Die Revolution eures Corporate Blogs

Die Revolution für euren Corporate Blog

„Wir brauchen einen Corporate Blog!“ sind die ersten Worte einer guten Idee. Nun, wollen wir ehrlich sein, die ersten Worte einer potenziell guten Idee. Denn bei einem Corporate Blog ist es wie bei vielen Dingen im Leben: man kann ihn machen, man kann ihn gut machen, oder man kann ihn sehr gut machen. Ich hoffe dieser Artikel hilft euch, letzteres zu schaffen.

  1. Die Revolution gegen Bubble Gum Content
  2. Motiviert? Ja! Aber wo anfangen?
  3. Verstehen, wer eure Leser sind und was sie begeistert
  4. So analysiert ihr eure Blog-Leser
  5. Wahrnehmen: Hört zu!
  6. Wie außergewöhnliche Artikel enstehen
  7. Vom Corporate Blog zur Conversion
  8. Was ihr nach jedem veröffentlichten Blog-Artikel tun solltet
  9. Organisatorisches: Redaktionsplan, Zuständigkeiten, Deadlines – und Motivation
  10. Lokführer und Schaffner: Zuständigkeiten klären
  11. Der Fahrplan: Ein Redaktionsplan als Grundlage für einen gut geführten Corporate-Blog
  12. Pausen zur Pflege und Reinigung
  13. Dein Corporate-Blog: Mehr als Bubble Gum-Content?

Die Revolution gegen Bubble Gum Content

Seien wir ehrlich: Wir alle hassen Bubble Gum Content. Wir wollen beim Besuch eines Blogs überrascht, angesprochen und für mehr als nur wenige Sekunden für neue Themen begeistert werden. Für den Betreiber der Seite erfordert das Zeit und Arbeit, ohne Frage. Doch sprechen wir hier von Mühe, von denen seine Besucher und letztendlich auch er selbst profitiert. Denn wir Betreiber von Corporate Blogs wollen kein „Ja, die haben auch einen Blog“, sondern ein „Deren Blog musst du unbedingt lesen!“.

Motiviert? Ja! Aber wo anfangen?

Ich möchte euch in diesem Artikel eine Art Roadmap aufzeigen, mit der ihr dafür sorgen könnt, dass euer Corporate Blog dauerhaft Relevanz hat. Hierbei ist es völlig in Ordnung wenn ihr feststellt, dass ihr bisher eher einen Bubble-Gum-Blog betrieben habt. Lasst eure Beiträge liegen und startet neu durch.

Durch folgende Punkte werde ich euch begleiten:

  • Verstehen, wer Leser sind und was sie begeistert
  • Wie außergewöhnliche Artikel entstehen
  • Vom Corporate Blog zur Conversion
  • Was ihr nach jedem veröffentlichten Blog-Artikel tun solltet
  • Organisatorisches: Redaktionsplan, Zuständigkeiten und Deadlines

Verstehen, wer eure Leser sind und was sie begeistert

Die Grundlage jedes guten Corporate Blogs, ist ein Verständnis für die Leserschaft. Ihr müsst wissen, wer eure Leser sind und was sie interessiert. Dabei wollen wir bewusst einen Schritt weiter gehen und nicht nur beim Produkt bleiben, dass man als Unternehmen verkauft.

Es kann verwundern, aber es ist wahr: Leser eures Blogs interessieren sich nicht nur für euer Unternehmen :-). Nicht grundlos findet ihr in unserem Blog immer wieder Artikel, die nichts mit dem Thema Hosting zu tun haben. Wie z.B. dieser Artikel hier, der euch Tipps für euren Corporate Blog gibt. Ihr findet aber auch Tippspiele, erfahrt was Agenturen von Star Wars lernen können oder entwickelt Ratgeber zum Thema Minimalismus. Wir wollen euch nicht langweilen, im Gegenteil! Der Mittwald Blog soll im Alltag überraschen, ansprechen und für mehr als nur wenige Sekunden begeistern.

Mit scheinbaren Offtopic-Themen die Brücke zu relevanten Inhalten schaffen.

Mit scheinbaren Offtopic-Themen die Brücke zu relevanten Inhalten schaffen.

