Wie Agenturen die neuen Funktionen von WhatsApp nutzen können

Die Geschichte von WhatsApp startete im Jahr 2009 mit den Gründern Jan Koum und Brian Acton. Parallel zum Aufstieg von Facebook und Twitter wollten sie ein neues soziales Netzwerk erschaffen – und hatten Erfolg! So viel, dass der eigentliche Konkurrent Facebook den WhatsApp Messenger im Jahr 2015 für satte 19 Milliarden US Dollar aufkaufte. Die anfängliche Kritik an dieser Übernahme tut der Beliebtheit von WhatsApp keinen Abbruch: Bei einer aktuellen Umfrage von Statista gaben 95 % der 18 bis 64-jährigen an, dass sie WhatsApp regelmäßig nutzen. Der Facebook Messenger landet mit 49 % auf Platz zwei, Skype ist mit 16 % auf einem abgeschlagenen dritten Platz. Andere Messengerdienste wie Threema, Telegram oder Viber kommen zusammen auf 15 %. 
Über die Jahre wurde WhatsApp immer erweitert und es gab neue Funktionen wie den WhatsApp Call oder Stories. Und nun stehen dem Messenger einige gravierende Änderungen bevor, die ihn noch mehr in den "Facebook Kosmos" integrieren und letztendlich monetarisieren soll.

  1. WhatsApp Story Ads kommen 2020
  2. WhatsApp Newsletter werden abgeschafft
  3. Testphase des Produktkatalogs

WhatsApp Story Ads kommen 2020

Als Facebook WhatsApp übernahm, wurde mehrfach betont, dass die beliebte Chat-App weiterhin eigenständig und vor allem werbefrei bleiben soll. Nachdem mittlerweile beide WhatsApp-Gründer bei Facebook wieder ausgestiegen sind, soll sich dies nun ändern: Ab 2020 werden in WhatsApp die Story Ads eingeführt. Eine erste Vorschau gab es auf dem Facebook Marketing Summit 2019 in Rotterdam. 

WhatsApp Story Ads: So sehen die neuen Ads aus

Quelle: Oliver Ponteville auf Twitter.

Hier sind erst mal keine großen Unterschiede zu den Story Ads auf Facebook oder Instagram zu erkennen, somit wird das Format vermutlich auch dasselbe sein. Offizielle Angaben gibt es hierzu aber noch nicht. In den privaten Chats soll es (vorerst) keine Anzeigen geben. Wie lange sich Facebook an dieses Versprechen hält, werden wir sehen. :)

Potenzial für Agenturen: Wir haben es bei der Einführung der Instagram und Facebook Story Ads bereits erlebt: Gerade zu Beginn erreicht man hier noch sehr hohe Reichweiten zu geringen Klickpreisen. Schließlich sind anfangs erst wenige Mitbieter auf der Plattform unterwegs und es ist noch keine Übersättigung bei den Zielgruppen eingetreten. So könnt ihr eure Agenturkunden also superglücklich machen. Das Schöne dabei: Durch das vermutlich ähnliche Format zu den Facebook und Instagram Story Ads müsst ihr keine neuen Anzeigen produzieren (lassen), sondern könnt euren bereits produzierten Inhalt „recyceln“ – bessere Ad Performance ohne zusätzlichen Aufwand. :) 
Trotzdem gibt es einen Haken bei der Sache: Wie soll das Targeting funktionieren? Wird WhatsApp meine privaten Nachrichten mitlesen und mich so bestimmten Interessensgruppen zuweisen? Oder funktioniert das Targeting über eine Verknüpfung von WhatsApp und dem eigenen Facebook-Account? Bisher wurden keine offiziellen Angaben zu dieser Frage gemacht. Ich persönlich bin aber sehr gespannt, inwieweit hier in die Privatsphäre der Nutzer eingegriffen wird – und ob es Zeit wird, sich nach einem alternativen Messenger umzusehen.

WhatsApp Newsletter werden abgeschafft

Ihr habt es oben schon gelesen: WhatsApp ist der beliebteste Messenger in Deutschland und so gut wie jeder nutzt ihn. Nicht nur Privatpersonen, auch viele Publisher wie lokale Zeitungen, Schnäppchenportale oder Newsseiten schätzen WhatsApp. Sie haben hier Newsletter aufgebaut, mit welchen die Abonnenten die Neuigkeiten direkt in WhatsApp bekommen – dort, wo sie sich tagtäglich aufhalten. Damit ist nun aber Schluss. In einer Ankündigung des Messenger Dienstes heißt es, dass die Newsletter Funktion zum 07. Dezember 2019 eingestellt wird, um sich wieder mehr auf die Eins-zu-eins-Kommunikation zu konzentrieren.

