Accelerated Mobile Pages (AMP): Implementierung fordert Publisher

Gefühlt immer mehr Webseiten nutzen AMP (Accelerated Mobile Pages), um ihre Inhalte Besuchern schnell erreichbar zu machen. Was in der Theorie einfach klingt, hat in der Praxis Schwierigkeiten. SEMrush hat die Implementierung 300 führender Publisher aus acht Ländern unter die Lupe genommen und veröffentlicht die Ergebnisse in einer Studie.

SEMrush dürfte den meisten SEOs ein Begriff sein. Die bekannte Sammlung von Tools zur Analyse SEO-relevanter Daten wird vor allem von internationalen Webseiten gerne genutzt.

Die neue Studie von SEMrush ist für alle spannend, die AMP bereits im Einsatz haben oder aber über die Implementierung nachdenken. Konzentriert hat man sich dabei weniger auf die Vorteile, Erfolge oder Möglichkeiten von AMP, sondern vielmehr Fehler bei der Einbindung.

AMP: Gar nicht so einfach

Die Vorteile von AMP sind für viele klar: Besucher können mit nur wenig Datenvolumen Informationen auf ihre Geräte holen. Das sorgt für schnellere Ladezeiten.

Es ist naheliegend zu vermuten, dass AMP leicht zu implementieren ist. Immerhin scheint die Webseite minimalistisch zu werden. Inhalte werden entfernt statt hinzugefügt. So einfach scheint es jedoch nicht zu sein.

In den 300 untersuchten Seiten von SEMrush stellen sich, unabhängig vom Land, hohe Fehlerquoten ein. Mehr als 70 Prozent der Seiten verzeichnen mindestens einen Fehler. Die Top-3-Fehler sind dabei:

  • Verwendung von unzulässigen Attributen
  • Verwendung von unzulässigen Tags
  • Verwendung von unzulässigen Attributwerten

Diese HTML-Fehler können vielleicht unscheinbar sein, führen aber im schlimmsten Fall zu großen Problemen und rauben die Vorteile von AMP.

Die fehlerfreie Implementierung von AMP scheint Publisher vor eine Herausforderung zu stellen. Wie gravierend die Fehler tatsächlich sind, lässt sich jedoch nicht sagen. Zu den häufigsten Fehlern hat SEMRush eine Infografik erstellt:

Mehr als 25 % der Publisher nutzen AMP

SEMrush stellt bei der Untersuchung der führenden 300 Publisher aus acht Ländern ebenfalls den prozentualen Einsatz von AMP fest. In Deutschland sind es um die 28 Prozent der untersuchten Publisher, die AMP verwenden. Angeführt wird die Liste von den USA, mit knapp 35 Prozent. Weniger interessiert scheinen brasilianische Publisher zu sein: Hier liegt der Wert bei unter 25 Prozent.

Selbst bei einer Verwendung von 28 % ist klar, dass AMP eine Relevanz für Publisher hat. Spannend wird bei einer erneuten Durchführung der Studie zu sehen sein, ob AMP an Verwendung gewinnt.

Google Trends zeigt die Suchanfragen nach "AMP". Gezeigt werden die letzten 5 Jahre in Deutschland.

Orientiert man sich an den Suchanfragen, scheint das Interesse an AMP zu stagnieren. Der Screenshot mit den Daten aus Google zeigt, wie häufig in den letzten 5 Jahren nach "AMP" gesucht wurde. Auch bei diesen Daten ist Vorsicht bei der Interpretation geboten, zeigen sie ja jede Suchanfrage in Deutschland. Ob AMP weiterhin erfolgreich sein wird, hängt aber nicht vom allgemeinen Interesse, sondern der Denkweise der Publisher ab.

Interessierte finden die komplette Studie auf der Webseite von SEMrush. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!

Kommentar hinzufügen