Hier sind wir schon beim Thema wer unsere Leser sind und für was sie sich interessieren. Wir wissen folgendes:

  • Unter unseren Lesern finden sich zahlreiche Web- und Werbeagenturen und Freelancer (wer)
  • Nicht alle, aber viele von unseren Themen sind interessiert an Themen wie TYPO3, WordPress, Shopware, Star Wars, Tipps fürs Büro sowie Fußball (was)

Wie sind wir dahin gekommen zu wissen, was unsere Leser interessiert? Wir unterscheiden zwischen analysieren und wahrnehmen.

So analysiert ihr eure Blog-Leser

Es gibt zahlreiche Tools, die es euch erlauben eure Blog-Leser zu analysieren. Doch wichtig sind nicht die Tools, sondern die Erkenntnisse, die wir daraus gewinnen.

Eine grundlegende Information ist: Welcher Artikel wird wie häufig gelesen? Dies zeigt recht klar, wofür sich eure Leser interessieren. Dagegen zeigt die Verweildauer, wie relevant der Artikel geschrieben war. Ein Tipp von mir: Wertet die Eingaben in der Suchmaske eures Blogs aus. So könnt ihr besser verstehen, was eure Besucher interessiert.

Ich empfehle euch einmal im Monat Zeit zu nehmen, um die meistgelesenen Artikel durchzuschauen und Rückschlüsse für die Zukunft zu ziehen. Bitte achtet dabei darauf Besucher über Suchmaschinen zu filtern. Denn diese zählen häufig nicht zu eurer Leserschaft und dürfen bei der Analyse vernachlässigt werden.

Wahrnehmen: Hört zu!

Es gibt einiges, was Leser erzählen – und ihr hört vielleicht einfach nicht zu. Ihr könnt Interessen recht schnell ausmachen, indem ihr einmal die Tweets eurer Kunden lest oder deren Facebook-Profile anschaut. Für welche Themen begeistern sie sich und wofür nehmen sie sich Zeit? Ihr könntet dabei einige interessante Entdeckungen machen.

So lassen sich aus den Interessen der Facebook-Profile recht schnell Rückschlüsse auf die Freizeitgestaltung schließen. Wird ein besonderer Sport, oder sogar besser noch eine konkrete Sportmannschaft favorisiert? Was hindert euch daran einmal im Monat ein Blog-Update zu der Mannschaft zu geben? Findet ihr Interesse an einem aktuellen Event? Warum es nicht besuchen und ein Recap im Blog veröffentlichen?

Wie außergewöhnliche Artikel enstehen

Nein, ihr braucht keinen Katzen-Content um für eure Leser gute Blogartikel schreiben zu können. Denn ihr wollt kein Bild veröffentlichen, das nach 5 Sekunden mit einem Lächeln weggeklickt wird. Was ihr wollt, ist Relevanz für den Alltag eurer Leser!

Wie aber außergewöhnliche Artikel schreiben? Es gibt zahlreiche Artikel im Web, die sich mit diesem Thema beschäftigen (googelt mal „tipps blogartikel“) und lasst euch inspirieren. Wenn ihr nicht genug Ideen findet, nehmt gerne meine mit:

  • Dont’s
    • Artikelthemen von anderen Webseiten aufgreifen
    • Artikel zu Themen schreiben, für die man Interesse hat
    • Begrenzung bzgl. Wörteranzahl geben
  • Do’s
    • Zeit für einen Blog-Artikel nehmen
    • Reflektieren, welche Themen in der letzten Zeit für einen selbst interessant waren
    • Zusammenhang zu dem was eure Leser interessieren herstellen
    • Verschiedenste Medien verwenden (Text, Bild, Video, Animation)

Vom Corporate Blog zur Conversion

Früher oder später kommt der Punkt, wo man Gewinne sehen will. Der Corporate Blog soll nicht nur befüllt werden, sondern auch die Einnahmen erhöhen. Dass das möglich ist, steht außer Frage.

Der Wettbewerb im Wettbereich ist sehr umkämpft, um dort als Blog mit Affiliate-Links oder Bannern einen Ertrag zu erlangen, muss man sich echt ins Zeug legen. Ein gutes Beispiel ist wettenerfahrungen.com, dort werden die Artikel sehr ausführlich geschrieben und der gesamte Blog-Aufbau ist auf Conversions optimiert.