In addition, beginning on December 7, 2019, WhatsApp will take legal action against those we determine are engaged in or assisting others in abuse that violates our Terms of Service, such as automated or bulk messaging, or non-personal use, even if that determination is based on information solely available to us off our platform.

Offizielle Ankündigung von WhatsApp

Potenzial für Agenturen: Viele von euch haben bestimmt gerne einen WhatsApp Newsletter für Kunden aufgebaut und sich über die hohen Öffnungs- und Klickraten gefreut – und ärgern sich nun umso mehr über die „vergebene Liebesmüh.“ ;) Aber ihr solltet nicht den Kopf in den Sand stecken, sondern die Chance sehen: Macht euren Kunden klar, dass gerade auf WhatsApp noch ein richtiger Dialog mit Kunden stattfinden kann. In Zeiten des fast vollständigen Verlusts der organischen Reichweite auf Facebook, Twitter, Instagram und Co. ist das Gold wert! Verlagert euer Social Media Monitoring auf WhatsApp und tretet hier in den aktiven Austausch: Fragt eure (potenziellen) Kunden, was sie sich wünschen, was sie brauchen, was sie daran hindert bei euch zu kaufen. Macht die Kommunikation wieder zu dem, was sie war: einem Dialog statt einseitigem Input.

Testphase des Produktkatalogs

Der Ende April angekündigte Produktkatalog für WhatsApp ist scheinbar schon in einer ersten Beta-Phase – und dank Allfacebook.de und HUMAN BLOOD bekommen wir alle einen Einblick in die Beta.

Der WhatsApp Produktkatalog in der Beta-Phase

Quelle: AllFacebook.de

Die Ansicht des Produktkatalogs im Chat ist relativ einfach gehalten. Man sieht das Produktbild, den Namen und Preis. Klickt man das Produkt an, öffnet sich eine Detailseite. Dort werden weitere Bilder sowie alle Detailinfos gezeigt. Zudem gibt es den Call-to-Action „Nachricht an Unternehmen“.

Der Kauf kann aktuell noch nicht über WhatsApp direkt stattfinden – wobei Facebook bestimmt schon an dieser Möglichkeit arbeitet. Ihr müsst eure Kunden also bei Interesse idealerweise auf euren Onlineshop weiterleiten.

Potenzial für Agenturen: Der Aufwand für die Kommunikation über ein WhatsApp Business Profil kann je nach Shop/Kundengröße natürlich variieren. Wenn ihr diesen Aufwand aber sowieso für eure Kunden betreibt, dann lohnt sich ein Blick auf den Produktkatalog allemal. Denn auch für euren Chatpartner ist so ein Chat ja eher aufwendig. Er scheint also schon sehr an euch und euren Produkten interessiert zu sein, wenn er diesen Aufwand betreibt. Wenn ihr ihm dann ein Produkt aus eurem Katalog geschickt habt, dann wird die Chance, eine Konvertierung zu erlangen, höher sein, als bei anderen Onlinemaßnahmen. Charmant: Die von euch gesendeten Produkte können von Interessenten auch in anderen Chats geteilt werden.

Kleiner Fun Fact am Rande: HUMAN BLOOD vertraut übrigens bei seinen Projekten auf unser Managed Cloud Hosting SPACES!

Was haltet ihr von den Neuerungen in WhatsApp? Sind sie einen Blick wert oder konzentriert ihr euch lieber auf andere Plattformen?

Kommentare

  1. Roland Gorny am
    Ich bin mal gespannt wie das umgesetzt wird. Kann mir schwer die Argumentation vorstellen wie Facebook erklären möchte, wie das Targeting mit europäischen Datenschutzverordnungen im Einklang zu bringen ist. Weiterhin wird interessant sein wie die Convertierungsraten sich entwickeln. Solche Ads können dann ja nur als kalter Traffic angesehen werden (vergleichbar mit Facebook Ads oder wahrscheinlich noch "kälter").

    Wird sicher interessant sein zu Anfang das Ganze ein wenig zu testen und "Testtraffic" auf die eigene Seite zu lenken.
    Antworten
    1. Kristina Kiebe am
      Hey Roland,

      danke für deine Einschätzung! Wir sind auch gespannt. :)

      Viele Grüße
      Kristina
      Antworten

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