Web-Controlling für Agenturen – Zeitsparende Dashboards

Web-Controlling für Agenturen – Zeit sparen mit Dashboards

Im ersten Teil unserer kleinen Web-Controlling-Serie für Agenturen haben wir einen Blick auf Auswahl und Setup eines Web-Analyse-Tools geworfen. Im zweiten Teil geht es nun darum, übersichtliche Dashboards und Reportings zu erstellen, um die wichtigsten Kennzahlen stets im Blick zu haben.

  1. Die richtigen Kennzahlen finden
  2. Segmente bilden
  3. Dashboards
  4. Reports per E-Mail zustellen
  5. Ausblick

Die richtigen Kennzahlen finden

Ein Dashboard soll den Überblick erleichtern und auf einen Blick Daten zu den wichtigsten Kennzahlen liefern. Wer hat schon Zeit und Lust, ständig in den Tiefen der zahlreichen Web-Analytics-Daten und Ausweitungsmöglichkeiten zu wühlen?

Google Analytics Dashboard

Typische Ansicht eines Dashboards in Google Analytics

Doch zunächst: Wie findet ihr diese wichtigsten Kennzahlen, auch KPI (Key-Performance-Indicator) genannt? Häufig werden Standard-Kennzahlen wie eindeutige Besucher/Monat oder Seitenaufrufe/Monat als relevante Kennzahlen betrachtet. Doch in der Regel ist das zu kurz gegriffen. Findet die Kennzahlen, die wirklich den Geschäftserfolg eures Kunden ausmachen. Das kann, auf die Website bezogen, z. B. der Nettoumsatz/Monat oder der Nettoumsatz/Besucher sein. Bei anderen Geschäftsmodellen aber auch durchaus die Ansichtszeit pro Artikel oder die durch Social Sharing generierte Reichweite.

Wenn ihr gemeinsam mit eurem Kunden den „einzig wahren“ KPI findet, ist das natürlich super. Oft lässt sich der Erfolg der Website jedoch nicht auf eine einzige Kennzahl herunterbrechen. Aber versucht euch auf drei bis maximal fünf Kern-Kennzahlen zu beschränken, um den Fokus nicht zu verlieren. Dass es je nach Projekt oder Optimierungsmaßnahme unterschiedliche Kennzahlen für die gesteckten Ziele gibt, ist klar. Wir konzentrieren uns hier aber auf globale Kennzahlen für die gesamte Kunden-Website, die das Potenzial haben, das Unternehmen insgesamt voran zu bringen.

Ein paar Beispiele für mögliche KPI:

  • Anzahl der Anfragen über ein Online-Formular
  • Anzahl der erreichten Website-Ziele
  • Page-Impressions pro Besucher
  • Werbekosten pro Bestellung

Segmente bilden

In einigen Fällen sind die benötigten Kennzahlen nicht „out of the box“ im Web-Analytics-Tool vorhanden. Nehmen wir z. B. an, für einen Kunden sind besonders die Besucher wichtig, die eine bestimmte Produktseite besucht haben. In solchen Fällen muss teilweise eine Segmentierung eingerichtet werden, bevor die Kennzahl im Dashboard entsprechend gefiltert werden kann.

In Google Analytics lassen sich Segmente sehr einfach direkt über die Benutzeroberfläche erstellen. Praktisch auf jeder Seite kann man im oberen Teil der Reports auf die Segmentierung zugreifen.

Google Analytics Segmentierung

Segmente werden in Google Analytics oberhalb der Reports angezeigt

Mit einem Klick neben eines der ausgewählten Segmente gelangt ihr in die Segment-Übersicht. Hier könnt ihr euch mit Klick auf „+ neues Segment erstellen“ ein eben solches anlegen. Für unser Beispiel wählen wir die Bedingung „Seite“ „enthält“ „[URL der Produktseite]“ aus. Somit werden alle Besuche, die u. a. diese Produktseite aufgerufen haben, zu einem Segment zusammengefasst.

Segmenterstellung

Ein Segment kann sich aus zahlreichen Bedingungen zusammensetzen

Die aktuelle Darstellung der Segmente in Google Analytics ist noch relativ neu. Eine schöne Übersicht zu den neuen Segmentierungsmöglichkeiten liefert der GAnalytics-Blog. Inspiration für interessante Segmente findet ihr u. a. auf Search Engine Watch.

Dashboards

Habt ihr nun alle Kennzahlen zusammen und euch ggf. noch benutzerdefinierte Segmente erstellt, könnt ihr eure Dashboards erstellen. Ein Dashboard zeigt wichtige Informationen zu einem Thema in einer übersichtlichen Darstellung. Die dafür benötigten Kennzahlen lassen sich in den meisten Web-Analyse-Tools kinderleicht hinzufügen.

