Lernmethode 3 (Karteikarten): Mnemosyne

Lernmethoden 3: Karteikarten (+Tool-Tipp Mnemosyne)

Zu den ersten Dingen, die mir im Englischunterricht beigebracht wurden, war neben „Hello, my name is Nadja“ auch das Lernen mit Karteikarten. Nicht nur der Erfolg spricht für diese Lernmethode. Es ist auch ein Allheilmittel gegen Unordentlichkeit. ;)

  1. Aufbau
  2. Probleme
  3. Programme
  4. Fazit
  5. Könnt Ihr euch vorstellen mit Mnemosyne zu lernen? Kennt Ihr andere praktische Tools?
  6. Bisherige Artikel der Lernmethoden-Reihe

Aufbau

Das Lernen mit Karteikarten funktioniert durch die ständige Wiederholung des Lernstoffs, der so ins Langzeitgedächtnis übergeht. Eine Karteikarte, üblicherweise ein DIN A7 bis A6 großes Stück festeres Papier oder Pappe, wird auf einer Seite mit einer Frage beschriftet, auf der anderen Seite mit der Antwort. So kann sich der Lernende leicht selbst überprüfen und sich vergewissern, ob er alle Fakten genannt hat – oder diese noch einmal verinnerlichen.

Anschließend werden die Karten in einen Karteikasten eingeordnet, der über mehrere Fächer verfügt. Das erste Fach steht für neuen Lehrstoff, das zweite für Stoff, der bereits gelernt wurde und teilweise hängen geblieben ist – und so weiter. Das letzte Fach steht schließlich für Stoff, der sicher im Gedächtnis verankert ist.

Probleme

Leider hat diese Lernmethode eine rein praktische Grenze. Meine Karteikarten waren irgendwann leer, mein Karteikasten jedoch voll. Also legte ich einen neuen an, und noch einen, und nach dem vierten vollen Kasten schmiss ich alle bisherigen Karten weg, denn ich hatte keinen Platz mehr. Das war vor 12 Jahren und seitdem hat sich viel getan. Mittlerweile gibt es Computerprogramme für beinahe alles, dazu gehört auch das Lernen mit Karteikarten.

Programme

Ein Programm ist z. B. Mnemosyne, es ist Open Source Software, bietet die Möglichkeit die Karten zu exportieren oder über eine Schnittstelle zu synchronisieren und läuft dazu auf fast allen Geräten. So können die Karten überall gelernt werden und nehmen keinen Platz ein.

Außerdem lassen sich die Karten mit Tags versehen, sodass man gezielt eine Kartenart lernen kann. Ein weiteres Plus ist die Möglichkeit leicht Bilder, Videos und Sounds einzubinden. Für die Berufsschule muss ich als Mediengestalter z. B. den Farbkreis lernen, statt diesen abzuzeichnen, füge ich das Bild einfach über einen Rechtsklick ein.

Mnemosyne Karteikarte

Nach dem Beantworten der Frage kann ich mich selbst bewerten – genau so, als würde ich die Karteikarte in das zweite oder dritte Fach meines Kastens legen. Mnemosyne sorgt dann mit einem Algorithmus für eine zufällige Wiederholung der Karten am nächsten Tag oder der nächsten Woche. So bleiben auch alte Karten in Erinnerung. Ein mitgeliefertes Plugin ermöglicht es auch alle Karten zu wiederholen, ohne auf dessen Lernstatus zu achten.

Fazit

Karteikarten sind, vor allem mit technischer Unterstützung, ein guter Weg, Wissen dauerhaft zu vertiefen. Die ständige Wiederholung sorgt dafür, dass keine „Lernbulimie“ einsetzt, sondern das Gelernte ins Langzeitgedächtnis übergeht.

Könnt Ihr euch vorstellen mit Mnemosyne zu lernen? Kennt Ihr andere praktische Tools?

Bisherige Artikel der Lernmethoden-Reihe

Lernmethoden (1): Luftschlösser bauen per Loci-Methode

Lernmethoden 2: Textarbeit (+ Tool-Tipp “Scrible”)

 

Kommentare

  1. Jan am

    Hi! Super Artikel. Ich würde euch gerne noch ExamTime empfehlen. Da könnt ihr kostenlose Karteikarten erstellen und ganz einfach mit anderen teilen.

    Antworten

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