Minimum Viable Product – Weniger ist mehr

Umsetzbarkeit von Agilität in Unternehmen…wer erinnert sich? Vor nicht allzu langer Zeit haben wir uns im Blog mit diesem Trendthema auseinandergesetzt und festgestellt, dass die Umsetzung in traditionellen Unternehmen oftmals gar nicht so easy zu sein scheint. Das Minimum Viable Product arbeitet mit der „Weniger ist mehr“-Strategie und kann bei Projektarbeiten und ähnlichen komplexen Aufgaben eine simple aber effektive Lösung für die zuvor beschriebene Problematik sein …

Wie funktioniert's?

Die Methodik des Minimum Viable Product (MVP) ist schnell und einfach und eben ziemlich agil. Die Übersetzung des MVPs („minimal überlebensfähiges Produkt“) kann in diesem Fall wörtlich genommen werden, denn genau dadurch zeichnet es sich aus: Ein schlichtes Produkt mit minimalen Funktionen wird entworfen und unmittelbar veröffentlicht. Ein Beispiel hierfür wäre eine einfache Landingpage, ohne dabei den Aufbau von weiteren, tiefergehenden Ebenen zu verfolgen. Ganz nach dem Motto „minimaler Input – maximaler Output“ sind die Mitarbeiter bei der MVP-Strategie sozusagen dazu verpflichtet, den Arbeitsaufwand zunächst (!) so gering wie möglich zu halten. 

Klingt doch erst mal nicht verkehrt, oder? :-) Dadurch, dass das Produkt zu Beginn auf einem sehr niedrigen Komplexitätsniveau gehalten wird, können sämtliche Ressourcen gespart werden. Direkt nach der Veröffentlichung des jeweiligen Produktes sind die Kunden an der Reihe: Es wird Feedback von den Early Adopters,also von den Personen, die das Produkt unmittelbar nach der Einführungsphase kaufen bzw. nutzen, gesammelt. Mithilfe dieser Rückmeldungen wird es erweitert und vervollständigt. Somit entsteht nach und nach ein Produkt, was voll und ganz den Bedürfnissen des Kunden entspricht effektive Risikominimierung könnte man es auch nennen.

Ein Beispiel für einen Minimum Viable Prodcut.

 Beispiel MVP-Ansatz

Warum MVP?

Das oben angesprochene reduzierte Risiko ist natürlich einer der Hauptgründe, weswegen ich euch die Nutzung der MVP-Strategie ans Herz legen möchte. Jeder von uns kennt es: „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“ – ein neues Produkt kann noch so detailliert und perfektionistisch geplant werden, trotzdem birgt der schnelllebige Markt immer wieder Risiken in Bezug auf die tatsächliche Umsetzung. Deswegen kann das eingeschränkte Risiko durch MVP besonders für Agenturen in einem dynamischen Arbeitsumfeld ein großer Vorteil sein: Schnell und kostengünstig kann festgestellt werden, ob das Produkt eine Chance hat, am Markt zu bestehen. Kundenwünsche können kaum verfehlt und teure Umfragen sowie quantitative/qualitative Studien gleichzeitig geschickt umgangen werden … obwohl sie indirekt trotzdem durchgeführt werden – wenn ihr versteht, was gemeint ist. ;-) 

Ein weiterer Vorteil ist auch, dass Kunden i.d.R. keine detaillierten Kenntnisse der IT oder Programmierung benötigen. Webseiten können heutzutage bspw. mit leicht zu bedienenden Baukästen erstellt und angepasst werden, sodass die Kunden per Learning by doing den Entwicklungsprozess durchlaufen. Im Arbeitsumfeld von Agenturen wird dadurch also der Druck gemildert, denn es geht weniger darum, ein Produkt mit einer maximalen Anzahl von Features herauszubringen. Vielmehr wird die Zusammenarbeit mit den potenziellen Kunden gefördert, indem gemeinsam ein marktreifes Ergebnis erarbeitet wird.

Der MVP-Ansatz verfolgt übrigens das Grundprinzip des Lean Startups, eine Methode, die ebenfalls von hoher Agilität geprägt ist. Dabei werden irrelevante Aktivitäten vermieden und absatzfähige Produkte entwickelt, die den Kundenbedürfnissen entsprechen.

Die Kehrseite: der Wettbewerbsdruck

Jede Medaille hat bekanntlich eine Kehrseite – so auch das Minimum Viable Product. In der heutigen agilen Arbeitswelt ist die Arbeitsweise der MVP-Strategie zunächst vorteilhaft, jedoch ist der Markt oft so gesättigt, dass das anfänglich schlichte Produkt nur schwer mit der Konkurrenz mithalten kann. Kunden haben oftmals eine riesige Auswahl an Produkten mit ähnlichen Funktionen, sodass der Wettbewerbsdruck hoch ist und die Möglichkeiten des MVP-Ansatzes teilweise eingeschränkt sind. Aber ohne Wettbewerb geht es ja auch nicht, oder?!

Was ihr beachten solltet

Schlussendlich komme ich zu dem Ergebnis, dass das MVP trotz alledem ein toller Ansatz ist, um agiles Arbeiten zu fördern. Auf einige Dinge solltet ihr bei der Umsetzung aber besonders achten:

  • Fokus: Konzentriert euch auf die wesentlichen Eigenschaften des Produktes und verleiht diesem bloß nicht zu viel Schnickschnack.
  • Schnelligkeit: Perfektion ist gut, Schnelligkeit in diesem Fall aber besser :-)  Besonders in Bezug auf die schnelle Umsetzung von Ideen und Feedbacks.
  • Kosteneinsparungen: Die MVP-Strategie zielt darauf ab, Ressourcen zu sparen. Nicht nur die Umsatzzahlen, sondern auch die Ersparnisse messen den Erfolg.

Zu guter Letzt, möchte ich noch mal darauf hinweisen, dass der Ablauf dieser Methodik wirklich simpel ist, sodass sich immer an Folgendem orientiert werden sollte:

Mittwald stellt die MVP-Methode vor, die ein agiles Arbeiten fördert.

Wie steht ihr zum Thema MVP? Effektive Methode zur Steigerung von Agilität oder doch zu trivial, um damit am Markt erfolgreich zu sein?

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