Die Geheimwaffe für effektives Arbeiten: So findest du den Flow!

Acht Stunden täglich, fünf Tage die Woche verbringen wir im Büro und leisten unser Bestes – zumindest versuchen wir es. Das geht mal besser, mal schlechter, wird aber optimal, wenn wir uns im sogenannten Flow befinden. Bereit für optimiertes Arbeiten?

  1. Die Theorie hinter dem Flow erklärt
  2. Das Gleichgewicht zwischen Unterforderung und Überforderung
  3. Raum, damit Flow entstehen kann
  4. Der Weg zum Tunnel kann lang sein: Meistere deine Tätigkeit
  5. Die Risiken des Flows für euren Alltag

Der besonders unter Programmierern weit verbreitete Ausdruck „Flow“ stellt den erstrebenswerten Zustand bei der täglichen Arbeit da: Man verliert sich in einer Tätigkeit, ist von außen kaum noch ansprechbar und so vertieft in die Materie, das die Stunden nur so verfliegen – und zudem fühlt man sich auch noch gut danach.

Wie muss eine Tätigkeit aussehen, damit das gelingt und was gilt es beim Arbeiten im Flow zu beachten?

Die Theorie hinter dem Flow erklärt

Es gibt einige Forschungen zum Flow, die die Theorie hinter dem Phänomen erklären. Im Prinzip gelangen sie dabei zur folgenden Feststellung: Menschen kommen in den Flow, wenn sie bei einer Aufgabe nicht über- oder unterfordert sind und komplett in eine Tätigkeit versinken können.

Laut dieser Definition kann jeder Mensch bei jeder Tätigkeit den Flow-Zustand erleben. Ob er nun programmiert, Bogenschießen übt, einen Blog-Artikel verfasst oder aber kocht.

Das Gleichgewicht zwischen Unterforderung und Überforderung

In der oben erwähnten Feststellung wird auf die Über- und Unterforderung eingegangen. Dieser Punkt spielt zum Erlangen des Flows eine wichtige Rolle.

Damit Flow entstehen kann, muss volle Konzentration auf eine Tätigkeit ausgeübt werden können. Wichtig: Gemeint ist damit nicht ein Projekt (z. B. in einem halben Jahr eine Fremdsprache erlernen) sondern eine einzelne Tätigkeit (z.B. heute 30 Minuten Französisch üben). Je mehr Ablenkungen dabei entstehen, umso schwerer wird es den Flow zu erreichen.

Bei einer Überforderung wird jemand wieder und wieder nach Hilfe suchen. Ob er nun, um bei unserem Beispiel zu bleiben, jedes französische Wort nachschlagen muss oder aber in ein französisches Forum schreibt, wo er um Hilfe bei der Übersetzung bittet. So oder so: Ablenkung von der eigentlichen Tätigkeit entsteht.

Gleiches findet sich bei der Unterforderung. Spricht jemand bereits Französisch wie ein Muttersprachler, soll nun aber grundlegende Lektionen über die Namen der Tiere erlernen, schweifen seine Gedanken wieder und wieder ab. Die Tätigkeit ist nicht anspruchsvoll genug, er ist unterfordert.

Raum, damit Flow entstehen kann

flow und glück

Dann und wann sinnvoll: Rückzug für mehr Konzentration.

Neben dem Gleichgewicht zwischen Über- und Unterforderung, spielt ein weiterer Faktor in die Förderung des Flows hinein: Konzentration.

Je mehr Ablenkungen vorhanden sind, umso schwerer fällt es einer Person in den Flow zu kommen. Sprechen also einen immer wieder Kollegen an, herrscht im Büro das minütliche Kommen und Gehen von Besuchern oder klingelt das Telefon im regelmäßigen Takt, wird Konzentration ungemein schwer.

Nicht grundlos setzt manch einer im Büro auf Geräusch-unterdrückende Kopfhörer oder aber auch mal gerne Oropax: Konzentration soll geschaffen werden.

