SEO: Wie wichtig sind Links?

Der Gedanke scheint simpel: Je mehr Webseiten eine Webseite verlinken, umso wichtiger und relevanter muss sie sein. Mit dieser Grundlage begann Google vor mittlerweile über 15 Jahren seinen Suchalgorithmus aufzubauen. Schnell wurde jedoch klar: Links lassen sich auch künstlich aufbauen. So lässt sich der Algorithmus manipulieren, ob nun gegen Bezahlung oder kostenfrei. Heute, über 15 Jahre später, stehen viele Webseitenbetreiber vor der Frage, ob und wie wichtig Links im Bereich SEO noch sind.

  1. Die Geschichte von Links
  2. Warum klassischer Linkaufbau nicht lohnt
  3. Merkmale von guten Backlinks
  4. Statt Linkaufbau: So gewinnt ihr wichtige Rankingsignale
  5. Fazit

Ziel unseres Artikels ist es, Webseitenbetreibern all das Material zu geben, das sie zur Entscheidung für oder gegen Linkaufbau benötigen. Wie relevant ist es, um gegen Konkurrenten anhalten zu können? Wie viel Budget sollte investiert werden? Ist Linkaufbau eine zwingende Maßnahme, um bessere Rankings zu erhalten?

Die Geschichte von Links

Wie erwähnt spielten in Vergangenheit Links eine wichtige Rolle. Denn sie waren ein klares Zeichen dafür, dass eine Webseite relevant war. Doch nicht nur die Menge an Links war relevant. Auch die Eigenschaften der Seiten, die verlinkten, wurden bewertet und in den Suchalgorithmus mit einbezogen. So war ein Link von einer Seite, die wiederum häufig verlinkt war, wichtiger.

Einen Link zu setzen, ist bei ausreichendem Budget nicht schwer. Das wusste auch Google und fing an die Bewertung von Links mehr und mehr zu verfeinern. Wie weit oben auf der Seite war der Link? Welche Seiten verlinkt die Seite sonst? Ist es ein aussagekräftiges Wort, auf das der Link gesetzt wurde? Wie viele Links gehen von der Webseite aus? Wie häufig wird der Link geklickt?

Viele der Maßnahmen sollen eine feinere Differenzierung zwischen „echten“ und „künstlichen“ Links erlauben.

Linkaufbau

Warum klassischer Linkaufbau nicht lohnt

Als klassischer Linkaufbau wird das Arbeiten nach einem Schema zum Erwerb von Verlinkungen bezeichnet. So haben sich manche Anbieter auf das Aufbauen von Foren-Profilen und das Streuen von Links in Threads spezialisiert, andere schreiben Kommentare in Blogs, wieder andere kontaktieren News-Seiten und Blogger zur Veröffentlichung eines Links gegen ein Entgelt und wiederum andere arbeiten noch immer Webkataloge ab.

Fakt ist: Jede dieser Lösungen, wenn auch kombiniert, ist nicht unendlich skalierbar ohne aufzufallen. Früher oder später tauchen Muster auf, welche automatisiert Differenzen zu „echten“ Linkprofilen aufweisen. Von hier ist es nur noch ein kleiner Schritt zur Abstrafung einer Domain.

Nicht abzusehen ist zudem, wie Google verschiedenste Rankingfaktoren rund um Links in Zukunft anpasst. Wird die Erkennung von gekauften Links besser und besser, könnten Domains mit dem nächsten Update auch nachträglich abgestraft werden – obwohl hier vielleicht seit einigen Monaten kein Linkaufbau mehr betrieben wird.

Merkmale von guten Backlinks

Links werden von Google anhand Ihrer Qualität bewertet und fließen mit unterschiedlicher Gewichtung positiv oder negativ, bis hin zu einer manuellen Abstrafung, in die Ranking-Beurteilung ein.

Eine simple Beurteilung bietet die Seiten-Performance der Link-Quelle. Das können neben guten Rankings auch Sitelinks sein, die in den Suchergebnissen ausgewiesen werden und für eine gewisse Qualität stehen. Ein weiteres positives Signal ist es, wenn der Link nicht von Linkschleudern kommt, also insgesamt wenig ausgehende Links hat. Der Linkjuice wird dann in einer anderen Stärke wiedergegeben, weshalb die große Auswahl an Branchenbüchern kaum positive Gewichtung über Verlinkungen bietet und lediglich in der lokalen Suche noch eine gewisse Relevanz hat.

