Qualität statt Quantität – der Weg zu guten Backlinks

Qualität statt Quantität – der Weg zu guten Backlinks

Ein Kunde verklagt eine SEO-Agentur, weil diese nicht die versprochenen 2000 Links monatlich gesetzt hat. Was für manche lächerlich, für andere natürlich klingt, zeigt eine weitverbreitete falsche Meinung, es gehe bei Links um die Menge. Doch Qualität geht immer vor Quantität.

Wie aber kommt man zu guten Backlinks? Die Frage benötigt zu Beginn ein Grundverständnis darüber, was eigentlich qualitativ hochwertige Backlinks auszeichnet. Wie wertvoll der Verweis ist, hängt von einigen Faktoren ab.

Mit Websitedaten arbeiten

Eine gute Website, die entsprechend hochwertige Backlinks bringen würde, findet man leider nicht einfach so. Weder Design noch ein ein genauer Blick auf den Inhalt können euch sicher sagen lassen, dass Google einen hier ausgehenden Link mit dem Prädikat „Wertvoll“ auszeichnet.

Ins Spiel kommen daher Websitedaten. Wir hatten euch kürzlich im Artikel „PageRank, Sichtbarkeitsindex und mehr“ eine Übersicht zu Websitedaten gegeben. Wichtig war dabei unter anderem der Google PageRank, aber auch die Domain Authority.

Diese Werte setzen sich nicht irgendwie zusammen, sondern beruhen auf zahlreichen gemessenen Faktoren. Wenn ihr eine vermeintlich wertvolle Website findet, lasst sie einmal durch einige der Analyse-Tools laufen. Werden hier gute Ergebnisse festgestellt, deutet das auf qualitativ hochwertige Links hin.

Ist Linksuche wirklich so einfach? – An die Entwicklung denken

Verlasst euch nicht allein auf die Websitedaten, sondern auch auf euer Gespür. Punktet eine Website (noch) mit einem hohen Sichtbarkeitsindex und PageRank, produziert aber massig minderwertigen Content, könnte sie beim nächsten Google-Update enorm an Stärke verlieren.

Es geht aber auch in die andere Richtung. Eine Website mit sehr schwachen Zahlen liefert regelmäßig hochwertige Inhalte mit Mehrwert und ist bereits unter vielen Lesern der Branche bekannt? Mit dem nächsten Update dürfte sich das Ranking stark verbessern, wovon dann auch gesetzte Links profitieren.

Die Kombination aus Websitedaten und Gespür ist es, die Backlinks mit Qualität entdecken lässt.

Meiner Erfahrung nach sind das Untersuchen der Websitedaten und die manuelle Begutachtung die leichtesten Aufgaben bei der Suche nach guten Backlinks. Denn die größte Frage ist: Wie gelangt man zur Verlinkung?

Der Weg über die E-Mail
Standard-Mails mit „Hallo, ich bin auf der Suche nach Links …“ sind unter Webseite-Betreibern ungern gesehen. Fakt ist, dass erst Sympathie zum Verlinken ohne finanzielle Entschädigung animiert. Wenn ihr schon um eine Verlinkung bittet, solltet ihr hierbei nicht geschäftlich, sondern persönlich und offen wirken. Daher sind Rundmails absolut tabu, auch die alleinige Bitte um eine Verlinkung ist in der Regel nicht erfolgreich. Je nach Situation könnt ihr nach folgender Strategie arbeiten:

  • Ergänzungen: Viele Seiten verlinken gerne auf relevante Informationen. Wenn ihr eine Seite zum Thema Hosting betreibt und dort detailliert, fachlich und dabei doch verständlich und unterhaltsam die Vorgänge in einem Virtual Rootserver beschreiben könnt, wäre es interessant, eine Website um eine Verlinkung hierhin zu bitten. Die Inhalte wären für die Leser wertvoll.
  • Interviews: Die Selbsteinladung für ein Interview ist auf den ersten Blick merkwürdig, zeigt dem Websitebetreiber aber, dass ihr euch gerne Mühe machen wollt. Hier entsteht exklusiver Inhalt, der einmalig ist und sonst großen Medienangeboten vorbehalten ist. Achtet darauf, eure Mail korrekt zu formulieren. Kein „Ihre Seite profitiert von mir“, sondern das Angebot, sich den individuellen Fragen der Leser oder des Betreibers zu stellen – auf der persönlichen Ebene kommunizieren. Sinnvoll sind Interviews natürlich nur, wenn ihr auch Erfahrung habt und etwas zum Websitethema sagen könnt.
  • Gastartikel: Ich halte Gastartikel für bedingt sinnvoll und nur dann empfehlenswert, wenn sie von Experten auf dem Gebiet stammen. Ein SEO, der Artikel von einer Agentur verteilt, ist keine Fachperson. Sehr wohl aber ein Bereichsleiter in einem Unternehmen, der sich z. B. seit Jahren mit dem Thema TYPO3-Anpassung beschäftigt.
  • Infografiken: Infografiken gehen in den Bereich Gastartikel, werden jedoch gerne verlinkt, da sie sich, wie YouTube-Videos, mit wenigen Klicks einbinden lassen. Es ist natürlich wichtig, dass die Infografik auch informierend ist. Allein das Darstellen von Statistiken, die das Unternehmen in einem guten Licht zeigen, sind zu werbend. Um beim Thema Hosting zu bleiben: Hier könnte eine Infografik über die Entwicklung von TYPO3, WordPress und Magento mit Nutzerzahlen, Verteilungen in Deutschland und weltweit spannend sein.
  • Zusammenarbeit: Es gibt viele Wege, über die ihr mit Websitebetreibern arbeiten könnt. Manche Unternehmen lassen Produkttests durchführen, andere laden Blogger zum Kennenlernen oder für eine Präsentation ein und wiederum andere geben Webseitebetreibern Tipps, ohne direkt nach einem Backlink zu fragen. Denkt an Sympathie und die persönliche Ebene.