Wenn man dann einmal so weit ist, dass Traffic kommt und auch die Conversions da sind, muss man für eine Optimierung der Conversionrate aber auch genauere Daten haben.

Wie aber misst man diese Conversionrate und die Herkunft der User, die auf der eigenen Seite die Zielvorhaben erfüllen?

Dem einen oder anderen von euch dürfte Google Analytics bereits bekannt sein. Das Tool analysiert das Verhalten von Besuchern eurer Webseite. So lassen sich wertvolle Rückschlüsse ziehen. Möglich sind zwei Wege: Nutzt Segmente von Google Analytics um zu ermitteln, welche Besucher auf dem Blog und später auf der Produktseite waren.

Verweispfade Google Analytics

So können Pfade in Google Analytics zeigen, wie häufig Blog-Artikel zur Conversion führen.

Alternativ könnt ihr mit dem Multi-Channel-Trichter arbeiten (Conversions /Multi-Channel-Trichter). Da die Einrichtung etwas umfangreicher ist, empfehle ich euch bei Interesse die Google Analytics Hilfe. Bitte beachtet, dass ihr hierfür das E-Commerce aktiviert und eingerichtet haben musst.

Was ihr nach jedem veröffentlichten Blog-Artikel tun solltet

Es hat seinen Grund, warum Unternehmen neue Produkte bewerben. Es reicht nicht aus ein hervorragendes Produkt herzustellen, andere müssen auch darüber informiert werden. Das gleiche gilt für eure Blog-Artikel. Sind diese einfach grandios, können sie bei fehlender Bewerbung dennoch untergehen. Nehmt euch daher nach dem Veröffentlichen eines Artikels bewusst Zeit, um diesen zu bewerben. Das kann so gehen:

  • Teilen in Social-Media-Profilen und evtl. Buchen von Werbung
  • Teilen über Newsletter
  • Benachrichtigen wichtiger Personen per E-Mail
  • Promoten mit starker Präsenz auf der Webseite (z.B. in der Sidebar oder in einem Teaser auf der Webseite)

Organisatorisches: Redaktionsplan, Zuständigkeiten, Deadlines – und Motivation

Da kann noch so viel Motivation und Power hinter einem Blog stehen: Habt ihr nicht einige organisatorische Punkte abgearbeitet, werdet ihr früher oder später Probleme haben. Nehmt euch daher auch Zeit, um zu organisieren. Stellt euch euren Corporate-Blog dafür als Zug vor. Bei einem Zug findet man unter anderem folgendes:

  • Lokführer
  • Schaffner
  • Gleise
  • Fahrplan
  • Pausen zur Pflege und Reinigung

Lokführer und Schaffner: Zuständigkeiten klären

Es passiert schnell, dass ein Corporate-Blog gestartet, danach aber nur mit der nötigsten Energie gepflegt wird (erinnert euch: „Denn bei einem Corporate Blog ist es wie bei vielen Dingen im Leben: man kann ihn machen, man kann ihn gut machen, oder man kann ihn sehr gut machen.“). Das liegt häufig daran, das die Zuständigkeiten nicht klar geklärt sind.

In jedem Fall braucht es, in der Eisenbahn-Sprache gesprochen, einen Schaffner, sprich jemanden, der den Blog führt. In seiner Verantwortung liegt es für regelmäßigen und guten Content zu sorgen und den Zug auf den richtigen Gleisen zu lassen. Ein Blog ist aber nie eine One-Man-Shop, sondern das Zusammenspielen eines Teams. Der Schaffner tretet auf.

Bei einem Zug kümmert sich ein Schaffner um die Kontrolle der Tickets, ist aber auch Ansprechpartner bei Fragen. Übertragen auf einen Corporate-Blog könnte es sich bei einem Schaffner um Redakteure handeln, die Inhalt erstellen und dafür sorgen, dass Kommentare freigeschaltet und bearbeitet werden.

Klärt diese Zuständigen unbedingt ab und zieht dabei auch klare Linien: Wer kümmert sich um Plugin-Aktualisierungen? Wer um Kommentare? Wer um den Redaktionsplan?

