Im Interview mit Trajan Tosev: Instagram und das Influencer-Marketing – lohnt sich der Einsatz für Unternehmen?

Im Interview mit Trajan Tosev: Instagram und das Influencer-Marketing – lohnt sich der Einsatz für Unternehmen?

Influencer hier. Influencer da. Auch in 2018 handelt es sich beim Influencer-Marketing um einen riesen Hype, von dem Unternehmen gerne profitieren möchten.
Doch lohnt sich diese Investition? Zu dieser und weiteren Fragen haben wir Trajan Tosev, Coach & Berater für Instagram Marketing und Online Business, befragt.

  1. Erfolgreiche Influencer finanzieren sich durch Werbung einen Luxuslifestyle. Ist Influencer-Marketing noch authentisch?
  2. Mit welcher Art von Influencer erreicht man bessere Ergebnisse: Micro-Influencer oder Prominente?
  3. Wie finde ich die richtigen Influencer für mein Unternehmen?
  4. Was muss bezüglich der Transparenz beachtet werden, damit keine rechtlichen Probleme resultieren?
  5. Ist Influencer-Marketing auch zukünftig noch sexy? Wohin wird sich die Zusammenarbeit mit Influencern entwickeln?
Coach und Berater Trajan Tosev

Trajan Tosev ist selbstständiger Coach und Berater für Instagram Marketing und Online Business.

Erfolgreiche Influencer finanzieren sich durch Werbung einen Luxuslifestyle. Ist Influencer-Marketing noch authentisch?

Trajan Tosev: Die Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Wie bei jeder Form von Marketing gibt es auch beim Influencer-Marketing Beispiele von „unauthentischer“ Werbung. Ich bin aber der Meinung, dass gerade erfolgreiche Influencer authentischer sind, da diese nicht auf jede mögliche Partnerschaft angewiesen sind. Sie können sich die Produkte und Marken auswählen, hinter denen sie wirklich stehen und die sie promoten wollen.

Mit welcher Art von Influencer erreicht man bessere Ergebnisse: Micro-Influencer oder Prominente?

Tosev: Prominente haben in den sozialen Netzwerken ein riesen Publikum. Das bedeutet, dass eine große Anzahl an Menschen das beworbene Produkt sehen wird. Unter Umständen kann es sein, dass es sich bei den Followern um eine breite Zielgruppe handelt. Micro-Influencer weisen hingegen eine deutlich geringere Reichweite auf. Sie genießen jedoch ein hohes Vertrauen, da sie eine treue und themenaffine Followerschaft haben.

Je nach Unternehmen ist es eine Abwägungssache, ob man mit Micro-Influencern oder Prominenten kooperiert. Beispielsweise kann ein kleines Start-up, aufgrund ihres eingeschränkten Budgets zunächst nur mit den „kleineren“ Influencern zusammenarbeiten. Bei größeren Unternehmen empfehle ich jedoch eine gute Mischung aus Micro-Influencern und Prominenten.

Wie finde ich die richtigen Influencer für mein Unternehmen?

Tosev: Bevor ich zu irgendwelchen Tools greife oder Agenturen damit beauftrage, würde ich erstmal bei meinen eigenen Mitarbeitern nachhören. Sie folgen bestimmt einigen Personen, die sie für eine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen geeignet finden. Häufig gibt es in der Firma selbst sogar den einen oder anderen (Micro-)Influencer. Die Unternehmen sollten bei der Auswahl eines Influencers darauf achten, dass dieser zur Marke passt. Ansonsten stellt sich wieder die Frage der Authentizität. Sinnvoll ist es, dass man sich vorab mit dem Influencer und seinen Kanälen gut auseinandersetzt, denn nur glaubwürdige Kooperationen sind nachhaltig und gut.

Außerdem sollte man sich von reinen Followerzahlen nicht blenden lassen. Die Interaktionsrate (vor allem die Kommentare unter den Postings) sind mindestens genauso wichtig. Es gibt Tools, wie zum Beispiel influencerdb.net, die diese Interaktionsrate berechnen – im Idealfall läge diese über 4 %.

Was muss bezüglich der Transparenz beachtet werden, damit keine rechtlichen Probleme resultieren?

Tosev: Da ich kein Jurist bin, kann ich hier keine verbindlichen Aussagen treffen. Im Prinzip ist aber eine Kooperation klar und deutlich als Werbung zu kennzeichnen. Instagram hat hierzu ein extra Tool eingeführt, mit dem solche „bezahlte Partnerschaften“ gekennzeichnet werden können. Im Zweifelsfall ist es aber empfehlenswert, immer einmal mehr darauf hinzuweisen, dass es sich bei diesem Post um Werbung handelt.

Im Allgemeinen schafft Transparenz Glaubwürdigkeit, da man ehrlich mit seiner Community umgeht und diese nicht täuscht. Aus diesem Grund ist es ratsam, Regelungen zur Werbekennzeichnung zwischen Unternehmen und Influencern vertraglich festzuhalten.

Ist Influencer-Marketing auch zukünftig noch sexy? Wohin wird sich die Zusammenarbeit mit Influencern entwickeln?

Tosev: Wir stehen hinsichtlich des Influencer-Marketings noch ganz am Anfang. Dieser Zweig wird sich in den kommenden Jahren professionalisieren und weiterentwickeln. Wir sehen jetzt schon die ersten Agenturen, die Influencer vertreten und Deals für sie ausmachen. Diese Weiterentwicklung wird allerdings zukünftig die Kosten für die Zusammenarbeit mit Influencern nach oben treiben.

Wer noch günstig davon profitieren will, sollte lieber keine Zeit verlieren ;-)


Habt ihr schon Erfahrungen mit Influencer-Marketing gemacht und was habt ihr für Resultate daraus gezogen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

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