Überlegt eure Art der E-Mail-Anfrage gut, denn meist habt ihr nur einen Versuch.

Was nach der E-Mail folgt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Manche Webmaster reagieren nicht auf solche Anfragen, andere geben einen Preisvorschlag für einen Linkkauf und andere werden sich neugierig nach vorne lehnen und um weitere Informationen bitten.

Backlinks unauffällig per Kommentar sammeln
Eine verbreitete Methode ist gerade unter WordPress-Blogs häufig anzutreffen. Hier werden Agenturen damit beauftragt, Verlinkungen über Kommentare zu setzen. Doch Vorsicht: Zwar könnt ihr damit Besucher erhalten, Google könnte die Verlinkung aber nicht werten.

Verantwortlich ist dafür die Standard-NoFollow-Einstellung von WordPress, die Links von Kommentatoren automatisch entwertet – ohne dass Websitebetreiber etwas davon mitbekommen. Ob diese Funktion läuft, könnt ihr mit einer Browsererweiterung wie NoDoFollow sehen. Kommentare mit Links werden dann zwar nicht eure Rankings verbessern, aber dafür die Bekanntheit steigern.

Der Weg ins Forum
Es ist immer kritisch, wenn sich Unternehmen auf den Weg machen, um Links in Foren zu setzen. In Zeiten, wo diese Strategie andauernd genutzt wird, werden Administratoren Links von neuen Nutzern ohne Nachfrage entfernen. Zu groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es nur um das Abgreifen einer Verlinkung geht.

Auch hier kommt die persönliche Ebene ins Spiel. Meldet euch bei einem thematisch passenden und mit gutem Ranking ausgestatteten Forum an und werdet aktiv. Beantwortet Fragen, gebt Hilfe bei Unsicherheiten und startet eigene Threads. Bleibt hierbei offen und gebt euch als Betreiber einer Seite zu erkennen, verzichtet aber bis auf Weiteres darauf, Links zu setzen. Erst wenn diese wirklich hilfreich sind und ihr euch als fester Bestandteil der Community bewährt habt, könnt ihr Verlinkungen posten. Verlasst aber danach das Forum nicht, sondern bleibt weiterhin ein Bestandteil davon.

Linksuche und -setzung, gar nicht so einfach

Es erfordert einiges an Gespür, Backlinks im Web zu sammeln. Leider ist das aber, besonders bei Unternehmensseiten, immer wieder notwendig. Denn auf selbstständig einkommende Links zu warten, während die Konkurrenz mit aufgebauten Verlinkungen die SERPs erstürmt, erlaubt keine gesunde Entwicklung. Also frisch an’s Werk. :) Und mit unseren Tipps seid ihr nun gut gewappnet, um euch gegen anderen Seiten zu behaupten und im Ranking aufzusteigen.

Sprechblase3
Welche Strategien nutzt ihr bereits, um qualitativ hochwertige Links zu gewinnen?

Kommentare

  1. Gravatar
    Karin am

    Ich finde es wirklich klasse, dass Sie sich all diese Mühe machen und die Informationen uns mitteilt. Danke dafür.
    Gruß Karin

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  2. Gravatar
    gamersblog am

    Ist es nicht so das alle Blogs und sonstige Seiten nur noch nofollow links in comments und so haben und deswegen dieser weg eh so gut wie unmöglich ist ?

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    1. Viktor Peters am

      Hallo,

      genau, die meisten Blogs haben NoFollow-Links bei den Kommentaren. Dennoch lohnt es sich bei gut besuchten und häufig kommentierten Seiten einen Kommentar zu hinterlassen. Denn so könnte der eine oder andere Besucher auf die eigene Seite gelangen.

      Viele Grüße, Viktor

      Antworten
  3. Gravatar
    Jey am

    Fehler suchen, 404 Links. Drauf ansprechen und Partner Werden.

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