In Google Analytics geht ihr dazu im Bereich „Dashboard“ auf „+ neues Dashboard“. Als erstes fragt Analytics nun, ob ihr mit einem unformatierten leeren Dashboard starten wollt oder ein Starter-Dashboard bearbeiten möchtet. Wir wählen für unser Beispiel erstmal „Unformatiert“ aus, vergeben einen Namen für das Dashboard und klicken auf „Dashboard erstellen“.

Dashboardvorlage auswählen

Man kann mit einem leeren oder vordefinierten Dashboard starten

Im nächsten Schritt werden wir aufgefordert, ein Widget hinzuzufügen. Widgets stellen die Kennzahlen mithilfe einer grafischen Darstellung sowie den eigentlichen Messgrößen im Dashboard dar.

Widget Einstellungen

Dashboards setzen sich aus Widgets zusammen, die sich umfangreich konfigurieren lassen

Hier müssen wir nun Dimensionen und Messwerte auswählen. Kurz zur Unterscheidung: Dimensionen beschreiben die Daten und Messwerte messen die Daten. So könnte z. B. „Mobile Endgeräte“ die Dimension „Hersteller“ haben. Messwerte dagegen sind einzelne Elemente einer Dimension, die als Summe oder Verhältnis gemessen werden können, zum Beispiel der Anteil, den der Hersteller Apple an allen mobilen Endgeräten hat, die eine Website besucht haben.

Um für dieses Beispiel ein Widget zu erstellen, wählen wir „Kreisdiagramm“ aus, als Messwert z. B. „Neue Sitzungen in %“ und als Dimension „Mobiltelefonmarke oder -anbieter“. Die Darstellung im Dashboard sieht dann wie folgt aus:

Segmentiertes Dashboard

Darstellung eines Widgets im Dashboard

Sind alle benötigten Widgets angelegt, können wir diese Werte wiederum nach den Segmenten filtern (im vorherigen Screenshot sehen wir die Unterscheidung zwischen allen Besuchen und Besuchen, die über SEO gekommen sind). Dadurch ergeben sich unzählige Kombinations- und Auswertungsmöglichkeiten. Das Schöne an Google Analytics ist, dass sich Segmente auch speichern und importieren lassen. So findet ihr im Netz zahlreiche Beispiele für interessante Dashboard-Vorlagen, die ihr nach Belieben auf die eigenen Bedürfnisse anpassen könnt.

Beispiele für interessante Dashboards:

Reports per E-Mail zustellen

Die Dashboard-Inhalte können auch als PDF-Report via E-Mail versendet werden. Dazu klickt ihr in der Dashboard-Ansicht einfach auf den Button „E-Mail“ und konfiguriert euch anschließend den E-Mail-Versand. So könnt ihr euch z. B. ein Kunden-Dashboard erstellen, das ihr eurem Kunden in definierten Intervallen (z. B. wöchentlich) automatisch zustellen lasst. Einmal korrekt aufgesetzt, lassen sich so mit Dashboards und E-Mail-Reports viel Zeit sparen.

E-Mail Report

Konfiguration eines Reportings via E-Mail

Ausblick

Im dritten und letzten Teil unserer kleinen Serie „Web-Controlling für Agenturen“ zeigen wir euch, wie ihr Webanalyse-Daten interpretieren könnt und wie sich mit wenig Aufwand schon viele Optimierungspotenziale aufdecken lassen.

Nun erstmal viel Spaß mit den Dashboards! :)

Welche Erfahrungen habt ihr bisher mit Dashboards gesammelt und was sind eure liebsten Dasboard-Konfigurationen?

Kommentare

  1. Gravatar
    Franjo Zeeta am

    Dashboards sind für das Controlling wirklich sehr hilfreich. Besonders, wenn man in einer Marketingberatung arbeitet und dementsprechend viel Arbeitsaufkommen hat, kann ich solche Dashboards nur empfehlen!

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  2. Gravatar
    Sandra K. am

    Guten Tag,
    Dem kann ich nur zu stimmen, wer sucht schon gerne ewig lang nach irgendwelchen Kennzahlen die er braucht. Da ist eine gutes Dashboard nur von Vorteil und ein wichtiges Indiz was die Spreu vom Weizen trennt. Usability liegt bei solchen Sachen einfach klar im Trend. Kenne das nur zu gut, denn habe mir im Rahmen einer Unternehmensplanung einige Tools angeschaut und da wurde gleich klar welches zu gebrauchen war und welches nicht.
    MfG, Sandra K.

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