Entstehungsgeschichte: Zeichnung im Kundenmagazin

Entstehungsgeschichte: Zeichnung im Kundenmagazin

Vor einigen Tagen ist dasneue Mittwald Kundenmagazin erschienen. Für die Winterausgabe habe ich die Zeichnung zum Titelthema „Web-Trends 2011“ und die Illustration der beiden Zankäpfel zu den Business-Trends entworfen. Wie so eine Zeichnung im Einzelnen entsteht, möchte ich Euch heute ein wenig näher bringen.

  1. Die Idee
  2. Die Tools
  3. Skizzen
  4. Reinzeichnung
  5. Farbgebung
  6. Licht und Schatten

Die Idee

Zu einer guten Zeichnung, gehört eine gute Idee. Diese ist zusammen mit meiner Kollegin Kristina entstanden, die eine Illustration für ihren Artikel im Kundenmagazin benötigte. Da es dabei auch um die zahlreichen Patentstreite in diesem Jahr ging, hatte sie die Idee mit den zwei Jungs, die sich um ein technisches Produkt mit runden Ecken streiten. Um das ganze noch deutlicher zu machen, schlug sie auch den angebissenen Liebesapfel vor. Wichtig war Ihr auch, dass das ganze mit dem Cover harmoniert, das auf der vorangehenden Doppelseite auch für das Titelthema verwendet wurde. Es sollte also auch weihnachtlich „daherkommen“.

Die Tools

Obwohl ich ein riesiger Bleistiftfan bin, so finde ich die Mittel, die mir dieser bietet doch recht begrenzt. Vermutlich kennt noch jeder aus seiner Grundschulzeit die schmierenden Radiergummis und das Papier, das langsam anfängt sich aufzulösen … ;-)

Daher zeichne ich seit einigen Jahren alles am PC, von der Skizze bis zum fertigen Bild. Dazu nutze ich Adobe Photoshop CS5, welches mir durch seine zahlreichen Möglichkeiten, Pinsel individuell einzustellen, viel Spielraum gibt. So nutze ich für Skizzen jetzt einen Pinsel der einen Bleistiftstrich simuliert, sodass ich nicht auf diesen verzichten muss. Zudem benutze ich ein Wacom Intuos 4 M, ein Grafiktablett in der Größe A5, mit dem Standardstift. Der Stift überträgt meine Bewegungen genauer als die Maus an den PC, zudem erkennt er den Druck, den ich ausübe. So können, je nach Pinsel-Einstellung Bilder entstehen, die vom Aussehen sehr an traditionelle Medien wie Öl, Aquarell oder auch Buntstifte erinnern.

Skizzen

Zunächst zeichne ich jedoch eine grobe Skizze, die als Kompositionsgrundlage dient. Wenn das Thema gut getroffen und die Bildaufteilung stimmig ist, zeichne ich eine weitere Skizze, in der ich bereits möglichst genau arbeite.

Skizze der Zankäpfel

In diesem Fall habe ich zuerst die Körper der beiden Jungen gezeichnet, bis die Anatomie gut getroffen war. Danach beginne ich damit, die Figuren einzukleiden, so kann ich den Faltenwurf besser nachvollziehen. Dann folgen die Haare und Verzierungen der Kleidung, zum Schluss die Gesichter. Diese machen einen Großteil der Arbeit aus, denn von ansprechenden Gesichtsausdrücken leben Bilder. Unästhetische Gesichter will niemand sehen, auch beabsichtigt hässliche Gesichter brauchen immer viel Arbeit.

Reinzeichnung

Nun kommt der große Vorteil des digitalen Malens zum Tragen. Ich muss die Skizze nicht erst einscannen, um sie dann in der Nachbearbeitung auf die richtige Größe zu bringen, die Farben anzugleichen oder ähnliches. Sie ist bereits auf dem PC und in einer passenden Datei angelegt, das spart viel Zeit.

Outlines der Zankäpfel

Jetzt stelle ich in Photoshop die Ebene auf der die Skizze liegt transparenter, sodass die Skizze in einem leichten grau dargestellt wird. Andere Zeichner färben die Skizze aber auch in einem hellen Ton ein. So erkenne ich die schwarzen Linien (Outlines), die ich nun male, besser. Am Ende stehen die fertigen Outlines, die genauer sind und an denen ich noch ein paar kleine Änderungen vorgenommen habe.

Nun folgt der letzte Schritt, bevor der Spaß anfängt!

Farbgebung

Vorlaeufige Farben der Zankaepfel
Nicht immer trifft man sofort den richtigen Farbton, besonders wenn viele Farben aufeinander abgestimmt werden müssen. Dank den Farbreglern in Photoshop kann ich ohne Mühe alles nachjustieren oder Farben komplett durch andere ersetzen.

Ich beginne nun damit, die Flächen, wie z. B. die Pullover, den Schal, etc., mit dem Farbeimer einzufärben. Dabei achte ich darauf, dass wirklich alles farbig ist und keine weißen Flecken entstanden sind, zur Not male ich die Flächen mit dem Pinsel aus oder bessere nach. Weiße Flächen entstehen aber trotz guter Einstellungen beinahe immer.

Danach passe ich die Farben ein letztes Mal aneinander an. Der linke Junge hatte z. B. in der ersten Version des Bildes einen gelben Schal und der rechte Junge rote Haare.

Licht und Schatten

Jetzt folgt der letzte Schritt, der mir am meisten Spaß macht. Ich beginne damit Schatten aufzutragen. Hierzu nutze ich einen Pinsel, der je nach Druck mehr oder weniger Farbe aufträgt. Geduld und das Pipettenwerkzeug sind hier besonders wichtig! Zunächst setze ich harte Schatten und blende sie an einigen Stellen, wie z. B. den Falten des Pullovers, mehr und mehr aus. Dazu nehme ich mit der Pipette die Grundfarbe des Pullovers auf und übermale den Schatten, den ich zuvor gesetzt habe. Das gleiche mache ich dann mit den Lichtreflexen. Den Schluss bilden kleine Details wie die Nähte, das Strickmuster oder die Sommersprossen.

Fertiges Bild der Zankaepfel

Das Erstellen eines Bildes benötigt viel Ausdauer. Je nach Größe und Detail-Reichtum, oder auch ob ein Pinsel für einen Stil komplett neu erstellt werden muss, kann es von der Skizze bis zum fertigen Bild durchaus etwas dauern. Ich hoffe, ich konnte Euch eine gute Übersicht geben und Ihr habt Spaß an diesem Bild. :-)


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