Außerdem sollte auf den Seiten hochwertiger und einzigartiger Content zu finden sein, der auch thematisch zu den Inhalten eurer Website passt. Wie bereits erwähnt, wird auch die Position des Links bewertet. Deutlich relevanter sind Verlinkungen aus dem Content-Bereich der Website, da diese auch deutlich natürlicher (organisch) wirken und eine höhere Relevanz darstellen. Backlinks aus dem Bereich der Sidebar und dem Footer sind deutlich herabgestuft, auch wegen der Link-Spam-Historie über bezahlte Links an diesen Stellen. In diesem Zusammenhang ist auch der Linktext wichtig und sollte thematisch passen und nicht an irgendeiner Stelle thematisch unpassend gewählt sein. Aber aufgepasst! Sind zu viele Links über ein Keyword verlinkt (harte Verlinkung) wirkt auch dieser Fall wieder unnatürlich und kann zu einer Abstrafung führen. In einem natürlichen Linkprofil wird die Website häufig mit Linktexten wie „hier“, die Domain oder dem Name der Marke verlinkt.

SERPs für den Suchbegriff "hier"

Ob Linkpower auch bei Links mit dem nofollow-Attribut weiter gegeben werden, darüber sind sich selbst die SEO-Experten nicht einig. Umstritten ist, ob ein nofollow-Link überhaupt eine Gewichtung hat. Auf jeden Fall gehören nofollow-Backlinks in das natürliche Linkprofil jeder Website, alles andere würde unnatürliche Signale senden.

Grundsätzlich sollte die verlinkende Quelle im Index zu finden sein. Sollte dies nicht der Fall sein, könnte die Deindexierung als Folge einer Abstrafung von Spam-Projekten folgen. Der Suchmaschinenriese hat auch die aus dem Index verbannten Seiten auf dem Schirm und prüft die davon verlinkten Seiten. Ist man von einer deindexierten Seite verlinkt, muss man diesen Backlink unbedingt entfernen.

Indexierung bei Google prüfen, durch Eingabe von site:url

Ob eine Website im Google-Index zu finden ist, kann man über den Befehl „site:“ herausfinden.

Aber während sich die „Suchmaschinen-Optimierer“ beim Linkbuilding auf Werte wie Sichtbarkeit, Trust und Backlinkquelle stützen, sollte die Relevanz von Links nicht nur gegenüber Google sehen. Ein Link kann viel mehr zu einem guten Ranking beitragen, nämlich echte Seitenbesucher liefern. Ist ein Backlink gut und passend platziert, so kann daraus eine wichtige Trafficquelle werden mit echten Besuchern, die im besten Fall auf der eigenen Website konvertieren. Wenn man sich für den Linkaufbau entscheidet, sollte man also versuchen, darüber Traffic zu generieren und neben positiven Signalen an die Suchmaschinen auch potentielle Kunden auf die eigene Seite zu bekommen.

Tablet Tastatur Rankingsignale

Statt Linkaufbau: So gewinnt ihr wichtige Rankingsignale

Wer auf klassischen Linkaufbau verzichtet, nicht gegen die Google Webmaster Guidelines verstößt und so kein Risiko für eine Abstrafung eingehen will, muss aber nicht auf Backlinks verzichten. Ein Stichwort für den organischen Linkaufbau ist Content Marketing. In der Regel will man Verlinkungen für ein kommerzielles Projekt durch hochwertige Inhalte ernten. Die Chance auf Links steigt mit einzigartigem Content, der in der Regel nicht kommerziell ist. Auf den ersten Blick mag es sinnlos erscheinen, wenn Zeit in die Erstellung von nicht kommerziellen Inhalten gesteckt wird. Aber weshalb sollten andere Internetseiten auf die Produktkategorien verlinken? Dazu gibt es nur selten einen Grund. Wenn man aber einen „Umweg“ über Ratgeber oder beispielsweise Infografiken geht, kann man positive Erwähnungen sammeln. Der Content wird natürlich auf der gleichen Domain, wie der kommerzielle Inhalt positioniert und stärkt damit die Popularität der gesamten Website.

