Onlineshops aufgepasst: HTTPS ist Google Rankingfaktor

Onlineshops aufgepasst: Google bestätigt HTTPS als Rankingfaktor

Es passiert nur selten, dass Google ein offizielles Statement zu einem Rankingfaktor seiner Suchmaschine gibt. Sind es sonst in der Regel nur Spekulationen, hörte man kürzlich eine öffentliche Meldung: Ja, HTTPS-Verbindungen sind ein positiver Rankingfaktor. Und das hat eine weitreichende Wirkung.

  1. Was ist HTTPS?
  2. Warum Google HTTPS wertschätzt
  3. HTTPS: Heute noch klein, in Zukunft sehr wichtig
  4. HTTPS als Wettbewerbsvorteil für Onlineshops
  5. Eine berechtigte Sorge: SSL-Zertifikate und die wachsende Ladezeit
  6. HTTPS für Blogs?
  7. Auf dem Weg in ein Zwei-Klassen-Internet?

Was ist HTTPS?

Hinter HTTPS verbirgt sich die Bezeichnung „Hypertext Transfer Protocol Secure“. Bezeichnet wird damit ein Protokoll, das die gesicherte Datenübertragung zwischen Server, Webseite und Besucher ermöglicht. Im Idealfall sind die dabei übertragenen Daten nicht nur frei von Verfälschungen, sondern ebenso abhörsicher.

HTTPS wird gerne mit SSL assoziiert. Der Hintergrund ist, dass sogenannte SSL-Zertifikate die Grundlage für sichere Datenübertragungen, also HTTPS, sind. Erst mit dem Zertifikat, das die Identität des Betreibers und der Webseite bestätigt, wird ein geschützter Datenaustausch möglich.

Warum Google HTTPS wertschätzt

Mehr denn je steht bei Google der Gedanke im Mittelpunkt, Suchmaschinenusern qualitativ hochwertige Inhalte auszuliefern. Nicht ohne Grund wurden vor gar nicht so langer Zeit Panda 4.0 und Payday-Loan 2.0 ausgefahren.

HTTPS ist ein weiterer Schritt in Richtung Sicherheit und Gewährleistung, dass ausgelieferte Ergebnisse mit höherer Qualität ausgestattet sind. Die Argumente dürften dabei folgende sein:

  • Das Implementieren und Pflegen von HTTPS bedeutet Aufwand und zusätzliche Kosten; etwas, das Betreiber hochwertiger Seiten eher bereitstellen.
  • HTTPS erlaubt sicherere Übertragungen und bietet Nutzern somit ein möglichst anonymes und störungsfreies Surfen.
  • HTTPS zeigt Nutzern, dass es hier mehr Sicherheit gibt. Das Vertrauen wächst.

Klar dürfte zudem sein, dass das Web mehr und mehr persönliche Daten beinhaltet. Mit der Förderung von HTTPS und entsprechenden Zertifikaten stellt Google eine wichtige Weiche für die Zukunft.

HTTPS: Heute noch klein, in Zukunft sehr wichtig

In seinem Google Webmaster Blog schreibt Google zur Gewichtung von HTTPS folgendes:

Die freie Übersetzung dazu:

Die Aussage ist klar: Noch ist HTTPS nicht sonderlich ausschlaggebend. Doch darf es nicht unterschätzt werden. Denn es wäre gut möglich, dass Google die Gewichtung in den nächsten Monaten enorm stärkt. Vielleicht wird dann eine Webseite mit gutem Inhalt und HTTPS einer Webseite mit sehr gutem Inhalt und ohne HTTPS vorgezogen …

HTTPS als Wettbewerbsvorteil für Onlineshops

HTTPS ist in Deutschland zwar bekannt, jedoch unter Onlineshops nur wenig verbreitet. Egal, ob Web-Apotheke, Verkäufer von Erlebnisgutscheinen oder Internetflorist: HTTPS findet man selten.

Onlineshop-Betreiber sollten daher eben diese Möglichkeit nutzen, um einen Vorteil gegenüber ihrer Konkurrenz aufzubauen. Eine leicht positive Wirkung wird Hypertext Transfer Protocol Secure bereits jetzt haben, in einigen Monaten sicherlich eine wesentlich größere. Werft hierzu einen Blick auf unsere angebotenen SSL-Zertifikate.

Ob und welche Sicherheit derzeit gegeben ist, könnt ihr bequem mit Qualys SSL Labs auswerten lassen. Der Scan dauert etwa zwei Minuten. Hier seht ihr die Auswertung für mittwald.de:

Qualys SSL Labs Auswertung Mittwald

Eine berechtigte Sorge: SSL-Zertifikate und die wachsende Ladezeit

Werfen wir einen Blick auf Google Produkte, stoßen wir unter anderem auf PageSpeed Insight. Das Tool erlaubt das Analysieren und Auswerten einer Webseite mit Konzentration auf ihre Geschwindigkeit. Bekannt ist nämlich, dass sich eine lange Ladezeit negativ auf das Ranking auswirkt.

Nun sind HTTPS-Verbindungen für eine längere Ladezeit bekannt, da bei jeder Abfrage die Verifizierung durch den Aussteller des Zertifikats notwendig ist. Die Seite wird also erst über einen Umweg geladen. Was also tun?

Anzunehmen ist, dass Google hier einen gesunden Ausgleich schaffen wird, also auf der einen Seite HTTPS positiv wertet, auf der anderen aber die damit gestiegene Ladezeit nur geringfügig negativ notiert. Hier wäre es interessant zu wissen, ob die Suchmaschine auch die einzelnen Stationen der Ladezeit untersucht und so logisch zwischen durch HTTPS und schlechter Programmierung entstandener Verzögerung unterscheidet.

HTTPS für Blogs?

Von HTTPS und dem damit positiven Ranking profitieren natürlich vor allem Onlineshops. Denn diese können mit der Auszeichnung zeigen, dass sie für die Sicherheit ihrer Webseite Zeit und Geld investieren. Die Frage ist nur: Lohnt sich der Aufwand auch für Blogs?

Wer mehrere Blogs über mehrere Domains betreibt, muss für jede Seite ein separates SSL-Zertifikat beziehen – und bezahlen. Sind keine großen Einnahmen zu erwarten, wird das Bloggen schnell zu einem teuren Hobby.

Anders sieht es aus, wenn Blogs mit Gewinnabsicht betrieben werden und gute Rankings auch höhere Werbeeinnahmen bedeuten. In diesem Fall könnten sich SSL-Zertifikate lohnen – vor allem, da Google eine wachsende Wertung ankündigt.

Auf dem Weg in ein Zwei-Klassen-Internet?

Mehr und mehr Faktoren sorgen heutzutage dafür, dass „normale“ Webseiten nur noch schwer in die Top-10-Rankings der SERPs gelangen. Groß bezahltes Linkbuilding oder nun auch die kostenpflichtigen SSL-Zertifikate ebnen den Weg zu einem wachsenden Unterschied zwischen privaten und gewerblich betriebenen Webseiten.

Dass deswegen das Internet in Zukunft nur noch mit kommerziellen Webseiten gefüllt sein wird, ist jedoch unrealistisch. Denn neben Linkbuilding erkennt und wertet Google mehr und mehr gekaufte Social-Likes oder große Marketingkampagnen. Content bleibt, hoffentlich noch etwas länger, King.

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