Python lernen: Meine Reise mit der Programmiersprache

  1. Warum gerade Python?
  2. Mein Weg, um Python zu lernen
  3. Mein aktueller Stand mit Python
  4. Python lernen: Auch etwas für dich?

Es hat etwas Schöpferisches – so würde ich den Charme vom Programmieren beschreiben. Vielleicht kann man es damit vergleichen, was erwachsene Lego-Bastler, Heimwerker, Minecraft-Spieler und Hobby-Künstler begeistert: Wenn du es dir vorstellen kannst, dann kannst du es kreieren. Es dauert vielleicht ein wenig und zwischendurch wirst du dich dabei ertappen, gefühlt hunderte Tabs an Tutorials und Frage-/Antwort-Seiten zu schließen, aber du kannst etwas kreieren, etwas selbst quasi aus dem Nichts erschaffen.

Das ist vermutlich der Grund, warum ich schon lange davon geträumt habe, eine Programmiersprache zu lernen. Was bislang nur ein Traum war im Sinne von „Irgendwann mach ich das mal“, ist im März diesen Jahres nun Realität geworden. Ich habe mich hingesetzt und angefangen, Python zu lernen. 

Warum gerade Python?

Warum es gerade Python geworden ist, kann ich rückblickend gar nicht genau sagen. Ich bin eher zufällig auf die Sprache gestoßen, war aber nach den ersten Wochen dankbar, einige Studien und Artikel zu finden, die meine Wahl stützten: 

  • Auf dem PYPL Index (prüft, wie häufig nach Tutorials für Programmiersprachen in Google gesucht wird) ist Python mit rund 31 % weltweit in Führung. Gemäß einer Umfrage von 2020 unter 65.000 Entwicklern auf Stack Overflow nimmt Python immerhin Platz 3 der beliebtesten Programmiersprachen ein.
  • heise schrieb über Python, das dieses Jahr seinen 30. Geburtstag feierte: Auch wenn Python zweifellos zu den gereiftesten Sprachen zählen darf, die sich in vielen Anwendungsfeldern etabliert und bewährt hat, steckt sich die Community weiterhin ambitionierte Ziele und treibt die Fortentwicklung der Sprache voran.
  • Im Artikel „6 Gründe, warum ihr spätestens 2021 Python lernen solltet“ berichtete t3n unter anderem über die Vorteile von Python für Datenwissenschaftler und alle, die sich für den Bereich interessieren. Als jemand, der im Online-Marketing arbeitet und täglich mit Daten jongliert, passt Python daher sehr gut zu mir.

Mein Weg, um Python zu lernen

Alles begann mit einem Kurs bei Udemy: „Python Bootcamp: Der Einstiegskurs“. Begleitet von einem sympathischen Dozenten fing ich an mir Anaconda zu installieren, Jupyter zu starten und in einer Welt aus Funktionen, Variablen und Strings zu versinken. 

Screenshot aus Jupyter

Jupyter (hier ein Screenshot) ist ideal, wenn man plant, Python zu lernen. Es verbindet ein Notizbuch mit den Möglichkeiten, Python-Code zu schreiben und auszuführen.

Meine Reise habe ich durch Mimo ergänzt. Der Anbieter führt Kurse für Programmiersprachen durch und verfolgt dabei einen spielerischen Ansatz. Damit konnte ich das Gelernte aus den Videokursen festigen und in recht praktischen Übungen umsetzen. Tägliche Lektionen wurden zu meinen Begleitern.

Parallel zu beiden Kursen fing ich an, erste kleine Projekte zu entwerfen. Ein Wetter-Script, das mir täglich für meinen Wohnort Wetterdaten über eine API in ein Google Sheet schrieb. Ein weiteres Script, das die Preise von Amazon-Produkten ermittelte. Noch ein Script, dass eine zufällige Person als „Mitarbeiter der Woche“ im Marketing festlegte. Nichts Großes. Aber Dinge, die mir erlaubten, das erwähnte schöpferische Potenzial auszuleben. Das fühlte sich wundervoll an!

