Onlinemarketing-Trends der SEO-Szene 2017

Onlinemarketing-Trends der SEO-Szene 2017

Viele Experten der SEO-Szene haben sich am Anfang des Jahres zu den Trends für 2017 in Blogs, Podcasts oder in Fachmagazinen geäußert. Ich habe heute für euch die wichtigsten Themen in einem Blog-Beitrag zusammengefasst und kann euch sagen: Da kommt einiges auf uns zu!

  1. Mobile First – Ein Thema für jeden SEO
    1. Die einfachste Lösung: Optimierung mit responsiver Ausspielung
    2. Eingeklappte Seiteninhalte sind grundsätzlich kein Rankingproblem!
  2. User-Signale werden künftig eine größere Rolle spielen
  3. AMP (Accelerated Mobile Pages)
    1. AMP-Seiten haben ein stark reduziertes Dateivolumen und dadurch bis zu viermal schnellere Ladezeiten.
  4. Sprachsuche: Müssen SEOs reagieren?

Mobile First – Ein Thema für jeden SEO

Im Oktober hat Google in Las Vegas angekündigt, dass der Mobile Index den Desktop Index ablösen wird. Auch für Seiten, deren Besucher hauptsächlich mit Desktop-PCs besucht werden, ist nun der Schritt in Richtung der mobilen Ausrichtung wichtiger geworden. Die Suchanfragen bei Google kommen schon zum größten Teil über Smartphones.

Garry Illyes von Google hat angekündigt, dass der Desktop-Index nicht verschwinden wird, aber er wird zukünftig nicht mehr so aktuell sein. Diese wichtige Veränderung beim Suchmaschinenriesen hat damit auch das größte Trend-Thema für 2017 gesetzt. Mobile First bedeutet vor allem Ladezeiten-Optimierung, denn die Smartphones sind Schwankungen in der Internetbandbreite ausgesetzt und haben netzabhängig immer wieder auch langsames Internet. Für Google ist es wichtig, dass der Suchende seinen Informationsbedarf schnell und zielgerichtet befriedigt bekommt. Ganz klar ist natürlich, dass niemand lange auf den Aufbau der Zielseite warten will. Eine lange Ladezeit erhöht also nicht nur die Bounce-Rate, sondern hat sich als klares Ranking-Merkmal herauskristallisiert.

Die einfachste Lösung: Optimierung mit responsiver Ausspielung

Websites mit responsiver Ausspielung haben es am einfachsten für Desktop und Mobile zu optimieren. Für ein responsives Design spricht auch die Verwaltung von nur einem System, denn hierbei ist der Content in der Regel grundsätzlich identisch. Problematisch ist die Bereitstellung von abgespeckten Inhalten in der mobilen Variante. Das kann künftig zu Rankingverlusten führen.

Eingeklappte Seiteninhalte sind grundsätzlich kein Rankingproblem!

John Müller (Leitender Webmaster Trends Analysts von Google) nennt die inhaltsgleiche Ausspielung für Desktop und Mobile selbst „eine Herausforderung in Bezug auf die kleinere Bildschirmgröße“ und teilt auf Nachfrage mit, dass Techniken zum Einklappen von Seiteninhalten grundsätzlich keine Rankingverluste darstellen. Falls der Inhalt aber nicht direkt beim Seitenaufruf geladen wird, sondern erst nach einer User-Interaktion nachgeladen wird, dann würden diese Inhalte nicht für die Indexierung berücksichtigt.
Anfang 2016 hat Google bereits das Layout der Suchergebnisseiten (SERPs) für die mobile Ausrichtung optimiert, berichtet Christian Basler in seinen Ranking Trends für 2017. Neben der Positionierung der AdWords-Anzeigen wurde auch der Aufbau der AdWords-Anzeigentexte verändert.

User-Signale werden künftig eine größere Rolle spielen

Mit einem Marktanteil von 49 % ist Google mit seinem Browser „Chrome“ Marktführer. Außerdem setzt der Großteil der deutschen Internetseiten auf ein Tracking durch Google Analytics. Der Suchmaschinenriese dürfte somit das Tracking von einem Großteil der deutschen Websites auswerten und diese Daten in den Algorithmus mit einbeziehen. Bislang bestreitet Google die Auswertung aus Analytics, jedoch wird das Absenden von Nutzungsstatistiken des Chrome-Browsers direkt bei der Installation abgefragt.

Die Absprungrate ist ein hohes Merkmal für die Befriedigung der Such-Interaktion des Users und für Google ein Qualitätsmerkmal. Um auch künftig den hohen Marktanteil von Google zu sichern, wäre es nicht verwunderlich, wenn Werte wie die Seitenverweildauer in das Ranking einfließen werden.
Searchmetrics hat in einer Infografik die Ranking-Einflüsse der User-Signale für das Jahr 2016 ausgewertet und übersichtlich dargestellt.

