Gestaltgesetze: So ist’s schön!

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Künstler sitzt mit Pinsel und Stift in der Hand am Tisch

In der Gestaltung gibt es viele Gesetze, welche die Wirkung von verschiedenen Elementen und ihr Zusammenspiel analysieren und beurteilen. Heute möchte ich euch einige davon vorstellen.

1.) Das Gesetz der guten Form

Kreise, Quadrate, Rechtecke und Dreiecke – diese Formen sind uns schon von klein auf bekannt, wir können sie bereits im ersten Lebensjahr unterscheiden.
Das Gesetz der guten Form reduziert alles auf diese Grundelemente, es ist in der Gestaltpsychologie das Grundgesetz der menschlichen Wahrnehmung.

2.) Das Gesetz der Erfahrung

Formwahrnemung
Outlines des Mittwald-Logos zeigen das Gesetz der Erfahrung

Es war einmal… Drei Worte, bei denen wir sofort erwarten, ein Märchen erzählt zu bekommen. Das besagt das Gesetz der Erfahrung, wir assoziieren mit gewissen Bildern/Icons bestimmte Dinge. Wenn wir heutzutage auf einer Webseite einen Briefumschlag sehen, erwarten wir dahinter z. B. einen Link zu einer E-Mail Adresse.

3.) Das Gesetz der Ähnlichkeit

Überschriften, Menüs oder andere Elemente von Webseiten oder Büchern teilen oftmals ein gleiches Aussehen, um beim Leser einen Wiedererkennungswert zu wecken. Dieses Prinzip machen sich Gestalter oft zu nutze, um den Benutzern eine übersichtliche Bedienung zu ermöglichen.

4.) Das Gesetz der Geschlossenheit

Die wahrscheinlich stärkste Abgrenzung ermöglicht die Trennung oder Gruppierung durch Linien. Mithilfe von Trennstrichen geteilte Kopf- oder Fußzeilen bei Briefen verdeutlichen diesen Effekt sehr gut.

5.) Das Gesetz der Nähe

Gleiche Gestaltungselemente, die sich näher an anderen befinden, werden als zusammengehörig erkannt. So lassen sich gleiche Elemente lediglich durch ihre Positionierung optisch gruppieren.

nähe wahrnehmung
Eine Reihe von senkrechten Strichen, bei denen jeweils zwei nah beieinander sind

6.) Das Gesetz der Konstanz

Ein Stift auf einem Blatt Papier wirkt größer als ein Stift auf einem Fußballfeld, ein blau gekennzeichneter Link in einem schwarzen Text ist deutlicher als ein blau gekennzeichneter Link in einem bunten Text. Konstante Attribute werden auf anderem Hintergrund anders wahrgenommen. Begründet wird dieses Phänomen durch das Gesetz der Konstanz, welches besagt, dass das Umfeld einen starken Einfluss auf Gestaltungselemente nimmt.

7.) Das Gesetz der Figur-Grund-Trennung

Wir können ein Objekt nur erkennen, wenn es sich von seinem Hintergrund unterscheidet. Diese einfache Regel gilt es zu beachten, wenn wir Gestaltungsobjekte besonders hervorheben möchten. Das menschliche Auge unterscheidet zwischen Figur und Grund. Wenn diese zu ähnlich sind, ist es schwer, eine klare Trennung festzustellen. Der Grund ist meistens offen und nicht vollständig im Bild zu sehen, die Figur hingegen wird meist komplett dargestellt und grenzt sich vom Grund ab.

Kippbild
Zweideutiges Bild, auf dem Vase und zwei Gesichter zu erkennen sind
Sprechblase3
Sprechblasen-Icon

So, das war’s auch schon mit den grundlegenden Gesetzen der Gestaltung. Fallen euch noch weitere Regeln ein? Was gilt für euch als besonders schön?

Kommentare

Matthias Klenk am

So viele Gesetze für (nicht nur) gutes Webdesign.
Gesetz 8 sollte die Persona „Rainer Anders“ sein. Der komplett aus dem Raster fällt und alles „anders“ sieht :-)

Grüße aus Berlin

Viktor Pasztor am
Wie können diese Gestaltgesetze am besten mit aktuellen Trends wie minimalistischem Design oder Mobile-First-Ansätzen kombiniert werden?

Danke Viktor