Lernmethoden: Textarbeit (+ Tool-Tipp „Scrible“)

Lernmethoden 2: Textarbeit (+ Tool-Tipp „Scrible“)

Lange Texte sind manchmal ganz schön anstrengend. Da ist es egal, ob es sich um ein Arbeitsblatt oder einen Blogartikel handelt. Wenn man mit dem Text arbeiten muss, so wird das Lesen beim zweiten Mal nicht angenehmer. Daher ist es sinnvoll den Text zusammenzufassen und zu ordnen. Wie Ihr z. B. auch Texte im Web ganz einfach bearbeiten könnt, erfahrt Ihr in diesem Blog-Beitrag.

  1. Texte „verstehen“
  2. Sondierung nach Thema
  3. Umstrukturierung
  4. Tools
  5. Fazit
  6. Kennt Ihr weitere hilfreiche Tools?
  7. Bisherige Artikel der Reihe „Lernmethoden“

Texte „verstehen“

Das Textverständnis hängt stark von der Formatierung ab. Doch viele Texte sind schlecht oder gar nicht formatiert, und selbst wenn sie es sind, strotzen sie noch immer vor Füllmaterial, von dem sich der Autor nicht trennen konnte. Deshalb gibt es zwei Ansätze einen Text zu lesen und die Informationen von allem Überflüssigen zu trennen.

Sondierung nach Thema

Die einfachste Möglichkeit einen Text zu lesen ist, vorher ein Ziel zu definieren, welche Information ich am Ende erhalten will. Um ein Exzerpt zu erstellen werden alle Textstellen, die diese Informationen enthalten, herausgeschrieben, Argumente des Autors gesammelt, Zitate und Literaturverweise.

Um möglichst viel aus dem Text zu machen, schreibe ich aber ebenso auf, welche Fragen und Zweifel beim Lesen aufgetaucht sind, so kann in einem weiteren Schritt nach Antworten in anderen Quellen gesucht werden. Diese Methode sorgt für ein tiefes Verständnis des Lernstoffs, geht allerdings auch über das reine Auswendiglernen heraus.

Umstrukturierung

Wenn es wichtiger ist, alle Informationen aus einem Text zu er- und behalten, ist die SQ3R-Methode das Mittel der Wahl. Hinter diesem kryptischen Kürzel verbirgt sich „Survey – Question – Read – Recite – Review„.

Überschriften, Aufbau und fette Textstellen geben einen ersten Überblick über den gesamten Text. Bevor ich mit dem Lesen anfange, sammle ich aufgrund des ersten Eindrucks Fragen, die mir der Text beantworten soll. Wichtige Stellen werden markiert und herausgeschrieben, im nächsten Schritt dann unter Schlagwörtern zusammengefasst.

Im letzten Schritt steht die Überlegung, wie die gelesenen Abschnitt im Gesamtzusammenhang stehen – und im besten Fall entsteht hier am Ende ein kurzer, geordneter Text, der schnell einsehbar und zu verstehen ist. Ganz so, wie in unseren 5 Tipps für leicht verständliche Texte angegeben :)

Tools

Aber wie markiere ich den Text, wenn er nur am PC vorliegt? Ausdrucken kostet Papier und Tinte, ist also eine suboptimale Lösung. Besser sind da schon PDF -Reader, viele ermöglichen es Markierungen oder auch Anmerkungen hinzuzufügen. Dafür muss der Text jedoch als PDF vorliegen, wenn ich oft mit Blogartikeln oder auf Wikipedia arbeite, fällt diese Möglichkeit auch weg.

Hier hilft scrible weiter, derzeit befindet sich der Service in der Open Beta und sieht einen kostenlosen Speicherplatz von 125 MB vor. Nach der Erstellung eines Accounts kann über ein Lesezeichen die scrible-Toolbar aufgerufen werden. Mit dieser lassen sich auf einer Webseite beliebig viele Dinge an- und durchstreichen sowie Anmerkungen hinzufügen.

scrible Beispielseite

Gespeichert wird das ganze ebenfalls mithilfe der Toolbar, dabei kann die Seite umbenannt, mit einer Beschreibung und mit Tags versehen werden. Außerdem ist es möglich, die Markierungen schreibgeschützt zu speichern. Das ist nützlich, denn nach dem Speichern kann ein Permalink generiert werden, über den ich die markierte Webseite mit anderen teilen kann. Auf meine scrible-Lesezeichen greife ich über das Bibliothekssymbol (zweites von links) in der Toolbar zu. Dort kann ich meine Seiten ansehen, durchsuchen und löschen.

Fazit

Zusammenfassungen zu schreiben ist sicher nicht die schönste Arbeit, aber die Arbeit lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Zum einen wird das Verständnis des Themas gefördert, ebenso wie die Lust, mehr zu lernen. Aber es entstehen auch Schriftstücke, die auch in zwei Jahren noch Sinn ergeben, oder Kollegen schnell in ein Thema einführen.

Kennt Ihr weitere hilfreiche Tools?

Bisherige Artikel der Reihe „Lernmethoden“

Lernmethoden (1): Luftschlösser bauen per Loci-Methode

 

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