Aufwärtstrend bei Suchmaschine DuckDuckGo

Aufwärtstrend bei Suchmaschine DuckDuckGo

Habt ihr schon mal was von DuckDuckGo gehört? Dabei handelt es sich um eine Suchmaschine, die keinerlei persönliche Daten ihrer Nutzer erhebt. Da die Menschen bei diesem Thema gefühlt immer sensibler werden, finde ich die Frage berechtigt, ob eine solche Suchmaschine (zumindest in Deutschland) nicht doch eine reelle Chance hat, dem Giganten Google einige Nutzer streitig zu machen.

  1. DuckDuckGo steigert sich kontinuierlich
  2. Sind die persönlichen Daten wirklich sicher?
  3. Die Qualität der Suchergebnisse
  4. Kann DuckDuckGo langfristig Marktanteile deutlich steigern?
  5. Bestandteil von iOS
  6. Alternative zu Google?

DuckDuckGo steigert sich kontinuierlich

Der Dezember war für DuckDuckGo im letzten Jahr der stärkste Monat: Im Durchschnitt gab es täglich rund 10,82 Millionen Suchanfragen und absolut 303 Millionen direkte Suchanfragen.

Die Suchmaschine kann sich zwar noch nicht mit den Marktanteilen von Google oder auch von Bing messen, ist aber dennoch deutlich auf dem Vormarsch. Am 10. Januar 2017 konnte DuckDuckGo den erfolgreichsten Tag der Unternehmensgeschichte schreiben. Innerhalb von 24 Stunden wurden mehr als 14 Millionen Suchanfragen durchgeführt. Vor einem Jahr lag der Tagesschnitt noch bei rund 8,5 Millionen Anfragen.

Duck Duck Go Meilenstein

Ein großes Ereignis für DuckDuckGo: Am 10. Januar wurden in 24 Stunden über 13 Millionen anonyme Suchanfragen durchgeführt.

Nach Bekanntwerden des Überwachungsprogramms PRISM stiegen die Abfragen alternativer Suchmaschinen wie z. B. DuckDuckGo sprunghaft an. DuckDuckGo unterliegt wie alle Unternehmen in den Vereinigten Staaten dem USA PATRIOT Act. Damit ist das Unternehmen verpflichtet, Behörden wie dem FBI, der NSA und der CIA nach einer Genehmigung durch das FISA-Geheimgericht Zugriff auf die eigenen Server zu gewähren. Da die Nutzerdaten allerdings anonymisiert gespeichert werden, könnte kein Geheimdienst auf der Welt einen Nutzen daraus ziehen. Selbst wenn ein Geheimdienst auf das Unternehmen hinter dem Projekt zugeht und Daten verlangen würde, hätten die Stellen keinen Nutzen davon.

Sind die persönlichen Daten wirklich sicher?

DuckDuckGo bietet eine verschlüsselte Datenübertragung mittels SSL und verspricht, keine persönlichen Nutzerdaten zu erfassen. Die Suchmaschine verwendet daher standardmäßig keine Cookies, betreibt keinerlei Tracking und gibt die Keywords nicht an die Seitenbetreiber aus den gelisteten Suchergebnisseiten weiter. Allerdings sind die Daten, wie oftmals fälschlicherweise geglaubt, nicht vor der Erfassung durch Geheimdienste der USA sicher. Als Unternehmen mit dem Sitz in der USA unterliegt der Betreiber auch den Gesetzen und könnte daher gezwungen werden Nutzerdaten zu erheben und ohne Information an die Nutzer an NSA und Co. herauszugeben.

Außerdem betreibt die Suchmaschine ihre Dienste auf Servern von Amazon und die wiederum geben ihre Daten freiwillig an die Geheimdienste weiter.

Die Qualität der Suchergebnisse

DuckDuckGo Suchmaschine Suchergebnisse
Laut eigenen Aussagen will der Suchmaschinenbetreiber nicht nur den Datenschutz in den Vordergrund stellen, sondern sich auch technisch beweisen und die besten Suchergebnisse präsentieren. Im englischsprachigen Bereich ist DuckDuckGo damit auch recht erfolgreich und muss sich neben den Wettbewerbern nicht verstecken.

Die SERPs (Suchergebnissseiten) sind deutlich aufgeräumter als bei Google, die in Deutschland als Marktführer sind. DuckDuckGo wirbt in dem PopUp oben rechts mit „Wir nerven Sie nicht mit Werbung.“, spielt aber dennoch Werbung aus. Über den Suchergebnissen und rechts an der Seite wird jeweils eine Anzeige ausgeliefert.

Kann DuckDuckGo langfristig Marktanteile deutlich steigern?

Webdienste wie Google und Facebook analysieren die Daten jedes einzelnen Benutzers und spielen mit speziellen Filterungen personalisierte Ergebnisse aus. DuckDuckGo hingegen verhindert diese sogenannte „Filterblase“ durch den Verzicht auf die Erfassung von Nutzerdaten. Der Vorteil für die Nutzer ist also ein allgemeines Suchergebnis, was nicht auf die persönlichen Daten aufbaut. Die Suchergebnisse sind also deutlich objektiver. Außerdem verhindert die Erfassung der Daten auch teilweise die Ausspielung von zielgerichteter Werbung (Werbebanner) über das Google Display Netzwerk, was durch viele Website-Betreiber genutzt wird.

Fraglich bleibt dennoch, ob diese Besonderheiten für eine Marktanteil-Steigerung reichen. Die Suchmaschine ist mit täglich 10,82 Millionen Suchanfragen noch weit weg von Googles 3 Billionen Anfragen pro Tag, die 2012 zum letzten Mal Zahlen nannten und nun nur noch deutliche Steigerungen melden.

Suchmaschinen Marktanteile Deutschland 2016

 

Die Marktanteile waren 2016 in Deutschland zu 89,6 % bei Google. Gefolgt wurde der Suchmaschinenriese von Microsofts Suchmaschine Bing. Die ausgespielten Suchergebnisse von Yahoo werden eigentlich auch von Bing ausgeliefert. T-Online und Web.de nutzen die Google-Ergebnisse. Ganz klar zu sehen ist damit, das DuckDuckGo keinerlei Erwähnung findet und einen Marktanteil von unter 0,1% hat. Die Suchmaschine spielt also statistisch noch keine Rolle.

Bestandteil von iOS

Im Jahr 2014 hat Apple die Suchmaschine DuckDuckGo in das iOS Betriebssystem von iPhones und iPads integriert. Nutzer von Apple Endgeräten haben seither die Möglichkeit, die DuckDuckGo als Standardsuchmaschine auszuwählen.

Alternative zu Google?

Wer also anonym(er) im Internet suchen möchte, sollte sich die Alternative zu den klassischen Suchmaschinen mal anschauen. Die steigenden Nutzerzahlen sorgen automatisch für eine steigende Qualität der Suchergebnisse. Wichtig ist zu wissen, dass man bei DuckDuckGo aufgrund der Anonymität keine personalisierten Suchergebnisse finden wird.

 

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