Mit diesem Wissen um den Flow kann man seine Arbeitsumgebung bewusst gestalten und Ablenkungen entweder entfernen oder aber kontrollieren. So führen manche Unternehmen „Sprechstunden“ für Abteillungen mit Programmierern ein, damit diese sich komplett auf ihre Tätigkeit konzentrieren und damit in den Flow kommen können.

Der Weg zum Tunnel kann lang sein: Meistere deine Tätigkeit

„Los gehts! Flow, ich warte auf dich!“ denkt ihr vielleicht gerade und geht an ein neues Projekt – und merkt nach einer halben Stunde, dass die Zeit immer noch wie im Schneckentempo vergeht.

Es gibt eine Komponente, die bei dem Thema Flow nicht vergessen werden darf: Erfahrung. Prinzipiell gilt die Regel: Je erfahrener jemand in einer Tätigkeit ist, umso schneller kommt er dabei in den Flow.

Laptop Hände

Je erfahrener jemand in seiner Tätigkeit ist, umso schneller kommt er in den Flow.

Ihr kocht erst seit einigen Wochen und klammert euch bei Rezepten an jede einzelne Angabe? Ihr restauriert ein Möbelstück und recherchiert jeden Schritt ausgiebig über Google? Ihr spielt Klavier, müsst euch aber immer noch auf die richtige Haltung der Hände konzentrieren?

Flow kann erst entstehen, wenn ihr ein Stückchen sicherer in einer Tätigkeit geworden seid. Bedeutet auch: Je einfacher eine Tätigkeit zu verstehen ist, umso schneller könnt ihr in ihr den Flow erreichen. Mit diesem Wissen lässt sich nachvollziehen, warum so viele Computerspiele Flow-Zustände hervorrufen: Sie sind einfach zu verstehen.

Macht euch daher bewusst: Je komplexer die Tätigkeit ist, die ihr lernen wollt, umso länger werdet ihr brauchen, bis ihr den Flow-Zustand erreicht.

Die Risiken des Flows für euren Alltag

Bei all dem Lob für den Flow gilt es eines zu beachten: Der Flow nimmt eure Konzentration und Aufmerksamkeit komplett in Anspruch. Das ist gut für die Tätigkeit, der ihr nachgeht, jedoch nachteilig für eure Umgebung.

Sind klare Absprachen vorhanden und jeder akzeptiert Sprech- und Aufmerksamkeitsgrenzen während der Arbeitszeiten, dürftet ihr kein Problem mit dem Flow haben. Arbeitet ihr aber z. B. vom Home-Office aus und eure Familie will dann und wann etwas von eurer Aufmerksamkeit haben, sollte klar definiert werden, wie und wann ihr verfügbar seid. Damit Gespräche mit „Das hab ich dir doch erzählt!“ – „Nein, hast du nicht!“ kein Teil eures Alltags werden.

Wir freuen uns von euren Erfahrungen mit dem Flow zu lesen! Wo entdeckt ihr Flow-Zustände in eurem Alltag als Freelancer oder in der Agentur?

Kommentare

  1. Gravatar
    Alexander Liebrecht am

    Hallo Viktor,
    sehr interessanter Blogpost und ich bin selbst oft im Flow, wenn ich meine Kommentare-Runden drehe, wie jetzt auch hier. Das Radio läuft nebenbei, aber ich bekomme da nichts mit. Die Balkontür leicht geöffnet, doch auch das interessiert mich wenig. Sobald ich den ersten Kommentar geschrieben habe, zieht es mich magisch an und ich möchte weitermachen und weitere Blogs lesen.

    Es kommt oft vor, dass ich dann im Flow bin. Auch schreibe ich locker 1300 Wörter Artikel, wenn ich im Flow bin. Es rutscht einfach besser von der Hand. Du schaltest die Umgebung komplett aus und konzentrierst dich nur auf das Wesentliche. Das gelingt mir im Blogger/Webmaster-Alltag gut.

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