Der Fahrplan: Ein Redaktionsplan als Grundlage für einen gut geführten Corporate-Blog

Wer in einem Unternehmen arbeitet, wird eine gewisse Planung haben. So wird man eventuell quartalsweise, monatlich oder vielleicht auch über das ganze Jahr planen. Gleiches gilt für den Blog. Pflegt einen Redaktionsplan, in dem ihr festhaltet, was ihr wann auf eurem Corporate-Blog erledigt bzw. veröffentlicht. Pflegt in dieser Liste auch die Zuständigkeiten.

Schon eine einfache Excel-Vorlage lässt sich als Redaktionsplan verwenden.

Schon eine einfache Excel-Vorlage lässt sich als Redaktionsplan verwenden.

Mit so einem Redaktionsplan könnt ihr den einzelnen Redakteuren (Schaffnern) eine gute Übersicht dazu bieten, wann welcher Artikel fertiggestellt und veröffentlicht werden kann.

Pausen zur Pflege und Reinigung

Ein Corporate-Blog läuft und läuft und läuft und… Ein Blog ist etwas lebendiges und aktives. Damit sich aber die Zuständigen dann und wann ausruhen und Wartungsarbeiten durchgeführt werden können, empfehle ich euch Pausen einzuplanen. Richtet euch dabei nach eurer Zielgruppe. Verkauft ihr Weihnachtsdeko, sollte die Pause vielleicht in den Sommer fallen. Verkauft ihr Gartengeräte, plant den Winter als Pause.

Diese Pausen sollten transparent kommuniziert werden, damit zuständige Mitarbeiter problemlos Urlaub nehmen können und auch Leser bescheid wissen: Der Blog macht Urlaub.

Dein Corporate-Blog: Mehr als Bubble Gum-Content?

Ok, jetzt liegt es an dir. Du weißt wie ein guter Corporate-Blog aussehen kann und wie viel Potenzial darin steckt. Du kannst weiter machen und deinen Blog wie bislang pflegen oder aber mit einem kompletten Umbau beginnen. Es liegt an dir zu entscheiden, ob dein Blog mit „Ja, die haben auch einen Blog“ oder „Deren Blog musst du unbedingt lesen!“ empfohlen wird.

Kommentare

  1. Gravatar
    Alex L am

    Hallo Viktor,
    also doch nicht so einfach die Sache mit dem Corporate Blog und ich habe allein schon mit meinen Hobby-Blogs viel um die Ohren. Aber etliches aus deinem Post kann ich auf meine Projekte beziehen, denn ich will mich noch mehr verbessern und dazu lernen. Die Organisation um das Blog herum muss stimmen und da denke ich mal, wenn ich alles durchgeplant habe, sollte es passen. Aber grundlegend bin ich etwas spontaner bei der Sache und möchte nicht jedem Blogger-Event hinterher sein.

    Es werden CMS-Erfahrungsberichte und CMS-Update-Tutorien verbloggt und zudem noch reine Blogger/Blogparaden-Themen.

    Von Bubble-Gum-Content las ich auch hier bei euch zum allerersten Mal und wusste vorher nicht, was es sein soll :) Aber das ist gut zu wissen, dass es niemand lesen will.

    Mich zu sehr bei meinen Themen festlegen, möchte ich ja auch nicht und dennoch muss ich versuchen, bei meiner Zielgruppe „bloggende Webmaster“ und „CMS-Nutzer“ zu bleiben. Für alle und jeden blogge ich definitiv nicht, sondern für eine sehr kleine Zielgruppe, weil es in den meisten Fällen nicht um das am meisten genutztes WordPress CMS-System geht. Es sind auch exotische CMS, die deutschlandweit eher weniger zum Einsatz kommen. So versuche, meine Leser für diese Themen zu begeistern und diese Themen werden auch google-technisch gesucht. Das kann ich dann gerne behandeln und immer wieder bin ich der Search Console, um noch mehr Erkenntnisse zu sammeln.

    Übrigens ist heute mein Feedback-Donnerstag, an dem dieser Artikel auf Internetblogger.biz verlinkt gehört :)

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