Es wird immer gefährlicher, wenn man Links kauft. Google kennt diese Methode und bekämpft jegliche unnatürliche Verlinkung mit höchster Konsequenz. Hochwertige Links erhält man also am besten mit hochwertigen Inhalten, die einen Mehrwert für die eigene Zielgruppe darstellen.

Fazit

Klassisches Linkbuilding ist auch unter den Experten der SEO-Szene höchst umstritten und war bis vor kurzem totgesagt, ist aber in den vergangenen Monaten wieder deutlich relevanter geworden. Durch das Google-Update, dass Abstrafungen nur für einzelne URLs gelten und nicht mehr für die globale Domain, wurde das Risiko im Falle einer Abstrafung reduziert. Einige SEOs verwenden nun wieder alte Methoden und bauen manuell (thematisch passende) Links auf.

Neben den technischen Werten der jeweiligen Link-Quelle spielen aber besonders die Traffic-Chancen eine große Rolle, denn die Suchmaschinen konvertieren nicht. Jeder Seitenbesuch durch echte User auf der Website bringt den Betreiber weiter. Und das ist schließlich auch das, was ein gutes Ranking bewirken soll: steigende Seitenbesuche.

Kommentare

  1. Gravatar
    Ronny am

    Ich denke, Google geht hier den richtigen Weg. Auch wenn mir schleierhaft ist, woran man gute und schlechte Links im Beispiel von Alexander Liebrecht erkennen will. Blogger wollen bloggen und natürlich gegenseitig auch verlinken.

    Du schreibst zwar, dass es irgendwie zum natürlichen Linkaufbau gehört, doch da gibt es ja durchaus geteilte Meinungen im Netz.

    Ich muss auch ehrlich zugeben, dass ich selten auf Links klicke. Meine Infos hole ich mir tatsächlich über Google und folge den Suchergebnissen. Wenn das noch andere Menschen so tun, wären Links quasi überflüssig.

    Doch dann wäre Google wieder in Nöten. So oder so. Google braucht Links zum Existieren. Ob gut oder schlecht, spielt dabei keine Rolle.

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  2. Gravatar
    Alexander Liebrecht am

    Hallo Jan,
    es ist in meinem Falle so, dass viele Backlinks durch Blog-Kommentare erzeugt wurden. Aber ich muss mich bei jedem einzelnen Blog-Kommentar ins Zeug legen. Sinnfreie Kommentare verfasse ich niemals und immer passend zum Artikelthema. Was hältst du von den Backlinks durch Blog-Kommentare oder wäre das unnatürlich? Ich mache das schon seit Jahren so, weil es mir nicht um den Backlink an sich geht.

    Ich tausche mich in erster Linie themenpassend unter Gleichgesinnten aus. Die Kommentar-Backlinks entstehen nebenbei. Links kaufen muss ich nicht, demnach betreibe ich also einen klassischen Linkaufbau durch Blog-Kommentare. Es ist manchmal sehr mühsam, weil auch mit viel Arbeit verbunden. Diese will aber gemacht werden.

    Letztendlich sammele ich weitere Erfahrungen als Blogger durch das Feedbacken woanders und das zählt für mich in erster Linie.

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    1. Jan Meyer am

      Hallo Alexander,

      es lohnt sich definitiv etwas Zeit in das Schreiben der Kommentare zu investieren, da diese sonst sowieso gelöscht werden. Die Blogbetreiber kennen das leidige Spam-Thema und investieren notgedrungen etwas Zeit in das Filtern dieses Micro-Contents.

      In deinem Fall ist es ja durchaus ein natürlicher Linkaufbau, als Beiwerk deiner hochwertigen Blog-Kommentare. Aber auch für Webmaster, die mit der Absicht des Linkbuildings kommentieren, sollte das oberste Ziel ein sinnvoller, hochwertiger und thematisch passender Kommentar sein.

      Viele Grüße
      Jan von Mittwald

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