 

Geschwindigkeit Performance Großstadt Traffic

AMP (Accelerated Mobile Pages)

Mobile First und Speed Optimierung geht auch mit Accelerated Mobile Pages. Dabei handelt es sich um eine Technologie, die Google gerade sehr stark in den Markt peitscht. Genauer gesagt sind es sehr schnelle mobile Versionen einer Website, die aber beim durchschnittlichen Internetnutzer noch nicht besonders aufgefallen sind. Zumindest experimentiert Google derzeit mit einer hervorgehobenen Anzeige in den Suchergebnissen. Laut Googles John Müller soll damit ein Klick-Anreiz geschaffen werden, diese schnellen mobilen Websites zu erleben.

AMP-Seiten haben ein stark reduziertes Dateivolumen und dadurch bis zu viermal schnellere Ladezeiten.

In der SEO-Szene hat sich das Thema nicht grundsätzlich durchgesetzt. SEO-Bekanntheit Marco Jank wünscht sich in der aktuellen Ausgabe seines WAYNE-Podcast ein schnelles Abflachen des Trends bis hin zu einem Scheitern wie bei Google Plus. Weiterhin erkennt er grundsätzlich nur eine Relevanz für Nachrichtenportale.

Thomas Kaiser (Geschäftsführer von cyberpromote) sieht AMP als eine neue Technologie, die für jede Website wichtig wird und verweist neben Nachrichtenportale auch auf eine AMP-Auslieferung in der USA. Seiner Meinung nach werden AMP-Seiten künftig einen Ranking-Boost erhalten. Aktuelle Auswertungen von Sistrix zeigen, dass bereits 48 % der Keyword-Treffer in den Top 100 durch AMP-Seiten belegt werden. Betrachtet man jedoch die Suchergebnisse auf der ersten Seite, so werden nur noch ein Zehntel aller Keywords durch eine AMP-URL platziert. Aktuell ist also die Verbreitung der neuen Technologie noch relativ gering und vorwiegend in der News-Branche zu finden.

Grundsätzlich muss man in diesem Zusammenhang aber erwähnen, dass es neben weniger Unterschieden im Design auch rechtliche Probleme geben kann. Der bekannte Rechtsanwalt Niklas Plutte berichtet von fehlenden Impressum-Links durch die Ausblendung des normalen Seitenfooters der Content Management Systeme.

mikrofon

Sprachsuche: Müssen SEOs reagieren?

Laut Googles aktueller Mobile Voice Study nutzen User die Spracheingabe hauptsächlich zum Navigieren, Diktieren oder für einfache informelle Suchanfragen. Vielen erscheint die Sprachsuche uninteressant, aber gerade beim Autofahren wird die Suche inzwischen aufgrund der besser werdenden Ergebnisse immer mehr genutzt und kann daher besonders im Bereich der lokalen Suche einen Aufwärtstrend erleben. Insgesamt erscheint die Sprachsuche von Google deutlich besser als Cortana von Microsoft und Siri von Apple, besonders bei dem richtigen verstehen und interpretieren von komplexen Sprachbefehlen.

In den USA ist die Suche via Voice Search bereits sehr verbreitet, so sollen laut Google bereits 20 % aller Suchen über die Spracheingabe kommen. Für den deutschsprachigen Raum sind die Werte deutlich geringer, was sicherlich auch an dem prozentualen Nutzungsverhältnis der Deutschen gegenüber der amerikanischen bzw. englischen Sprache liegt.
Wird die Sprachsuche von der Zielgruppe einer bestimmten Website viel gelesen, bedeutet das für die SEO-Maßnahmen einige Veränderungen. Es entstehen viel längere, sowie teilweise auch andere Suchwörter und Phrasen als bei der klassischen Suche über die Tastatur. Beispielsweise erscheint es logisch, dass W-Fragen als konkrete Suchanfragen über die Voice Search abgefragt werden.

Onlinemarketing Spezialist Björn Tantau sagte uns auf Nachfrage, dass die Voice Search „auf jeden Fall relevanter in affinen Branchen und Nischen“ wird, „grundsätzlich wird es aber noch dauern …“. Für einfache lokale Suchanfragen, wie der Frage nach Restaurants in der Nähe, sollte man bei Voice Search-Suchabfragen während der Autofahrt aber schon jetzt in den Suchergebnissen auftauchen.

Abzuwarten bleibt aber, wie schnell sich die Technologie verbreitet, um eine deutlich höhere Relevanz für den deutschsprachigen Raum zu erhalten.

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