniger Druck eingeblasen werden muss und somit Ventilationsenergie eingespart werden kann. Generell spricht man bei der Kaltgangeinhausung von Einsparmöglichkeiten von bis zu 30 % im Bereich der Klimatisierung.

Dank der Kaltgangeinhausung können die Klimaschränke auf 30 Grad °C statt wie zuvor auf 26 Grad °C eingestellt werden.

Aktuellste Serverhardware

Moderne CPUs leisten heutzutage ungefähr das, was vor einigen Jahren noch in einem kompletten Rack untergebracht war. Unsere Shared Hosting Infrastruktur wird deshalb regelmäßig durch moderne, schnelle und stromsparende Systeme ersetzt. Und auch unsere Managed Server Systeme sind in den vergangenen Jahren immer stromsparender geworden.

All diese Dinge sparen pro Jahr aktuell ca. 180 Tonnen CO2 ein, was vergleichbar ist mit 34 Autos, die nicht auf unseren Straßen unterwegs sind! Ihr seht also, bei Mittwald wird eine Menge getan, um unsere Umwelt zu schonen. Auch in Zukunft werden wir diesem Prinzip natürlich treu bleiben und immer wieder prüfen, an welchen Stellen wir noch energieeffizienter sein können.

Vielen Dank für die vielen Einblicke, die du unseren Blog-Lesern mit diesem Interview ermöglicht hast!

Wenn Ihr unsere Naturstrom-Logos auf Euren Seiten einbinden möchtet, könnt Ihr sie hier herunterladen:

 

Kommentare

  1. Gravatar
    Manuel Fischer via Facebook am

    hab ich! 1a Service!

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