Retro Design: Eine Stilreise

Retro Design: Eine Stilreise

Wenn ich euch sage, dass alles irgendwann wieder kommt, erzähle ich euch nichts Neues. Auch im Design läuft es nicht anders. Gerade jetzt, wo alles digitaler und „unpersönlicher“ wird, greifen Gestalter auf Designs zurück, die aussehen wie aus der „guten, alten Zeit“. Dabei gibt es schon seit der industriellen Revolution Werbung in dem Sinn, wie wir sie heute kennen. Das sind über 150 Jahre, in denen viel passiert ist.

  1. Victorian (1850—1900)
    1. Gestaltungsmerkmale:
  2. Arts and Crafts (1870s—1910s)
    1. Gestaltungsmerkmale:
  3. Avant Garde (1920s-1930s)
    1. Gestaltungsmerkmale:
  4. Art Deco (1920s—1930s)
    1. Gestaltungsmerkmale:
  5. Psychedelic (1960s—1970s)
    1. Gestaltungsmerkmale:
  6. Postmodernism (1970s—1980s)
    1. Gestaltungsmerkmale:
  7. Eindruck
  8. Was spricht für Retro-Design?
  9. Was spricht gegen Retro-Design?

Victorian (1850—1900)

Victorian
Das Viktorianische Zeitalter war stark durch die industrielle Revolution geprägt. Dadurch ergaben sich neue Möglichkeiten in dem Bereich der Qualität beim Druck. Ästhetik drückte sich durch die Verwendung von verschiedene Typographien aus, die man mit Schmuckelementen oder Ornamenten verziert hat.

Gestaltungsmerkmale:

  • Formatfüllend arbeiten (mehr ist mehr)
  • Schrift mit Schatten oder Konturen hervorheben
  • Verbindung aus Text und Bild schaffen
  • Alle Elemente symmetrisch ausrichten

Arts and Crafts (1870s—1910s)

Die Arts and Carfts Bewegung wiedersetze sich der Massenproduktion und den Erfolgen der Industriellen Revolution. Unter der Leitung von William Morris strebten Sie mit der Bewegung eine Rückkehr des handgemachten Designs an.

Arts and Crafts

Gestaltungsmerkmale:

  • Dichte ineinander verlaufende Blumen, Ornamente und kurvige Formen
  • Mittelalterlich inspirierte Typographie
  • Naturelle Farbpalette

Avant Garde (1920s-1930s)

Die Bewegung der Avant Garde orientierte sich am Minimalismus, nach der Lebensweise: Weniger ist mehr. In Deutschland feierte das Bauhaus eine Revolution der minimalistischen Gestaltung mittels der Verwendung von Grundformen und der Grundfarben in den Bereichen der Architektur, der Kunst und des Designs.

Avant-Garde_2

Gestaltungsmerkmale:

  • Form follows function
  • Geometrische formen
  • Gesättigte Farben

Art Deco (1920s—1930s)

Die Art Deco Bewegung entstand relativ zeitgleich mit der Bauhaus Bewegung. So war diese Bewegung ebenfalls mit dem Funktionalismus verbunden. Elegante und klare Linien gehörten zum Ausdrucksmittel der dekorativen Kunst. Einfluss hierfür gaben die Formen der Städte und Maschinen.

4

Gestaltungsmerkmale:

  • Abstrakte Formen
  • Inspiration durch Wolkenkratzer und Maschinen
  • Glänzende, schimmernde Oberflächen

Psychedelic (1960s—1970s)

In der Psychodelischen Stilrichtung versuchte man die Erfahrungen mit Bewusstseinserweiternden Substanzen in den Werken auszudrücken. Die Stilrichtung hat zudem die Musik beeinflusst, so sind verschiedene psychedelische Musikrichtungen wie z.B. Psychedelic Rock und Psychedelic Trance entstanden.

5

Gestaltungsmerkmale:

  • Formatfüllende Gestaltung
  • Helle und knallige Farben
  • Dynamisches Textlayout

Postmodernism (1970s—1980s)

Bei der Postmodernen Stilrichtung wurden sämtliche Seriositäten der Gestaltung aufgehoben. Man fühlte sich frei bei der Wahl von Gestaltungselemente. Frei nach der Einstellung: Alles verwenden was ästhetisch wirkt!

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Gestaltungsmerkmale:

  • Formen stehen im Vordergrund
  • Funktion der Formen tritt in den Hintergrund
  • Hohe Bandbreite an Farbkombination
  • Fotomontagen sorgen für Spaß und Ästhetik

Eindruck

Ihr seht das die Vergangenheit starken Einfluss auf das zeitgenössische Design genommen hat, dabei gibt es noch viele weitere Stilrichtungen von denen sich heutzutage Designer inspirieren lassen. Aber ist es wirklich ratsam sich an gewohnten Trends zu bedienen, anstatt mutig zu sein und neue Ideen zu wagen? Macht euch ein eigenes Bild davon:

Was spricht für Retro-Design?

  • Knallige Farben sorgen für Aufmerksamkeit
  • Große Zielgruppe wird angesprochen
  • Die Retrostilrichtungen haben Wiedererkennungswert
  • Für Printbereich geeignet
  • Ideen mal anders visualisieren

Was spricht gegen Retro-Design?

  • Retrostil wird nicht immer erkannt oder verstanden
  • Kombination aus modern und retro kann zu Widersprüchen führen

Kommentare

  1. Simon Köhler am

    Haha, am besten gefällt mir Psychedelic ;) Ich finde schade, dass heutzutage fast alle Design gleich aussehen… OnePage hier, Slider da… die meisten „Designs“ wirken ohne ein riesiges Stimmungsbild leblos und rechteckig. Hat nichts mit dem Logodesign zu tun, wollte ich aber in dem Zusammenhang mal anmerken.

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  2. Rolf am

    Wow, das nenne ich mal einen gut (recherchierten) Ausflug. Kannte vieler dieser Stile nicht :) Danke dafür!
    Bei den kurzfristig auftretenden Trends im Webdesign wie Brutalism & Co. frage ich mich manchmal wer diese eigentlich setzt. Wo sind die Wurzeln dieser Trends. Das Trends adaptiert werden kann ich wiederum sehr gut verstehen :)

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  3. TYPO3-Webdesign am

    Schöner Artikel.

    Das Avant-Garde-Design ist mein persönlicher Favorit. Das würde heutzutage auch super aussehen…

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