Für diese Projekte bin ich sehr dankbar, weil ich durch sie viel gelernt habe, wovon ich heute profitiere. Schleifen, Funktionen, das Importieren und Arbeiten mit Modulen, Listen, Dictionaries, verschiedenen Datentypen und einiges mehr beherrsche ich nun.

Neben Udemy und Mimo fand sich ein dritter Begleiter für meine Reise: Stack Overflow. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Frage auf der Plattform. Ich kam bei einem Script nicht weiter und hatte nach langer Fehlersuche meine Frage möglichst klar und informativ vorbereitet. Fünf Minuten nach der Veröffentlichung bekam ich bereits eine Antwort: Ich hatte nur einen Buchstaben vergessen (Beispiel: „group“ anstatt „groups“). Richtig gelesen, EINEN einzigen Buchstaben. 

Auf der einen Seite fühlte ich mich unglaublich dämlich, auf der anderen Seite aber war es, als wäre ich damit ein Teil der Entwickler-Community geworden, wo stundenlanges verzweifeltes Debuggen (= Suchen nach Fehlern) in einem fehlenden Semikolon oder eben einem fehlenden Buchstaben endet.

Screenshot Stack Overflow

Mehr als 1,7 Millionen Fragen wurden auf Stack Overflow schon zu Python gestellt.

Woran ich meinen Fortschritt am besten merkte, war der Umgang mit Plattformen wie Stack Overflow und Github sowie den Dokumentationen von Modul-Entwicklern und API-Anbietern. Was bei mir früher für einen rauchenden Kopf und viele Fragezeichen sorgte, kann ich heute nachvollziehen. Code-Zeilen sind nicht nun nicht mehr nur irgendwelche Zeichenfolgen mit zwischendurch bekannten englischen Wörtern, sondern verständliche Anweisungen. 

Mein aktueller Stand mit Python

Seit dem Start meiner Reise mit Python sind bereits einige Monate vergangen. Ich bin jedoch noch weit davon entfernt, wirklich gut in der Programmiersprache zu sein. Aber dank ihr kann ich heute schon viele Dinge verstehen, teilweise selbst bauen oder auch beeinflussen, die für mich sonst ein Buch mit sieben Siegeln waren.

Ich lerne heute zwar nicht mehr täglich, habe aber etwa 1-2 Mal pro Woche Berührungspunkte mit einem Thema, bei dem ich mein Python-Wissen einbringen kann. Ein wundervoller Beweis, dass die Reise etwas gebracht hat, sind zwei Scripts, die im Marketing bereits aktiv sind. Sie werden hoffentlich den Arbeitsalltag einiger Kollegen und Kolleginnen bereichern.

Python lernen: Auch etwas für dich?

Ich glaube, wenn du Berührungspunkte mit größeren Datenmengen hast, könnte Python für dich eine spannende Programmiersprache sein. Viele Dinge lassen sich damit automatisieren oder effektiver lösen. Doch spannende Ergänzungen, wie z.B. das Webframework Django, zeigen auch, dass Python noch mehr kann.

Möchtest du lernen zu programmieren, würde ich dir empfehlen, dir zu Beginn einige Gedanken über dein Ziel zu machen. Vergleichbar wäre das mit einer Person, die eine Fremdsprache lernen möchte. Plant sie ein Jahr in Japan zu leben, ergibt es wenig Sinn, wenn sie anfängt, Französisch zu lernen. Ähnliches gilt auch beim Programmieren. Wenn man gerne Websites erstellen möchte, gibt es passendere Sprachen als Python. Plant man eine App zu gestalten, sollte man sich auch dafür nach anderen Programmiersprachen umsehen. 

Für viele Dinge könnte Python aber sinnvoll sein. Soviel sei gesagt: Ich habe meine Wahl nicht bereut und freue mich bis heute darüber, meinen lang ersehnten Traum mit Python angegangen zu haben!

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